Denunzianten unbeliebt

Asunción: Die Geschichte um die Hubschrauber der Polizei und des Militärs hat mal wieder einen traurigen Höhepunkt erreicht, wie gestern bekannt wurde. Einer musste für die Bekanntmachung zahlen.

Polizeihauptkommissar José Osvaldo Aguiar Vera war bis gestern Chef der Flugeinheit der Nationalpolizei. Er denunziert, dass auf Anordnung des Präsidenten der paraguayischen Luftwaffe eine Heckrotor übergeben wird, womit der einzige Polizeihubschrauber nicht mehr einsatzfähig ist. Kaum wurde dies bekannt, wurde er gekündigt.

Aguiar Vera erinnerte daran, dass die vier Helikopter, die der damalige Innenminister Rafael Filizzola für die Polizei kaufte, alle bei der paraguayischen Luftwaffe landeten, da die Polizei selber keine ausgebildeten Piloten hatte. Durch den intensiven Einsatz wurden schnell zwei Helikopter flugunfähig und wieder zurückgegeben an die Polizei. Die anderen Zwei verblieben bei der Luftwaffe.

Von den zwei zurückgegebenen Helikoptern ist einer in Wartung und wartet auf ein Ersatzteil, während der andere nun demontiert wird, um der Luftwaffe den Heckrotor im Wert von 300.000 US-Dollar auszuleihen, der eigentlich ein Verschleißteil ist und somit nicht aus und eingebaut werden kann, wie er will. Jährlich stehen der Polizei nur etwa 300.000 US-Dollar Wartungskosten für einen Hubschrauber bereit, weswegen dies ein Problem darstellt.

Wie jedoch scheint ist nicht nur die Bekanntmachung der Tatsache ein Kündigungsgrund, sondern der Umstand, dass Aguiar Vera nicht das Übergabeprotokoll des Ersatzteils an die Luftwaffe unterzeichnen will.

Aktuell ist dem Präsidenten wichtig, dass die Luftwaffe Hilfsgüter in den überschwemmten Gebieten verteilen kann.

Laut Aguiar Vera wäre nur ein Anruf bei Itaipú oder Yacyretá notwenig, um so ein Ersatzteil zeitnah finanziert zu bekommen.

Innenminister Juan Ernesto Villamayor versicherte zu dem Sachverhalt, dass das Ersatzteil von dem Hubschrauber demontiert wurde, der sowieso nicht flugfähig und in Wartung war. Außerdem nahm er Präsident Abdo in Schutz und erklärte selbst die Anordnung dafür gegeben zu haben, um mehr Hilfe den Notleidenden zukommen zu lassen.

In Bezug auf die Anzeige des abgesetzten Aguiar Vera erklärte Villamayor, dass dieser “aus Eifersucht“ gehandelt hätte, da er kein Ersatzteil an die Luftwaffe übergeben will. “Wenn man zwei Hubschrauber am Boden hat und einen mit einem Ersatzteil des anderen im Notfall zum Fliegen bringen kann, sollte das auch geschehen“, so Villamayor.

Wochenblatt / Abc Color

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4 Kommentare zu “Denunzianten unbeliebt

  1. Porschefahrer ohne Führerschein

    Im Klartext heißt das, dass alle vier Helikopter am Boden sind, zwei flugunfähige bei der Polizei und zwei flugunfähige beim Militär, wobei man bemüht ist aus letzteren zwo wenigstens wieder einen ganzen zusammen zu basteln. Und das Ganze bei nur etwa 300.000 US-Dollar Wartungskosten, die (pro Jahr?) für einen Hubschrauber bereit stehen.
    Ich bin ja kein Experte in Preisen für Wartungskosten für Hubschrauber, doch für was wurden die bis heute “intensiv” genutzt? Um den Präsidenten von einem seiner fünf Bauernhöfe im Caco ins Beatmetenhäuschen und zurück zu fliegen? Jedenfalls habe ich noch nie vernommen, dass Verbrecher – sei es durch die Polizei oder durch das Militär – mittels Hilfe eines Hubschraubers aufgespürt werden konnten.
    Aber das Beste am ganzen Artikel finde ich ja, hehe, “der damalige Innenminister Rafael Filizzola kaufte für die Polizei vier Hubschrauber, die alle bei der paraguayischen Luftwaffe landeten, da die Polizei selber keine ausgebildeten Piloten hatte.”
    Ja… sowas kann passieren…

  2. Jau, dacht ich auch, Hubschrauber verschenken die keiner fliegen kann, wenn DAS keine Dekadenz ist? Aber sie bauen ja auch Brücken, obwohls keine Ingeneure gibt, oder reparieren Autos, obwohls null Ausbildung hier gibt…dabei wärs so einfach?

  3. Also fuer so eine Bananenrepublik Paraguay empfehle ich einen Robinson 44 Raven Helikopter als Neuanschaffung im Wert von zwischen 300.000 und 400.000 US$. Die Dinger sind zu bezahlen und auch wartungsfreundlich wie billig zu unterhalten. 4 Sitzer. Reicht zu um Menschen ins Krankenhaus zu fliegen und den Praesidenten auch gleich.
    https://helicoptercost.wordpress.com/
    Er kann nur 400 Kg Last tragen aber was solls.
    Das beste waere natuerlich fuer paraguayische Verhaeltnisse einen Bell UH-1 Huey der Vietnamaera anzuschaffen, welches Lasttransporter waren. Aber deren Preis duerfte etwas hoeher liegen aber die koennen in etwa eine Last von 1000 Kg tragen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Robinson_R44
    Bei einem Budget von 300.000 USD pro heli pro Jahr kann man sich jedes Jahr einen neuen Robinson kaufen und dazu noch die anderen warten.
    Anstatt den Big Boy zu spielen und teure helis zu kaufen die man nicht mehr warten kann. Lieber einen Schwarm von 20 dieser Robinsons anstatt 4 dieser Militaerhelis die am Boden sind.
    Der Vietnamheli hatte nicht mal eine nutzlast von 400 Kg so dass der Robinson allemal eine brauchbare Alternative darstellt. https://de.wikipedia.org/wiki/Bell_UH-1
    Warum kontaktiert Paraguay nicht Bell Avionics und fragt nach wie teuer solch ein Bell des Vietnamkrieges kostet? Das waere das beste fuer Paraguay da diese ein Lasttier waren.
    Ich wuerde keinen Dualsystemler an einem Heli rumbasteln lassen da die keine Ausbildung fuer Helis oder Flugzeuge haben (bei Fahrzeugen kann man ja schliesslich nicht abstuerzen sondern rast “nur” in den Graben).
    Also man kaufe jedes Jahr einen neuen Robinson R44 fuer 400.000 $ und das Problem ist geloest.

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