“Der deutsche Soldat“ und Pfarrer Othmar Grüber ist tot

Kolonie Independencia: Pfarrer Othmar Grüber übte 61 Jahre das Amt eines Seelsorgers aus, fast die gesamte Zeit in Paraguay. Er schaffte es viel zu bewegen. Am vergangenen Freitag verstarb Grüber im Alter von 88 Jahren.

„Beim Militärdienst spürte ich meine Berufung als Pfarrer. Als sich die Priesterweihe erhielt, entschied ich mich für Paraguay, um dort etwas zu bewirken“, sagte Grüber in einem Interview vor geraumer Zeit.

Er arbeitete seit Jahren mit Einwohnern aus der Kolonie Independencia, Sudetia und Paso Yobai zusammen. Der Seelsorger realisierte Projekte wie Brückenbauten, Stromanschlüsse, Kirchenrenovierungen, Schulen und weitere. Die Kolonie Sudetia hat viel von seinem Wirken profitiert.

1956 wurde der “deutsche Soldat“ Grüber in der Stadt Hünfeld von der Oblatengemeinschaft Maria Inmaculada zum Priester geweiht.

Kurz danach war er schon in Villa Hayes um Spanisch zu lernen. Seine späteren Wirkungsstätten waren Laguna Escalante (Chaco) in Chulupi, Mariscal Estigarribia und Puerto Elisa. Schon hier schaffte er es den Bau einer Fußgängerbrücke nach Clorinda, Argentinien, zu initiieren.

1972 kam Grüber dann in die Kolonie Independencia. Bis 1979 war er hier in erster Linie Pfarrer, wurde aber dann nach Asunción versetzt.

Jedoch kehrte der Geistliche 1990 wieder nach Independencia zurück. Es entstand ein Pfarrverband, in dem ebenfalls Paso Yobai integriert war. Dort war nun der Deutsche acht Jahre lang Leiter der Gemeinde bis er wieder nach Asunción ging.

1998 kehrte Grüber noch einmal nach Independencia zurück. Sein Seelsorgerdienst umfasste mehrere Gemeinden in Guairá. Der deutsche Priester verkündete das Evangelium um das Vertrauen der Menschen in Jesus Christus zu fördern, organisierte Katecheten und wollte eine gute Ausbildung für die jungen Paraguayer, immer zugunsten der Armen, erreichen.

Grüber war bekannt für seine soziale Arbeit in all den Gemeinden, in denen er wirkte. Er erhielt Hilfe seiner Freunde und Organisationen aus Deutschland, insbesondere Geld, um Projekte zu verwirklichen.

Über ein halbes Jahrhundert half der Priester auf dieses Art und Weise Kirchen, Kapellen, Gesundheitseinrichtungen und Schulen zu erbauen. Er gründete eine Genossenschaft mit Landwirten. Des Weiteren erreichte der “deutsche Soldat“, so wie er von vielen aufgrund seiner Pioniertätigkeit und militärischen Vergangenheit genannt wurde, den Kauf von 1.268 Hektar Land für Ureinwohner und fast 2.000 Bauern in Paso Yobai, Guairá. „Das Land muss legal beschafft und nicht durch eine Invasion illegal angeeignet werden“, sagte Grüber.

Wochenblatt / ABC Color / Misionero Oblato de Maria

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