Der Kampf gegen die Armut beginnt jetzt!

Asunción: Es ist immer wieder schön zu sehen, dass die Regierung Maßnahmen zur Verringerung der Armut im Land umsetzt. Dieses neue Manöver wirft jedoch Fragen auf.

Für ein Projekt zur Reduzierung der Armut in Paraguay soll ein 82 Millionen schweres Projekt umgesetzt werden. Etwas mehr als 70 Millionen davon kommen aus dem Infrastrukturfond des Mercosur (Focem). Allerdings werden von der Gesamtsumme nur 45% oder 37,5 Millionen US-Dollar für Initiativen zur Reduzierung der Armut von 50.000 Menschen aufgewendet. Die restlichen 55% sind Verwaltungs- und Lohngebühren, die so kurz vor Ende der Regierungszeit anscheinend gleichmäßig verteilt werden sollen. Die Umsetzung des Planes kann nicht bis Mitte August 2018 warten, hieß es aus dem Planungssekretariat STP.

Rund 3 Millionen US-Dollar der 45 Millionen US-Dollar Verwaltungsgebühren fließen direkt in das Lokalisieren von armen Menschen im Land. Zuerst müssen diese gefunden, aufgelistet und gefiltert werden, bevor man sie begünstigen kann. Allerdings steht hier die Frage im Raum, was wirklich mit den 3 Millionen US-Dollar (siehe eingerahmt im unteren Bild) passiert, da ausreichend bekannt ist, wer in dem Land arm ist und wer nicht. Außerdem sind auch noch 2,5 Millionen US-Dollar für unvorhergesehene Ausgaben reserviert. Sicherlich finden auch diese einen Eigentümer und müssen nicht zurückgezahlt werden.

Wochenblatt / Última Hora

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9 Kommentare zu “Der Kampf gegen die Armut beginnt jetzt!

  1. Und sie schämen sich nicht! Darum wollen ja so viele mit „den Wölfen heulen“, denn die Beute ist groß und unerschöpflich.

  2. Na immerhin fast halbe/halbe wo die Gebühren zu Lasten der Armen gehen. Aber das ist doch immer so.
    Brüderlich geteilt auf paraguayisch.

    mfg

  3. Wolfgang Pöllinger

    Würden die 70 Mio. sinnvoll eingesetzt werden, könnte PY bereits aufatmen! Aber nein, sie werden wieder an den Bedürftigen vorbei in die Taschen weniger priviligierter Superreicher versenkt. Die Asche kommt zwar nach und nach auch wieder in den Geldkreislauf zurück, aber nur über Luxusartikel und ähnliche Aufwendungen. Das eigene gemeine Volk hat nichts davon. Und die Armen? Die sind zu ungebildet, desinteressiert und generell der Korruption nicht abgeneigt. Niemand muß also einen Finger rühren; es bleibt der status quo; alle sind zufrieden. Zum Heulen!

  4. Mit jeder Schulreform werden die Schulen schlechter,mit jeder Gesundheitsreform werden die Leute kranker und nach jeder Initiative gegen die Armut werden die Menschen ärmer…

    1. Wolfgang Pöllinger

      „jeder“ ist klar eine Übertreibung. Die Aussage gilt freilich für viele Projekte oder Reformen – aber doch nur deshalb, weil die Initiatoren letztlich von den Entscheidungsträgern in ihrer Zuständigkeit und Kompetenz ausgebootet werden, sodaß sie nicht mehr ihre Hände schützend über ihren eigenen Projekten halten können. Die Folge ist Kompetenzgerangel und endlose Streiterei, soweit irgendwelche Verbesserungen überhaupt verwirklicht werden. Am Schluß ist jede Reform zerredet und niemand will sich mehr in die Thematik ziehen lassen. So negativ muß prinzipiell aber keine Reform verlaufen. Nur ist da Disziplin an allen Seiten gefragt – und wer will sich dieser schon unterziehen?

  5. Anne Schenkel

    Das macht doch keinen Sinn. Wenn man 50.000 Menschen mit 82 Millionen US-Dollar hilft, dann sind sie ja keine armen Menschen mehr. Deshalb ist es besser, man gibt ihnen gar nichts. Und behält es selbst, weil man keine Ausländer braucht. Das schafft Paraguay auch selbst.