Der Stadtpolizei ausgeliefert?

Asunción: Eine Situation, die mehreren Europäern bekannt sein dürfte, wiederholte sich diese Tage in der Hauptstadt. Ein betroffener Deutscher wendete sich ans Wochenblatt mit der Bitte um Aufklärung.

Heute fuhr ich mit meinem Auto auf der Av. España vom Supermarkt COOP in Richtung Av. Argentina. (Asuncion) Auf halben Weg zwischen COOP und Casa Rica war eine Ampel. Ein Polizist regelte den Verkehr. Als ich auf der Kreuzung war, pfiff er und stoppte den Verkehr. Ich war schon auf der Kreuzung und fuhr natürlich weiter. Sonst hätte ich eine Vollbremsung machen müssen. Auch das nachfolgende Auto fuhr hinter mir weiter. Wenige Augenblicke später folgte mir eben dieser Polizist auf einem Motorad und bat mich an der Seite anzuhalten.

Weit mehr als eine Million Guaranies solle ich Strafe zahlen, da ich seine Weisung missachtet hätte. Ich erklärte ihm, das er erst gepfiffen und die andere Richtung freigegeben hätte, als ich schon auf der Kreuzung war. Es interessierte ihn nicht. Mindestens eine Million wären fällig, oder aber ich müsse ihm zum Revier folgen. Mehr als 250.000 Gs hatte ich aber nicht.Er nahm diese 250.000 GS und forderte mich auf, zum nächstgelegenen Bankomaten zu folgen. Ich erklärte ihm, das ich auch auf diesem Kreditkarten Konto lediglich noch 400.000 GS zur Verfügung habe. Die wollte er haben.

Wie es der Zufall wollte, war dieser Automat außer Betrieb. Weitere 250.000 GS hatte ich in der Hosentasche versteckt. Die gab ich diesem Polizisten, um einer Beschlagnahmung meines Autos zu entgehen. Welche Möglichkeiten habe ich überhaupt um solch einer Wegelagerei Widerstand zu leisten ? Wenn es sein muss, zahle ich auch die geforderte Strafe, obwohl sie in diesem Fall nicht gerechtfertigt war. Wo und bei wem kann ich Anzeige erstatten? Ist der Polizist verpflichtet mir seinen Namen zu nennen? Ist das dann der korrekte Name ? Bei wem erstatte ich Anzeige ? Beim nächstgelegenen Polizei Stützpunkt ? Bei meinem Heimatort ? Aus meiner (vielleicht) nicht so langen Erfahrung hier in Paraguay weiß ich, das Polizisten nicht allzu viel verdienen. Dennoch weiß ich, das einige dieser Polizisten recht große Autos fahren. Haben die also soviel Überstunden gemacht? Meine wirkliche Frage an Sie (und alle anderen), lohnt es sich, eine Kamera im Auto laufen zu lassen. Interessiert es jemanden, was darauf abgespeichert ist ?

In der Tat handelt es sich um Polizisten der PMT, der Policía Municipal de Transito, die den ganzen Tag die besagte Straße auf und ab fahren, um Verkehrssünder zu entlarven, oder eventuell sie in die Falle zu locken. Ratsam ist es deswegen, sie zu bitten, auf der Zentrale persönlich mit dem Vorgesetzten zu sprechen. Nach den Geschehnissen mit einem Uruguayer, sollte die letzte Warnung an alle Uniformierten der PMT noch Wirkung zeigen.

Wochenblatt / Leserzuschrift

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9 Kommentare zu “Der Stadtpolizei ausgeliefert?

  1. Siehe Fall des Uruguayers:
    https://wochenblatt.cc/auslaender-geniessen-nun-besonderen-schutz/

    Artikel von der Ultima Hora:
    http://www.ultimahora.com/linea-directa-acudir-la-pmt-traves-del-916-n847969.html
    Die Nummer *916 waehlen und man kann sich zumindest laut der Quelle beschweren und sogar anzeigen.
    Ob das was bringt, weiss ich nicht. Wenn man diese Verkehrspolizisten damit droht, machen manche vielleicht einen Rueckzieher.
    Nummer ist jedenfalls gespeichert.

    1. Noch anmerken moechte ich, dass eine Dashcam zumindest mehr Sicherheit gibt. Ob die beweiskraeftig ist ist, weiss ich allerdings nicht. Würde mich nicht wundern, wenn bei der Justiz in diesem Lande solche Kameras beim Staat nicht „beweiskraeftig genug“ sind.

  2. Grundsätzlich fahre ich weitere Strecken nur mit paraguayischr Begleitung, etwa mit meinem Gärtner. Ansonsten scheint eine im Auto an der Windschutztscheibe installierte Kamera zu helfen.

  3. Sein Leben so einrichten, dass man kein Auto braucht, ist heir das beste. Ansonsten igbt es keine Garantie und auch keine Ratschlag. Es klingt nach Scherz, ich meine es aber ernst.

  4. die PMT positioniert sich an sehr guten punkten um „abzuzocken“ auch wenn diese meinen es ist ganz legal. ich hatte mich mal mit 2 von denen in ASU angelegt, in Deutschland würde man wahrscheinlich wegen Amtenbeleidigung verhaftet werden, aber es war mein gutes recht. wollten damals auch fast 1 million weil ich quasi umgedreht habe wo eine verbotstafel war. gut die tafen war quasi schwarz und von einem baum versteckt. das hatte die damals nicht interessiert.

    Problem hier ist, das viele Deutsche einfach auch der Sprache nicht mächtig sind oder sich einfach fürchten den Mund aufzumachen. ich sagte denen damals ihr könnt mich am arsch lecken, schreibt mir einen strafzettel aus und ihr seit gleich am nächsten polizeirevier angezeigt Ihr korrupten warzenschweine (sorry an WB – aber will nur den O-Ton widergeben). sie blieben hart, ich noch härter und das muss man sonst bist du einfach der gefickte. solange bis sich die ärsche nicht mehr trauen hohe summen zu fordern. im endefekt hatte ich denen dann 50 mil gegeben damit ich nicht stunden verliere, aber immerhin weit entfernt von der ursprungsforderung.

    oft reicht es die typen unter druck zu stellen, die sagen sich dann ok da haben wir halt etwas weniger aber der nächste kommt bestimmt. was auf jedenfall hilft sind kameras im auto, das hatte ich schon von vielen gehört und soll angeblich auch vor gericht anerkennung finden (sofern man keinen korrupten staatsanwalt hat). aber hier in Paraguay ist halt alles möglich.

    aber ehrlich gesagt sind die PMT die aktuellsten Abzocker Nr. 1, da ist die Caminera echt schwach dagegen mittlerweile. Aber es ist egal, wenn du als deutscher alleine bist ist es immer komplizierter, wenn du mit einem paraguayer unterwegs bist ist es noch etwas einfacher. Der Paraguayer kann dann sogar sagen „Feuerlöscher“ wasn des und zeigt denen einfach eine Wasserflasche !! Hahaha, das war jetzt kein Scherz, das war ernst. Ich hatte selten so gelacht, aber mit 50mil war der PYler aus der Sache raus ggg

    1. also darauf ankommen lassen ? Mit zum Revier ? Da sitzt dann der Chef, der seinen Obulus haben möchte ? Muss solch ein „Polizist“ seinen Namen rausgeben (kann ja wohl schlecht seine Cedula verlangen – oder) ? Haben diese „Beamten“ einen Einsatzplan, der sich nachverfolgen lässt, wo sie am Tag den Verkehr „geregelt“ haben ?

  5. Sobald die Drohung der Strafe von Seiten des Polizisten kommt damit antworten, dass man sich an Frau x (irgend einen Namen, der Ihnen gerade einfällt, z. B. Gonzalez) von der Antikorruptionsstelle in Asu wenden wird, falls die Angelegenheit nicht korrekt ablaufen wird.

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