Deutsche in Paraguay: In einer anderen Zeit – Teil 4

San Bernardino: Als Tochter eines Bonner Geschäftsmannes wurde eine Deutsche 1889 in Paris geboren. Neben ihrem Wissen wie man Flugzeuge lenkte, liebte sie auch Musik und arbeite mehrere Male als Krankenschwester.

Hilde Ingenohl studierte in Leipzig Musik unter der Leitung des ungarischen Dirigenten Arthur Nikisch. Während des 1. Weltkrieges arbeitete sie als Krankenschwester in Deutschland, Frankreich, Ungarn und Bulgarien. Nach Ende des 1. Weltkrieges, kam Ingenohl, damals 29 Jahre alt, nach Südamerika.

Nach Paraguay kam Hilde Ingenohl wenig später. Auf Einladung von Grete Götsch, der Ehefrau des damaligen deutschen Botschafters für Uruguay und Paraguay, machte sie Station in Montevideo und Rosario, wo sie in der Krankenhausdirektion des „Hospital Alemán“ arbeitete. Sie besuchte von da aus Paraguay und verliebte sich in San Bernardino und den Ypacaraí See, an dessen Ufer sie kurz darauf 200 Hektar erwarb.

Als Raubkatzenjägerin erlangte sie ihren Spitznamen “La Tigresa“

Als 1932 der Chacokrieg begann, meldete sich die damals 43-jährige Deutsche beim Roten Kreuz freiwillig als Krankenschwester. Nachdem auch diese kriegerische Auseinandersetzung beigelegt werden konnte, bildete sie junge Musiker an ihren zahlreichen Instrumenten aus und gab wöchentlich Konzerte. Sie besaß mehrere Violinen, Gitarren, Flöten und zwei Klaviere. Gespielt wurde entweder in ihrem Haus oder im Hotel del Lago. In diesem Hotel hatte sie zudem ein Zimmer in einem der beiden Türme, was sie ihr Königreich nannte.

Im Jahr 1953 erkrankte sie an Krebs und ging zurück nach Bonn, wo sie im gleichen Jahr verstarb.

Wochenblatt

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

3 Kommentare zu “Deutsche in Paraguay: In einer anderen Zeit – Teil 4

  1. Es gab viele Deutschsprachige die einige Jahre in Paraguay lebten und dann ihre hiesigen Erlebnisse veröffentlichten. Besonders von Interesse fand ich die Bücher von
    Dollinger, Gerhard : Briefe aus dem Busch (1996)
    Dollinger, Gerhard : Weitere Briefe aus dem Busch (1997 )
    Fischer-Treuenfeld v., R : Paraguay in Wort und Bild (1901)
    Gedult von Jungenfeld, Wilhelm Ernst : Aus den Urwäldern Paraguays zur Fahne (1916)
    Mangels, H : Paraguay (1904)
    Rengger, Dr. Johann Rudolf : Reise nach Paraguay (1835)
    Charlevoir de, Franciscus P. : Geschichte von Paraguay und den Missionen (1830)
    und ein umfangreiches Werk mit vielen Daten von :
    Schuster, Dr. Adolf N. : Paraguay (1929)

  2. Gerne einige weiteren Büchertipps.

    Zeitzeugen des Krieges 1865/1870

    Lopacher Ulrich : Soldatenleben ( 1912 )

    Versen, Max von : Reisen in Amerika und der südamerikanische Krieg ( 1872 )

    Amerlan, Albert : Nächte am Rio Paraguay (1898)

    und für Interessenten der Währungsreform und Umstellung auf Guaranies 1943
    nur auf Englisch

    Triffin, Robert : Monetary and Banking Reform in Paraguay ( 1946 )

    Je mehr wir über die Vergangenheit wissen umso weiter sehen wir in die Zukunft,
    denn unter der Sonne gibt es nichts Neues !

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.