Deutscher Kolonist geht gegen ausländische Investoren vor

Die Minenarbeiter und Bürger im Gebiet Poso Yobai, Departement Guairá, protestieren gegen das Bergbauunternehmen Lampa (Latin American Minerals Paraguay).

Lucius Pérez berichtete gegenüber dem Radiosender Satelital 91.3 FM, die Einwohner würden die “ausländischen Investoren“ vertreiben wollen. Mehr als tausende von Menschen versammelten sich in der Kolonie Nansen vor der Betriebsstätte der Lampa. Laut Pérez sei es Ziel, die Aufhebung der geschlossenen Verträge zu erreichen, die insbesondere darauf abzielten, Bodenschätze zu extrahieren, aber Eigentumsrechte verletzen würden. Er fügte an, der Staat bekäme nur ein Minimum der Erlöse, der Großteil gehe ins Ausland. In Zukunft, so fuhr Pérez fort, wolle man, wenn die ausländischen Investoren vertrieben seien, Partnerschaften vor Ort bilden, die den Bergbau in die eigenen Hände nehmen.

Der deutsche Staatsbürger und Kolonist Albino Neukirchinger versucht zwischen den Parteien zu vermitteln. Sein Grundstück in der Kolonie Sudetia dient der Lampa als Areal zur Goldsuche. Mittlerweile haben aber alle Beteiligten erkannt, dass mehr Erträge zu erzielen sind, als die ausländische Firma angegeben hat.

Der Koordinator der Mobilisierung gestern, Catalino Ocampo, machte geltend, das Unternehmen Lampa solle von den bestehenden Verträgen ausgeschlossen werden, weil sie ihre Vereinbarungen nicht erfüllt hätten. „Sie verwenden Zyanid, ein extrem starkes Gift und verletzen weitere Vertragspflichten“, sagte er.

Insgesamt gesehen wollen alle, dass die ausländischen Investoren abziehen und die Grundstückseigentümer selber nach Gold suchen können. Laut Hans Neukirchinger, einem Kolonisten aus der Kolonie Sudetia, seien aus einer LKW Ladung Erde vier Gramm Gold extrahiert worden, bei anderen mehr und bei weiteren weniger.

Quellen: ABC Color, Radio Satelital 91.3 FM