Die 94-jährige Geschichte der Kolonie Independencia

Colonia Independencia: Am 17. Januar 1919 wurde die Kolonie Independencia von deutschen Einwanderern gegründet, die mit dem Zug nach Villarrica kamen, um von da aus einen beschwerlichen Weg mit dem Ochsenkarren bis in den Urwald von Dr. Jorge Naville anzutreten.

Auswanderfamilien hatten Anspruch auf 20 ha Land und Einzelpersonen auf die Hälfte. Viele Kolonisten Familien sind heute noch im Besitz ihrer Ländereien.

Heutzutage kommt man einfacher nach Independencia. Kurz bevor man Villarrica erreicht kreuzt man Mbocayaty, wo man links nach Independencia abbiegen muss. Nach wie vor ist die deutsche Stadt der Hauptweinproduzent, wenn auch in kleinerem Rahmen als noch vor 30 Jahren.

Independencia, die Stadt die heute nach wie vor als “Colonia“ bekannt ist, hat eine privilegierte Lage vor der Bergkette des Ybytyruzú. Die Mischung aus Yerba- und Weinanbau wie auch seine deutschen Einwohner geben dem weitläufigen Ort einen ganz bestimmten Charme.

Noch vor der Ankunft der ersten Deutschen wurde das Gebiet Muevevo genannt, danach Curuzupé. Der Ort des Kreuzes hieß es, weil die erste deutsche Einwandererfamilie ein Kreuz mitbrachte. Danach nannte man sie Campo Melgarejo, in Gedenken an Conrado Melgarejo, der früher als Geschäftsmann mit Gemischtwaren und Holzfällen aktiv war.

Die tatsächliche Anerkennung der “Colonia Independencia Nacional“ wurde auf den 9. Oktober 1919 datiert, festgehalten im Dekret 10.052/19. Independencia Nacional wurde dem Distrikt von Mbocayaty del Guairá unterstellt.

Independencia liegt 30 km nordöstlich von Villarrica und rund 180 km von Asunción entfernt.

Ein Kolonist mit dem Nachnamen Vogt brachte Weinreben in den Ort, der später durch das Endprodukt nationale Bekanntheit erlangte. In der Nähe des Wasserfalls „Salto Suizo“ ließen sich Schweizer nieder. Die Zone von Carlos Pfannl suchten ab 1933 ausschließlich Österreicher eine neue Heimat. Durch das Wachstum der Kolonie wurde am 16. Juni 1955 der Distrikt mit dem gleichen Namen eigeführt. Dieser Distrikt umfasst diverse Teile wie Curuzupé, Campito, Mainumby, Niño Ycuá, Ypytá, San Gervasio, Yroysá, Arroyo Morotí, Cerro Acatí, etc.

Bis Anfang der 80er Jahre zählte das Gebiet um Independencia rund 300 Weinbauern. Die Mehrzahl der Einwanderer kam aus Baden Württemberg, weswegen der Anbau von Weinbeeren nichts Neues für sie war. Erst mit der Einfuhr von Weinen aus Argentinien, der verstärkt in den 80ern begann, ließ die Nachfrage nach Wein aus Independencia nach und die Weinreben wurden durch Zuckerrohr und Yerba ersetzt. Heute noch sind alte Weinkeller samt Holzfässern mit tausenden Litern Volumen von der Straße aus zu beobachten.

In und um Independencia gibt es schöne Plätze, die zum Camping einladen, zum Wandern und zum Baden. Insgesamt vier Wasserfälle zählt die Gegend. Aber auch Klettern ist bei Städtern eine gern durchgeführte Freizeitgestaltung. Für das leibliche Wohl wird auch in diversen Restaurants gesorgt, deutsche Spezialitäten inklusive.

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5 Kommentare zu “Die 94-jährige Geschichte der Kolonie Independencia

  1. Independencia, ist zum ersten keine stad, die landschaft ist sehr schön, die berge ganz besonders, aber es fortschritt ist hier ein fremdwort, keine infrastructur,sind halt viele deutsche rentner da die sich ein schönes leben machen, und were der almacen 50 nicht könte man es gleich vergessen,da ist es im süden in colonias unidas viel schöner die haben zumindest eine Richtige cooperativa.

      1. Hallo! Ist hier die rede von colonia carlos pfannl?
        Denn carlos pfannl ( richtig : ludwig pfandl) war ein vorfahre von mir aus wien österreich..,
        Würde gerne mehr darüber erfahren

        1. Suche meine Großmutter, welche in den 20er Jahren nach Paraguay ausgewandert ist, entweder aus Hannover Linden, oder aus Aussig an der Elbe CSR (Böhmen). Ihre letzte
          Nachricht ist im März 1968 bei ihrer Tochter Elisabeth Herrmann in Bremen/BDR datiert
          angekommen, welche meine verstorbene Mutter war! Eine Kopie des Kuverts kann ich leider nur schlecht entziffern. Meine Großmutter hatte bei ihrer seinerzeitigen Ankunft folgend gelautet: John Elisabeth Theresia Juliane, geboren am 3.2.1887 geboren in
          Aussig a.d.Elbe/Böhmen damals, Österreich! Mich interessiert wann gestorben ist und ob
          sie geheiratet hat und noch Kinder bekommen hatte. So weit kann ich Adresse und Namen
          lesen: Pein Elisa J. de Wel….(?), Carmen del Para..(?), Pazzoqui..t..(?).
          Vielleicht können Sie mir bitte zu dieser Nachforschung behilflich sein. Ich bedanke für Ihre
          Mühe und verbleibe mit freundlichen Grüßen, Hans Geissler

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