Ein Freibrief für die weitere Abholzung in Paraguay

Curuguaty: Fünf Jahre, nachdem eine große Abholzung im Bereich von Curuguaty registriert wurde, ließ die Staatsanwaltschaft die Anklage fallen. Es fehlen mehr Zeit und Beweise, um weitere Schritte einzuleiten.

Jalil Rachis, Ex-Staatsanwalt aus Curuguaty untersuchte einen Fall von illegaler Waldrodung gegen das Agrarunternehmen Julia, im Besitz von Wilfrido José Esparanza Arias Silvero. Julio Marecos, vom Umweltsekretariat Seam, war ebenfalls damals mit den Ermittlungen betraut.

Marecos erklärte, bei drei Ortsterminen sei festgestellt worden, dass rund 700 Hektar Wald gerodet wurden. Zudem gab es Fotos und Videos, die belegen, dass schwere Maschinen Bäume fällten und abtransportiert wurden. Die Seam beendete das Beweisaufnahmen gegen Silvero und stellte zugleich fest, dass dieser ein Wiederholungstäter bei Umweltverbrechen ist.

Der jetzige Rechtsberater von der Seam, Enrique Cañiza, wurde nun auf den Fall vor fünf Jahren angesprochen. Er sagte, keine Kenntnis von dem Sachverhalt zu haben, denn zu dieser Zeit sei er noch nicht in der Institution gewesen.

Trotz all der erdrückenden Beweise in dem Fall stellten der jetzige Staatsanwalt für Umweltvergehen, Jorge Romero und der Staatsanwalt Marco Alcaraz den Fall ein. Sie behaupteten, dass ihnen entscheidende und vor allem mehr “sachliche Beweise und die nötige Sorgfalt bei der Angelegenheit fehlen würden um so mehr Licht in das Dunkel zu bringen und den Fall zu klären“.

Die eventuelle Straflosigkeit dürfte wohl die letzten Waldreserven in Paraguay ungeschützt lassen.

Wochenblatt / Ultima Hora

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4 Kommentare zu “Ein Freibrief für die weitere Abholzung in Paraguay

  1. Das sind lauter Bandieten die werden genuegend bezahlt haben und das lasst man ungestraft davon kommen wenn das so ist braucht sich keiner wundern warum uns jetz alles um die ohren fliegt und wenn weiter so abgeholz und plastic verbren nt und muell weggeworfen wird das es noch schlimmer wird und das haben wir all dennen zu verdanken aber die rechnung geht auf sie werden auch noch drann kommen

  2. Das ist ja lächerlich! „Es fehlen nach 5 Jahren mehr Beweise!“ Gibt es noch mehr Beweise wie gefällte Bäume? Das Ganze ist nur noch ein jämmerliches Affentheater und an Dreistigkeit gegenüber der Umwelt und den nachfolgenden Generationen nicht mehr zu überbieten. Schamloses und verantwortungsloses Gesindel!!!

  3. Hat man die Staatsanwaelte gefragt, was denn noch fehlt um „eindeutige Beweise“ zu haben? Vielleicht muss auf den Videos ein Arbeiter vor der Kamera gestehen, dass sie gerade illegal Baeume faellen. Und selbst da, waer es wohl immer noch nicht eindeutig genug, weil der dabei keinen Eid geschworen hat.

    Uebrigens ist dieser Silvero schon einmal wegen Identitaetsfaelschung und Betrug im Jahre 2009 verhaftet worden. http://www.abc.com.py/edicion-impresa/policiales/cae-un-gerente-acusado-de-estafa-2278.html

    Aber offensichtlich ist dieser Mann sonst sehr vernuenftig, aus Sicht der paraguayischen „Justiz“.

  4. Ja, so läuft das hier.
    Dabei muss nicht einmal Plata fließen, damit nicht geschieht.
    Es geschieht einfach nichts.
    Vom Fortschritt, über Mängelbehebung bis Verbrechensbekämpfung und -prävention. Es geschieht einfach (fast) nichts.
    Das ist auch gut so, die fast grenzenlose Freiheit, die geringe Steuerlast und der Tatsache, dass nicht hinter jedem Straßenpfosten ein Pflock des BND – ein Tochterunternehmens der US-NSA – steht, ist wohl ein triftiger Grund hier her einzuwandern bzw. einzufliegen.
    Doch wünschte man sich, gerade was der Raubbau an der Natur betrifft, etwas mehr Engagement, und zwar nicht nur am mitverdienen, der Behörden.

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