Ein Pastor zerstört “indigene Teufelsgegenstände“

San Pedro: In einem Video, in dem ein evangelikaler Pastor traditionelle Gegenstände eines indigenen Ältesten zerstört, sorgte für Empörung in den sozialen Netzwerken.

Ein Kulturanthropologe erklärte, dass in diesem Fall in der Verfassung garantierte Vorschriften verletzt würden.

Das Video wurde über soziale Netzwerke verbreitet. Es zeigt einen evangelischen Pastor, der als Serafin Navarro identifiziert wurde und rituelle Objekte “beschlagnahmte“, die zur Kultur und den Traditionen der Guarani Mbya Indigenen gehören. Das Haus eines der Ältesten, im Alter von 97 Jahren, war Ziel des Pastors, mit dem Argument, dass er “Dämonen austreibt“.

Entrüstung machte sich bei den Kommentatoren in den sozialen Netzwerken breit, als man in dem video beobachten konnte, wie der alte Mann tatenlos mit ansehen muss, wie der Pastor die Gegenstände zerstört, weil sie der “der Teufel“ sind.

Der Sozialanthropologe Jorge Servín erklärte, dass in diesem Fall die Justiz eingreifen müsse, um die Rechte der einheimischen Gemeinschaften zu garantieren und diejenigen zu bestrafen, die ihre soziokulturelle Entwicklung mit Füßen treten.

Der Experte betonte, dass der Pastor eine Handlung vollzogen habe, die sogar in den Vandalismus gehe und von den Führern der indigenen Gemeinschaft angezeigt werden müsse. „Sie haben diese Weltanschauung geschaffen und einen eigenen Lebensstil in ihrer Gemeinschaft. Und dieses Recht wurde 1992 garantiert, ihr territorialer Raum, ihre kulturellen Muster, ihr natürlichen Ressourcen und ihre materiellen und immateriellen Werte“, sagte Servin.

Er fügte hinzu, dass kein religiöser Führer, niemand, das Recht habe, Eigentum der Eingeborenen wegzuwerfen und noch weniger es zu zerstören.

Auf der anderen Seite wurde klargestellt, dass “jeder Erwachsene sich entscheiden kann, zu einer anderen Religion zu gehören“.

Der Anthropologe beklagte auch das Phänomen der Ausbeutung von Religionen gegenüber gefährdeten Gemeinschaften. „Zuerst spenden sie Kleider, weil die Menschen extrem bedürftig sind. Dann laden sie sie ein, mit ihnen zu singen und zu beten“, klagte er.

Servin betonte, dass in einem solchen Fall jedes Mitglied dieser Gemeinschaft eine Anzeige einreichen müsse. Wenn es keine gäbe, könne man nicht handeln. „Es sollte festgehalten werden, dass die Rechte einer indigenen Person in einem Gemeinschaftsumfeld verletzt wurden. Diese Verfassungsregeln sind für die Gemeinschaft garantiert“, sagte er.

Mitglieder der verschiedenen indigenen Gemeinschaften äußerten ihre Empörung darüber, was passiert ist. Unter ihnen sagte Angela Sales, von der Ethnie Ava Guarani, dass niemand jemanden beschuldigen könne, Hexerei zu begehen, ohne einen Beweis dafür zu haben. Sie fügte hinzu, dass unabhängig von der Verwendung dieser Objekte “sie heilige Elemente der Mbya-Kultur sind, die durch die nationale Verfassung geschützt sind“.

Mario Rivarola, Angehöriger einer anderen indigenen Gemeinschaft, beklagte seinerseits den Missbrauch, der gegenüber den einheimischen Glauben begangen würde. „Wir haben unseren Glauben und niemand kann ihn von uns nehmen“, betonte er.

Andere Indigene kritisierten das Ereignis und sagten, es sei “eine kulturelle Empörung und ein Versuch, Ureinwohner zu kolonisieren“.

Der Pastor Serafin Navarro seinerseits versuchte seine Position zu erklären. Er bekräftigte die Tatsache, dass sich unter den Indigenen Objekte der Hexerei befänden und deutete an, dass er seine Aktionen fortsetzen werde, für “Vertreibung von Dämonen“.

Vor etwa 15 Jahren hatte die indigene Gemeinde Y’apy Santa Isabel in San Pedro den Vorwurf erhoben, dass ein koreanischer Pastor einen Tempel in der Gemeinschaft betreten habe und eine Konfrontation verursacht hätte. Zu dieser Zeit hatten sie auch die Zerstörung der heiligen Elemente von der Ethnie Guarani Ava angeprangert.

Die Araviju-Gemeinschaft aus Canindeju erlitt ähnliche Angriffe. Die Indigenen von der Ethnie Tamôi berichteten, dass ihre Gitarren, Aufzeichnungen von Liedern und heilige Instrumente von Pastoren verbrannt worden seien.

Wochenblatt / ABC Color

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8 Kommentare zu “Ein Pastor zerstört “indigene Teufelsgegenstände“

  1. Habe auch schon versucht Eigentum der Eingeborenen wegzuwerfen und zu zerstören. Sind dann einfach in die nächste Despensa, haben sich neues Eigentum gekauft und wurden wieder glücklich, haben ihren 2 Millionen Watt RMS Ghettoblaster in den Vorgarten gestellt und sind mit Kind, Kegel und Bierbüchs um die neuen Streichhölzer getanzt.
    Habe dann einsehen müssen, bringt nichts Eigentum der Eingeborenen wegzuwerfen und zu zerstören. Kaufen sich einfach neues.

  2. Diese gefährlichen Extremisten Christen sind genauso unberechenbar wie Moslem Extremisten!Nur dumme Menschen glauben einen Schöpfer in Schubladen ihrer verworrenen Religion pressen zu können.Wie Engstirnig ist das denn.Wir Menschen nutzen das Mittel Religion zur Unterdrückung ganzer Völker,das so glaube ich wird nie das Ansinnen eines Schöpfers gewesen sein.Sollte es den Schöpfer zu viel werden mit diesen Entarteten Religionen,wird ein kleiner Brocken von 1 Kilometer Durchmesser (Komet) das Problem Mensch in einer Sekunde Geschichte sein lassen.

  3. Das schlimme daran ist das dieser Pastor jedoch denkt im Auftrag Gottes zu handeln.
    Dämoenaustreibung sollte er vielleicht zuerst bei sich selbst anwenden!

    mfg

  4. Monotheismus in voller Aktion. Jetzt kommt sicher wieder, es sind ja nicht alle so. Liebe Leute, das ist mir eigentlich egal. Es geht darum, dass das Prinzip des Monotheismus so ist. Nach der Logik müsste jeder auch ein klein wenig Nazi sein dürfen. Aufstand, Unerhört bla bla bla. Nein, lediglich messen mit zweierlei maß und handeln mit zweierlei Maß. Auch dieses bringt monos denken mit sich, weil die Welt nicht monos ist, sie aber bei monos denkern monos gemacht werden muss.
    Auf der anderen Seite in Deutschland ja selbst in Rom rennen genau diese und schreien noch mehr moslemische Flüchtlinge und sind Toleranz Terroristen. Man beachte diesen Spagat, auf der einen Seite, es gibt nur einen Gott, auf der anderen Seite, weil alle Brüder sind und auf Menschenrechte pochen. Etwas Ehrlichkeit könnte nicht schaden…
    Zwecks Sicherheit gegen politische Korrektheitsattacken jeder toleranten Art: Mono bzw. Monos übernehme ich hier aus dem griechischen, heisst also eins, denn unsere nächsten Verwandten haben damit nichts zu tun.

  5. hier gehört ein Riegel vorgeschoben.Das Sekten, jeder Esel kann sich Pastor nennen.Extremisten Christen sind genauso unberechenbar wie Moslem Extremisten,damit hat der Asgard 980 recht.
    So heilig wie die kirchlichen Sekten sind sie auch nicht, es geht nur um Geld und Macht.

  6. Der alte Mann hat die Autorität über seinen Besitz und stimmt deren Eleminierung im Video zu! Wer wagt es sich hier über diesen Mann zu erheben, wenn es sein freier Wille ist und es sein Eigentum ist.
    Der ganze, negative Bericht ist hier absolut lächerlich, wenn man sich das Video dazu anschaut.
    Der Herr Jorge Servin sollte gerechterwise wegen Hetze angezeigt werden.

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