Eskalation: 1000 Flüge fallen am Mittwoch aus

Bei der Lufthansa wird mit immer härteren Bandagen gekämpft. Während die Piloten ihren 13. Streik ausweiten, greift das Unternehmen zu juristischen Mitteln, um die Gewerkschaft in die Knie zu zwingen. Tausende Kunden müssen zum Ende der Ferienzeit umplanen.

Die Lufthansa wehrt sich gegen die abermals verschärften Pilotenstreiks mit juristischen Mitteln – zum Ende der Ferienzeit kommt der neue Ausstand aber wieder Tausenden Passagieren in die Quere. Wegen der auf die Kurz- und Mittelstrecke verlagerten Streiks sollen am Mittwoch 1000 der 1520 geplanten Lufthansa-Flüge ausfallen, wie das Unternehmen am Dienstag zu seinem Sonderflugplan mitteilte. Betroffen seien rund 140 000 von 180 000 gebuchten Kunden.

Die größte deutsche Airline versucht jedoch, die inzwischen 13. Streikrunde noch von den Arbeitsgerichten Frankfurt und Köln stoppen zu lassen. Für die Gesellschaften Lufthansa und Lufthansa Cargo sowie die Tochter Germanwings wurden am Dienstag einstweilige Verfügungen gegen den Streik beantragt, über die am Nachmittag noch nicht entschieden war. Von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) verlangt die Lufthansa zudem 60 Millionen Euro an Schadenersatz.

Für innerdeutsche Verbindungen wurden die Fluggäste auf die Bahn verwiesen. Außerdem könnte das Unternehmen auch Jets anderer Gesellschaften aus dem Lufthansa-Konzern einsetzen.

Erneut sollten betroffene Kunden gezielt über SMS und E-Mails informiert werden. Die Kunden würden weit über das erträgliche Maß hinaus von einer kleinen Gruppe der Beschäftigten belastet, kritisierte Konzernsprecherin Barbara Schädler.

Zum Auftakt der 13. Streikrunde hatte die Gewerkschaft gedroht, dass ihre Mitglieder bei Europas größtem Luftverkehrskonzern bis zum Jahresende wöchentlich die Arbeit niederlegen könnten. Wörtlich sagte VC-Sprecher Markus Wahl am Frankfurter Flughafen: «Bis auf weiteres ist es jede Woche möglich, dass es neue Ausstände gibt. Ausgenommen davon ist vielleicht Weihnachten.»

Am Frankfurter Flughafen war am Dienstag wie an anderen deutschen Airports nur wenig von den zunächst auf die Langstrecke beschränkten Pilotenstreiks zu spüren. Nur knapp die Hälfte der 170 Übersee-Verbindungen wurde abgesagt, allerdings fallen wegen der gestörten Umläufe auch am Mittwoch und Donnerstag noch dutzende Langstrecken aus.

In den bislang zwölf Streikrunden des laufenden Tarifkonflikts hat die VC der Lufthansa nach deren Angaben rund 330 Millionen Euro an Schaden zugefügt. Offizieller Streikgrund bleiben die Übergangsrenten der etwa 5400 Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings.

Es geht aber auch um die künftige Unternehmensstrategie mit der geplanten Billigschiene Eurowings. Lufthansa will hier ausschließlich Piloten einsetzen, die deutlich geringere Gehälter erhalten. In einer Reaktion lehnte es das Unternehmen ab, künftig noch mit der Tarifkommission der VC über dieses Thema zu sprechen.

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