“Europa ist nicht mehr so sicher“: Paraguayische Weltreisende nach Diebstählen in Brüssel und Barcelona

Asunción: Die Reisebloggerin und -beraterin Luma Narváez erklärte, dass digitale Plattformen es zwar einfacher denn je gemacht haben, Reisen direkt über das Smartphone zu organisieren, Reisende jedoch genau auf versteckte Kosten, Buchungsbedingungen und eine rechtzeitige Planung achten sollten, um Unannehmlichkeiten und unnötige Ausgaben zu vermeiden.

In einem Interview in der Fernsehsendung Tribuna, die auf Paraguay TV ausgestrahlt wird, erzählte Narváez, dass sie vor Kurzem nach Paraguay zurückgekehrt ist. Zuvor hatte sie sechs Jahre in Barcelona verbracht, um dort ihr Tourismusstudium abzuschließen. Heute kombiniert sie das Erstellen von Reise-Content mit personalisierter Reiseberatung. Ihr Ziel ist es, Paraguay einem internationalen Publikum zu präsentieren und gleichzeitig ihre Landsleute dazu zu ermutigen, neue Reiseziele zu entdecken.

Narváez stellte fest, dass viele Menschen ihre Reisen mittlerweile unabhängig über Apps und Online-Plattformen planen – eine Praxis, die zwar Kosten senken kann, aber auch gewisse Risiken birgt.

„Oft bezahlt man am Ende für Dienstleistungen, die man gar nicht braucht, oder erlebt am Flughafen böse Überraschungen. Deshalb ist es wichtig, die endgültige Aufschlüsselung der Kosten sorgfältig zu prüfen“, sagte sie.

Zu den häufigsten Fehlern zählte sie den unbeabsichtigten Abschluss von Reiseversicherungen, Premium-Mitgliedschaften, zusätzlichem Freigepäck und anderen optionalen Leistungen, die während des Online-Buchungsprozesses oft automatisch angeboten werden.

Zudem empfahl sie, die Details von Flügen, Hotels und Unterkünften vor dem Abschluss der Reservierung genau zu überprüfen. Laut Narváez spiegeln Werbefotos nicht immer die tatsächliche Erfahrung der Gäste wider.

„Bewertungen sind das A und O. Sie verraten einem, ob ein Zimmer laut ist, ob die Wände zu dünn sind oder ob die Lage doch nicht so ideal ist wie beschrieben“, erklärte sie.

Vorausschauende Planung, um das Beste aus dem Reiseziel herauszuholen

Die Reiseberaterin betonte, dass einer der häufigsten Fehler von Reisenden darin besteht, Aktivitäten und Ausflüge bis zur letzten Minute aufzuschieben. Dies könne dazu führen, dass man sehr begehrte Erlebnisse verpasst.

Eine angemessene Planung erlaube es den Reisenden, Transportmöglichkeiten und Fahrzeiten abzuwägen. So lasse sich auch leichter entscheiden, ob die Miete eines Fahrzeugs praktischer ist – insbesondere an Reisezielen, an denen die Attraktionen weit verstreut liegen.

Als Beispiel nannte sie eine jüngste Reise mit Freunden nach Costa Rica, bei der sie ein Auto gemietet hatten. Diese Entscheidung gab ihnen die nötige Flexibilität, um ihre Reiseroute spontan anzupassen und zusätzliche Orte zu besuchen, die ihr Interesse weckten.

Alleinreisen: Vorsicht statt Angst

Narváez, die bereits ausgiebig allein gereist ist – darunter in den Libanon, nach Jordanien und Ägypten –, ist überzeugt, dass Frauen überall auf der Welt alleine reisen können, solange sie die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen treffen.

„Eine Frau kann überall dorthin reisen, wo sie es sich vornimmt, aber sie muss zu jeder Zeit umsichtig sein“, sagte sie.

Sie erinnerte daran, selbst in Städten wie Brüssel und Barcelona, die oft als sichere Reiseziele gelten, Diebstähle erlebt zu haben, und betonte, wie wichtig es sei, unabhängig vom besuchten Land wachsam zu bleiben.

„Die Vorstellung, dass man in Europa völlig sorglos herumlaufen kann, stimmt so nicht mehr ganz. Man muss überall aufpassen, wo man ist“, merkte sie an.

Mehr Reisemöglichkeiten für Paraguayer

Während des Interviews begrüßte Narváez auch die jüngsten Fortschritte bei der internationalen Mobilität und den Reiseerleichterungen für paraguayische Staatsbürger.

Sie hob hervor, dass Paraguayer mittlerweile in Länder wie Japan und Taiwan einreisen können, ohne die Visumsverfahren durchlaufen zu müssen, die zuvor zusätzliche Kosten und administrativen Aufwand bedeuteten.

Narváez erinnerte sich an die Schwierigkeiten, mit denen sie vor Jahren konfrontiert war, als sie während ihres Aufenthalts in Spanien ein japanisches Visum beantragen musste – ein Prozess, der für paraguayische Reisende heute nicht mehr notwendig ist.

„Ich hoffe, dass wir uns weiter in diese Richtung bewegen, damit unser Reisepass noch stärker wird und wir freier reisen können“, sagte sie.

Allerdings wies sie darauf hin, dass Visumskosten für bestimmte Länder nach wie vor eine Barriere darstellen. Als Beispiel nannte sie Bhutan, eines ihrer Traumziele, wo die Einreisegenehmigungen mehr als 700 US-Dollar kosten können.

Türkei, Thailand und Japan gehören zu ihren Lieblingszielen

Auf die Frage nach den Ländern, die den größten Eindruck bei ihr hinterlassen haben, nannte Narváez die Türkei als ihr absolutes Lieblingsziel, gefolgt von Thailand, Japan und Italien.

Dennoch ist sie fest davon überzeugt, dass Paraguay über touristische Attraktionen verfügt, die von den eigenen Bürgern oft unterschätzt werden.

„Paraguay bietet ein Tourismuserlebnis, das Ländern wie Costa Rica oder Indonesien sehr ähnlich ist. Wir haben zwar keine Meeresküste, aber wir haben beeindruckende Wasserfälle, Flüsse, unberührte Natur und außergewöhnlich grüne Landschaften“, sagte sie.

Die Content-Creatorin fügte hinzu, dass das Wachstum von Unterkünften im ländlichen Raum (Turismo Rural) und Ökotourismus-Angeboten sowohl Einheimischen als auch Besuchern hilft, neue Seiten des Landes zu entdecken.

„Dank dieser Initiativen lerne ich selbst gerade viel mehr von Paraguay kennen. Wir haben so viel zu zeigen – nicht nur den Ausländern, sondern auch den Paraguayern selbst“, schloss sie.

Wochenblatt / IP Paraguay

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