Der fallende Dollarkurs lässt im lokalen Viehzuchtsektor die „Alarmsignale schrillen“, da dieser Abwärtstrend „den Erzeuger bestraft“ und die Produktion, Investitionen sowie die Zurückhaltung von Muttertieren beeinträchtigt. Ohne Wechselkursstabilität seien der heimische Fleischmarkt und der Export gefährdet, warnt die Appec.
Der Vorstand des paraguayischen Verbandes der Fleischproduzenten und -exporteure (Appec), Fernando Serrati, warnte davor, dass der sinkende Dollar in Paraguay im produktiven Sektor, insbesondere in der Viehzucht, bereits Alarm auslöst.
In einem vom Verband veröffentlichten Video erklärte Serrati, dass beim Vergleich des Jahres 2024 mit dem Januar 2025 eine Abwertung der US-Währung gegenüber dem Guaraní um 15,46 % festzustellen sei. Er wies darauf hin, dass dieses Szenario für die Geldpolitik und die Inflationskontrolle zwar „sehr schön“ sein mag, dies für den Erzeuger jedoch nicht gelte. Für den Viehzüchter handle es sich um einen „direkten Verlust“, da sie ihre Produkte in Dollar vermarkten, während fast alle ihre Kosten in Guaraníes anfallen.
Produktionsstopp „Wenn die Fremdwährung einbricht, registriert man automatisch einen Preisverfall in der lokalen Währung. Das bedeutet eine Einkommensreduzierung von 15,46 % in Guaraníes“, wiederholte er. Der Unternehmer der Appec betonte, dass ein plötzlicher Einkommensrückgang von 15 % primär die Fähigkeit beeinträchtigt, die Zahlungskette aufrechtzuerhalten, sowie Investitionen und die Produktion einschränkt.
„Wenn wir die Produktion nicht aufrechterhalten und nicht investieren können, können wir auch keine Muttertiere zurückhalten (Kühe auf der Weide lassen, statt sie zur Schlachtbank zu schicken) und erst recht kein Wachstum des Viehbestands im Land erzielen“, erklärte er. Serrati erinnerte daran, dass „die Kuh die Fabrik“ sei, da sie das Kalb hervorbringt. Ohne diese Kategorie gebe es weder Fleisch noch Exporte und folglich auch keine Deviseneinnahmen, was zu Beschäftigungsproblemen führen könnte.
Der Dollar setzt seinen Kursverfall fort und erreichte im lokalen Markt den niedrigsten Stand des bisherigen Jahres.
Bestrafung für den Erzeuger Angesichts des Abwärtstrends der US-Währung behauptete er, dass der Erzeuger, der die Devisen für das Land generiert, „bestraft“ werde. Ohne Rentabilität könne man nichts unternehmen. „Seitens des produktiven Sektors kann man nicht viel tun, die Lösung liegt bei der Regierung. Wir von der Appec fordern keine Subventionen, sondern Logik im Umgang mit dem Wechselkurs. Es darf keine abrupten Einbrüche von 15 % ohne Grund geben.“
Zudem sorge diese Situation für Unsicherheit und veranlasse die Viehzüchter, Investitionen zu stoppen. „Wenn so etwas passiert, muss die Zentralbank von Paraguay (BCP) vorausschauend handeln und uns kommunizieren, damit wir Vorsorgemaßnahmen treffen können.“
Forderung an die Zentralbank Er betonte, dass die Geldpolitik in den Händen der Zentralbank liege, die über die notwendigen Instrumente verfüge, um in den Devisenmarkt einzugreifen. Er forderte die Bank auf, diese „hastigen Schwankungen“ zu vermeiden. Zudem erinnerte er an strukturelle Probleme wie die hohe Marktkonzentration, die zu Preisverzerrungen zulasten der Erzeuger führe.
Abschließend erklärte Serrati, dass sich die Situation nicht mit „Kosmetik“, sondern nur mit grundlegenden politischen Maßnahmen lösen lasse. Wenn zur strukturellen Problematik nun auch noch die Instabilität des Wechselkurses hinzukomme, werde den bestehenden Herausforderungen ein weiteres großes Problem hinzugefügt.
Wochenblatt / Abc Color















