Festnahme im Ybytyruzú

Independencia: Die Nationalpolizei nahm heute Morgen in der Zone Kaguare’i fünf Bauernführer fest, die per Haftbefehl gesucht wurden. Ihnen wird zur Last gelegt mehrmals Pestizit Sprühaktionen auf einem 130 ha großen Sojafeld des deutschen Kolonisten Klaus Escher unterbunden und Sachbeschädigung begangen zu haben. An der Prozedur nahmen 60 Uniformierte teil.

Von insgesamt 16 Personen die deswegen zur Fahndung ausgeschrieben sind wurden Antonio Vargas Galeano, Aníbal Vargas, Willfrido Toledo, Sebastián Vargas und Valentín Vázquez abgeführt.

Der regionale Anführer der Nationalen Bauernföderation (FNC), Carlos Aguilar, kritisierte das Vorgehen der Uniformierten aufs Schärfste und sagte, dass das Vorgehen illegal war. „Sie traten die Türen ein, schossen um sich, setzten Tränengas ein, fesselten sie und führten sie ab“, erklärte er.

Interimsrichter Jorge Garcete gab den Befehl zur Durchsuchung in der vergangenen Nacht. Erst kürzlich wurde der Polizeichef der Provinz ausgetauscht nachdem sich der mittlerweile versetzte Kommissar den Festnahmen widersetzte.

(Wochenblatt / Hoy)

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13 Kommentare zu “Festnahme im Ybytyruzú

    1. Ist richtig. Allerdings sollte man bedenken, in welchem lateinamerikanischen Land mit welchem korrupten Gesellschaftssystem man sich befindet. Hier hat Monsanto die Macht!

      1. Deshalb nochmals die Frage, ist dieses Gensoja so anfällig gegen Schädlinge, daß es noch mehr gespritzt werden muß als das ursprüngliche Soja. Geht das „Zeug“ zur Verwendung auch nach Deutschland?

        Es ist ja immer gut, wenn man solch ein Thema mal mit den Betroffenen vor Ort diskutiert.

        1. Nein , die ist nichts anders als jede normale Soja im Bezug auf Schaedlingsbefall . Wird Mengenmaessig im Schnitt zweimal weniger gespritzt als konventionelle Soja , aber dies bezieht sich auf die Unkrautbekaempfung (Soja RR1) .Wie das Verhaeltnis bei Soja INTACTA PRO2 ist weiss ich noch nicht genau.
          Natuerlich wird diese Soja auch in die EU importiert ! Defakto gibt es auf dem Weltmarkt fast keine konventionale Soja mehr . Und auch wenn es sie noch gibt , wie zb. in Brasilien , ca. 20% , dann wird sie im allgemeinen nicht getrennt gelagert .

          1. Führen wir die Diskussion weiter. Dieses Gensoja ist also resistenter gegen Unkraut, weil weniger dagegen gespritzt werden muß? Welchen Vorteil hat es noch? Leiden darunter Nützlinge wie Bienen? Nochmals die Frage, warum müssen Menschen entsprechenden Abstand von diesen Feldern halten? Sind die Spritzmittel von Monsanto so extrem schädlich für den Menschen, vernichten die nicht nur Unkraut sondern auch Tiere?

          2. Grundsaetzlich ist Soja RR1 nicht resistenter gegen Unkraeuter ! Nur resistent gegen das Breitband Herbizid Glyphosat . Was dazu fuehrt das dies , ausser im Auflauf auch 2 mal im Wachstumszyklus gespritzt wird . Jeweils 2 bis 3 Liter pro Hektar. Bei der normalen Soja muessen je nach Unkrautbefall 2 bis 3 Durchgaenge mit einem Herbizid gegen Breitblattunkraeuter gemacht werden ( FOMESAFEN, LACTOFEN, CLASSIC ,etc. ) und 1 bis 2 Durchgaenge gegen Ungraeser ( CLETHODIM ). Dieser Unkrautbekaempfungs vorgang ist 30 bis 45 % teurer als mit der Gensoja.
            Abstand zu Feldern sollte grundsaetzlich gehalten werden , da jede Form von Chemikalien nebenwirkungen haben wird . Dies gilt fuer alle Feldfruechte ueberall auf der Welt.
            Das der Aufhaenger im allgemeinen hier GLYPHOSAT ist (egal ob von MONSANTO , ODER irgend einer andern Firma ) ist etwas irrational , und wird populistisch ausgeschlachtet . Dabei sollte doch eher davor gewarnt werden , das alle Insektizide weitaus gefaehrlicher sind .Deshalb ist ein Schutzstreifen zu besiedelten Gebieten sicher richtig .Auch ist die Gefahr fuer Bienen dabei um ein vielfaches hoeher .
            Jedes Spritzmittel und jede Chemikalie kann , wenn sie falsch dosiert wird sicher auch jedes Lebewesen toeten !

  1. Haftbefehl ist haftbefehl und er muss vollstreckt werden,ob dann ein Anwalt später über Recht und Unrecht mit der Justiz verhandelt steht auf einen Anderen Blatt.
    Die Polizei hat ihren Auftrag zu erfüllen und nicht wie unter den Anderen Kommissar zu kneifen.

    1. Asgard980@, wie wahr wie wahr. Das Dumme an der Sache ist nur, daß hier wieder einmal nur die Kleinen ‚vollstreckt‘ werden. Wie uns jedoch tagtäglich und immer schmerzhafter vor Augen geführt wird, dieses Vollstreckungsrecht absolut nicht für die großen Banditen im Lande gilt.

    2. Ach Asgard980, gerade Sie sollten doch wissen was dabei heraus kommt blind Befehle zu erfüllen. Soldaten z.B., welche einen Schießbefehl befolgen, können später für das Morden belangt werden. Wenn die Ausführenden Kräfte moralische Probleme mit einem Auftrag haben, gibt es einen Grund. Ich finde das nur legitim, weil es menschlich ist. Die Polizei wird mißbraucht um die Interessen der Großgrundbesitzer durchzusetzen und die Polizisten wissen daß dies falsch ist. Auch die Armen haben ein Recht auf saubere Luft.

      LG

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