Asunción: Der Verzehr von Fisch ist ein Schlüsselelement für eine gesunde Ernährung, da er essentielle Mineralstoffe und Fettsäuren liefert, die für die körperliche Entwicklung und Leistungsfähigkeit unerlässlich sind. Aus diesem Grund empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Fisch zwei- bis dreimal wöchentlich in den Speiseplan aufzunehmen.
In Paraguay liegt der Pro-Kopf-Verbrauch derzeit jedoch bei nur 7,2 Kilogramm pro Jahr – ein Wert, der weit unter den internationalen Empfehlungen liegt, wie die Aquakulturspezialistin Susana Barúa betonte.
Im Gespräch mit Journalisten erklärte Barúa, dass zur Erreichung eines angemessenen Konsumniveaus eine zusätzliche Jahresproduktion von 16.000 Tonnen erforderlich wäre. Derzeit liegt die Gesamterzeugung des Landes bei etwas mehr als 22.000 Tonnen. Vor diesem Hintergrund fordert die Expertin gezielte Strategien, um sowohl die Aquakultur als auch die Zucht von Süßwasserfischen voranzutreiben und die Ingestionsrate in allen Altersgruppen schrittweise zu steigern.
Fisch bietet zahlreiche gesundheitliche Vorteile: Er ist reich an Mineralstoffen wie Phosphor und Kalzium sowie an essentiellen Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6. „Der regelmäßige Verzehr hilft, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleibigkeit und Diabetes vorzubeugen. Zudem fördert er die neuronale Entwicklung im ersten Schwangerschaftstrimester“, hob Barúa hervor. Als eine der Maßnahmen schlägt sie vor, den Direktverkauf an Endverbraucher durch Erlebniskonzepte wie “Pesque y Pague“ (Angeln und Bezahlen) zu fördern, die Freizeit und Tourismus miteinander verbinden.
Einbindung in das Schulspeisungsprogramm Hambre Cero
Ein weiterer wesentlicher Hebel sei die Aufnahme von Fisch in die Mahlzeiten von Schulkindern über das staatliche Programm Hambre Cero (Null Hunger). Dies würde nicht nur die Ernährung der Kinder verbessern, sondern auch die Verfügbarkeit dieses Nahrungsmittels auf den Tischen der paraguayischen Familien insgesamt erhöhen.
Diversifizierung des kulinarischen Angebots
Um den Verzehr insbesondere für Kinder attraktiver zu gestalten, müsse das gastronomische Angebot vielfältiger werden. Die höchste Wertschöpfung und Rentabilität liege in verarbeiteten Produkten: „Fisch-Empanadas, Fisch-Kroketten, Fisch-Burger und Fisch-Würstchen sind hervorragende Optionen“, erläuterte Barúa. Als primäre Vertriebskanäle sieht sie lokale Wochenmärkte, Fischfachgeschäfte, Supermärkte und Restaurants. Der Schlüssel für ein nachhaltiges Wachstum des Sektors liege in der Formalisierung der Erzeuger sowie in einer Entwicklung, die auf gezieltem Wissenstransfer basiert.
Ein Sektor im Wachstum
Der Aquakultursektor verzeichnet bereits ein deutliches Wachstum mit neuem Fokus auf Diversifizierung und produktive Integration. Laut der Spezialistin besitzt Paraguay dank seines Reichtums an Wasserressourcen ein enormes Potenzial für die Fischzucht in kontrollierten Systemen. Während im Jahr 2000 im ganzen Land nur eine Produktionsmenge von rund 100 Tonnen verzeichnet wurde, erwirtschaften heute etwa 10.000 Erzeuger eine Jahresproduktion von mehr als 22.300 Tonnen.
Wochenblatt / La Nación / Beitragsbild Archiv















