Asunción: In einer nächtlichen Eilsitzung hat die paraguayische Regierung heute das Dekret “Carnes para Todos (los que mandan)“ verabschiedet. Da die Fleischpreise mittlerweile die Umlaufbahn der NASA erreicht haben und ein Kilo Rinderfilet (Lomito) auf dem Schwarzmarkt wertvoller gehandelt wird als eine Unze Gold, zieht der Staat nun die Konsequenzen: Der Guaraní wird abgeschafft. Ab sofort gilt das “Steak-Standard-System“.
Die neue Währung: “La Joya de Paraguay“
Wie ein Sprecher der Zentralbank mitteilte, wird das Wechselgeld im Supermarkt künftig in Gramm gemessen. „Wer ein Kilo Tomaten kauft, bekommt statt Münzen drei dünne Scheiben Carnaza de Primera zurück“, heißt es aus Regierungskreisen. Ein Sprecher fügte hinzu: „Wir haben auf die Bürger gehört, die sagten, Fleisch sei eine Juwele. Jetzt machen wir es offiziell: Wer ein Rindersteak im Tresor hat, gilt als liquide.“
“Uns geht es eben besser“ – Die neue Oberschicht
Während die Bürger in den Schlangen vor den Supermärkten “Wunder vollbringen müssen“, um überhaupt noch den Geruch von Gebratenem zu erhaschen, zeigt sich die politische Elite gewohnt bescheiden. „Wir verstehen den Unmut nicht“, ließ ein anonymer Abgeordneter aus seinem klimatisierten Büro verlauten, während er sich ein 500g-T-Bone-Steak als Briefbeschwerer auf den Schreibtisch legte. „Uns geht es doch blendend. Dass das Volk jetzt auf Chipa umsteigen muss, ist lediglich ein Beitrag zum Klimaschutz.“
Sicherheitsvorkehrungen: Panzer vor der Metzgerei
Um die neuen “Währungsreserven“ zu schützen, wird die Caminera ab morgen nicht mehr nach Führerscheinen suchen, sondern die Kofferräume nach illegalem Grillgut durchleuchten. Wer ohne “Fleisch-Zertifikat“ beim Asado erwischt wird, muss mit der sofortigen Enteignung seines Bestecks rechnen.
Eine interviewte Bürgerin kommentierte die Nachricht sichtlich bewegt: „Es ist eine Schande. Die da oben feiern mit Filet, und wir dürfen uns die Bilder von Rindern im Internet anschauen. Dass sie uns jetzt auch noch erzählen, Fleisch sei Geld, ist der Gipfel. Wahrscheinlich muss ich bald meine Niere verkaufen, um mir eine Beinscheibe für die Suppe leisten zu können.“
Fazit der Redaktion
In einem Land, in dem das Rind auf dem Feld mehr wert ist als der Mindestlohn des Arbeiters, der es hütet, ist dieser 1. April eigentlich kaum vom Rest des Jahres zu unterscheiden.
Frohen 1. April – und guten Appetit beim (imaginären) Steak!
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