Freihandelsabkommen mit China ist (k)eine gute Option für Paraguay

Asunción: Nachdem Präsidentschaftskandidat Efraín Alegre erklärte, diplomatische Beziehungen mit China aufnehmen zu wollen und die die mit Taiwan abzubrechen, beginnen sich einige Zahnräder im System zu bewegen. Eine Rechnung soll aufzeigen, dass es finanziell nachteilig wäre.

Der Leiter der paraguayischen Zollbehörde sagte, dass ein Handelsabkommen mit China zu Verlusten in Höhe von 500 Millionen US-Dollar jährlich führen würde, zusätzlich zu den Folgen einer Beeinträchtigung der engen Beziehungen, die das südamerikanische Land mit Taiwan unterhält.

Wenn die neue Regierung beschließt, ein Handelsabkommen mit dem asiatischen Riesen zu unterzeichnen, wird sie über fünf Jahre hinweg mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar opfern, erklärte Julio Fernández.

Im Falle Paraguays werden zwischen 42 und 45 % der Steuereinnahmen durch den Außenhandel generiert, der für die Finanzierung des allgemeinen Haushalts zuständig ist, der von diesen Einnahmen abhängt.

Fernández betonte, dass Handelsabkommen in der Regel einen Zollabbau beinhalten. Mit anderen Worten: Paraguay würde keine Zölle mehr gegenüber China erheben, was sich in den Staatskassen bemerkbar machen würde. “Dies bedeutet im Grunde ein riesiges Haushaltsdefizit. Das wäre steuerlicher Selbstmord. Die Summe von 3,5 Milliarden US-Dollar erklärt sich aus den 500 Millionen US-Dollar, die wir nicht mehr aus Importen vom chinesischen Festland einnehmen werden, und den 200 Millionen US-Dollar, die uns durch den Wegfall der Verbindung mit Taiwan verloren gehen”, sagte er.

Fernández vertrat auch die Ansicht, dass ein Abkommen zwar die Tür für Ausfuhren nach China öffnen würde, aber keinen Ausgleich bedeuten würde. “Um den Verlust an Ressourcen zu kompensieren (der ein reales, nicht zu schließendes Finanzloch darstellen wird), wird die paraguayische Wirtschaft jährlich mehr als 100 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) an China verkaufen müssen. Wir müssen mehr als 50 Milliarden Dollar pro Jahr an China verkaufen, während unser BIP bei etwa 40 Milliarden Dollar liegt. Es gibt Grenzen für die Landwirtschaft und die Viehzucht”, sagte er.

“Mit anderen Worten: Unser BIP muss sich verdoppeln, um allein den steuerlichen Verlust auszugleichen, und für die Verdopplung unseres BIP in konstanten Werten haben wir etwa 27 Jahre gebraucht (von 1994 bis 2021); in der Zwischenzeit wird die nächste Regierung nicht in der Lage sein, den Verlust von 3,5 Milliarden US-Dollar an geringeren Einnahmen (in dem Fünfjahreszeitraum) auszugleichen, es sei denn, die Kreditaufnahme wird fortgesetzt”, fügte er hinzu.

Was den Handel mit China anbelangt, so sagte der Zolldirektor, dass Paraguay für etwa 3,7 Milliarden US-Dollar kaufen, aber einen Durchschnittssatz von 18 % verlangen.

“Sicher ist, dass es Vorteile für bestimmte Sektoren wie Sojaexporteure und Fleischverpackungsbetriebe geben wird; sie werden ihre Produktion mit einem gewissen Bonus verkaufen können; aber Exporte werden nicht besteuert und die Vorteile werden viel geringer sein als die Verluste (…). Ich denke, dass die Option Taiwan immer noch die beste ist, da es sich um ein Land mit Hochtechnologie handelt, mit dem wir umfassendere Kooperationsabkommen in mehreren Sektoren aushandeln können, die uns zu einer beschleunigten Entwicklung verhelfen können”, schloss er.

Bei all den vorgebrachten Nachteilen, wird jedoch auch jedem Land, was sich gegen Taiwan wendet eine Kompensation in Aussicht gestellt. Diese Kompensation, die es zu 100% geben wird, wurde in keine Rechnung aufgenommen. Demnach ist die Rechnung nicht komplett. Selbst wenn kein Geld fließt, kann man Verträge in Aussicht stellen, die die Produktivität des Landes wachsen lassen.

Wochenblatt

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5 Kommentare zu “Freihandelsabkommen mit China ist (k)eine gute Option für Paraguay

  1. Die Taiwanesen haben schon eine Menge für Paraguay gemacht und sie sind zuverlässige Abnehmer von Rinderhälften und anderer landwirtschaftlicher Produkte zu einem guten Preis.
    Wenns dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis.

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  2. Ich verstehe kein Wort, was dieser Fernandez da erklärt. Komplett unlogisch und unverständlich.
    Selbst wenn ein Handel mit China Vorteile bringen würde, mit totalitären Faschisten will ich nix zu tun haben.
    Die Dummdeutschen im Mittelstand haben sich ja bereits von China grossflächig aufkaufen lassen. Das wird noch katastrophale Folgen haben.

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  3. Also mit China Geschäfte zu machen ist wohl grundsätzlich keine nachhaltige Idee, aber wer zahlt denn letztendlich den Zoll für eingeführte Produkte? Er schröpft doch seine Unternehmer und Bevölkerung und möchte darauf nicht verzichten.

    Ich weiß nicht ob der einfach nur naivehrlich ist oder ein wahrhaftiger Parasit?

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