Friedmann unter Druck

Villarrica: Rodolfo Friedmann genießt wohl seinen Posten als Senator in Asunción, jedoch ist ein anderer Verwandter unter Druck, der die Zuckerohrfabrik in Guairá leitet.

Angestellte demonstrieren vor dem Gebäude des Unternehmens und fordern ihre Wiedereinstellung. Sie prangern an, dass sie ohne Vorankündigung und ohne stichhaltige Argumente einfach entlassen worden seien.

Mehr als 100 Mitarbeiter, die zwischen 15 und 20 Jahren in dem Unternehmen beschäftigt waren, versammelten sich vor der Zuckerfabrik. Sie beschweren sich gegen einen Beschluss der Personalabteilung von der Firma, in dem sie bis auf weiteres über die zeitweilige Aussetzung ihrer Positionen informiert wurden. Grund dafür sei der Mangel an Rohmaterial (Zuckerrohr) durch schlechtes Wetter.

Einer der Betroffenen, Pedro Ayala, mit einem Dienstalter von 19 Jahren, sagte, dass die Arbeiter nicht für die Tatsache verantwortlich seien, wenn es wegen des vermeintlich schlechten Wetters kein Zuckerrohr zum Verarbeiten gäbe.

„Wir verstehen, dass die Ernte wegen des Mangels an Rohmaterial nicht fortgesetzt werden kann, aber es ist nicht unsere Schuld. Wir verlangen, dass wir unsere Arbeit, wie gewohnt für 48 Stunden pro Woche fortsetzen können, die so im Arbeitsgesetz festgelegt ist“, sagte er.

Er kündigte an, dass man drastische Maßnahmen ergreifen werde, wenn es von den Führungskräften des Unternehmens keine positive Antwort geben würde.

Auf der anderen Seite erklärte der Personalleiter von der Zuckerrohrfabrik, Luis Ruiz, dass die Massenentlassung der Beschäftigten darauf zurückzuführen sei, weil dem Unternehmen seit letzter Wochenende Rohstoffe fehlen, sodass die Ernte nicht fortgesetzt werden könne.

Er sagte jedoch, dass die Arbeiter wieder eingestellt werden, “obwohl es sehr vom Regen abhängt“.

Die Fabrik “La Azucarera Friedmann“ befindet sich im Stadtviertel Estación in Villarrica, der Hauptstadt von Guairá. Der Präsident von dem Unternehmen ist Emmanuel Friedmann.

Wochenblatt / ABC Color

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4 Kommentare zu “Friedmann unter Druck

  1. Friedmann hin, Friedmann her – wenn es an Nachschub für die Produktion fehlt gibt es eben keine Arbeit für die Menschen. Das ist zwar höchst bedauerlich, doch auch Friedmann kann nichts dafür. So gesehen ist es doch nur logisch, daß ein Unternehmer seine Arbeiter/Angestellte entlassen muß. Das ist eben Teil des Lebensrisiko in Ländern wie Paraguay. Ein Unternehmen ist keine Sozialeinrichtung und kann auch nicht die Last einer törichten und unverantwortlichen Politik auf ihren Schultern tragen.Töricht und unverantwortliche Politik deshalb, weil vorausschauende Politiker schon längst dafür hätten Sorge tragen können, eine Art Arbeitslosenversicherung speziell für o.g. Fälle einzuführen. Zumindest für Großunternehmen die viele Beschäftigten Lohn und Brot geben. Doch ich glaube, eine solche vorausschauende und verantwortlich Politik einzufordern ist hier zu viel verlangt und darum wird sich daran auch nie etwas ändern.

      1. Seltsame Frage! Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen. Wer fordert wie die Arbeitnehmer, der muß ja wohl auch bereit sein, dafür etwas zu tun. Wo also ist das Problem?

  2. An die beiden Vorkommentatoren:

    Ohne Sozialismus geht es noch besser!
    1.) Den so genannten Arbeitgeberanteil muss auch der Arbeitnehmer erwirtschaften, damit der Boss das Geld dann „abdrücken“ kann.
    2.) Die Verwaltung dieses Sozialmonsters kostet auch wieder Geld, welches dem „Versicherten“ vorenthalten werden muss.
    3.) Wie wäre es mit Eigenverantwortung? Sorgt der Arbeitnehmer selbst vor, tritt er mit vielen anderen Arbeitnehmern in Wettbewerb, dadurch wird der Markt stärker und am Ende erhält der Arbeitnehmer die beste Variante für sein Anliegen. (Ich würde Gold kaufen, genau wie die indische Hausfrau es macht — und dort funktioniert es!)

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