Asunción: Am 14. Oktober 1998 verwirklichten Ji, ein Koch aus Shanghai, und seine Frau Maribel ihren Traum: Sie eröffneten einen Ort, um die authentischen Aromen Chinas mit Paraguay zu teilen. Was als bescheidenes Familienprojekt begann, wurde schnell zu einer Brücke zwischen den Kulturen und führte die Einheimischen an Geschmäcker heran, die sie zuvor nicht kannten.
Aus diesem Funken entstand das “Paraíso“, wo Shanghaier Wurzeln und paraguayische Vorlieben in unvergesslicher Harmonie aufeinandertreffen.
Von der Erfahrung zur Unabhängigkeit
Bevor er sein eigenes Restaurant eröffnete, arbeitete Ji in einem anderen bekannten chinesischen Betrieb der Stadt. Dort verfeinerte er sein Handwerk und lernte die Anforderungen des lokalen Marktes kennen. Diese Erfahrung gab ihm das Vertrauen und die Entschlossenheit für den Schritt in die Selbstständigkeit. Sein eigenes Unternehmen erlaubte es ihm, ein Menü zu gestalten, das sein Erbe widerspiegelte und gleichzeitig die Aromen an den paraguayischen Gaumen anpasste.
Johanna Araujo, die Tochter der Gründer und heutige Verwaltungsleiterin, betont, dass das Restaurant seinen Wurzeln stets treu geblieben ist, während es sich gleichzeitig neuen Trends öffnete. Für sie ist dieses kulinarische Erbe nicht nur ein Geschäft, sondern ein Symbol kulturellen Stolzes.
Die Eroberung des paraguayischen Gaumens
In der Anfangszeit war es eine Herausforderung, die Einheimischen von süß-sauren Aromen zu überzeugen. Laut der Geschäftsführerin waren viele Paraguayer zögerlich oder gar misstrauisch gegenüber Gerichten, die sie für ungewöhnlich hielten. Doch nach und nach siegte die Neugier: Süß-saure Rippchen und gebratener Reis wurden zu Favoriten und zum Symbol für den Erfolg des Restaurants. Mundpropaganda spielte dabei eine entscheidende Rolle – zufriedene Gäste ermutigten andere, das Unbekannte zu probieren.
Das kulinarische Erlebnis
Die Speisekarte mischt heute Tradition mit Anpassung. Viele Gerichte basieren auf authentischen Familienrezepten, wurden jedoch für paraguayische und internationale Gäste feinjustiert – oft mit etwas weniger Schärfe und milderen Gewürzen. Auf Wunsch bereiten die Köche jedoch jederzeit die traditionellen, scharfen Versionen zu.
Die Spezialität des Hauses, süß-saure Rippchen, fängt den Geist des Paraíso perfekt ein: karamellisiert, herzhaft und spritzig. Daneben gehören Rindfleisch in Austernsauce, Frühlingsrollen und Dumplings zu den beliebtesten Speisen. Mit Optionen wie Reisnudeln für eine glutenfreie Ernährung oder vegetarischen Gerichten geht das Restaurant auf vielfältige Wünsche ein.
Frische und Qualität
Ein Hauptmerkmal ist das Versprechen der Frische. Die Zutaten stammen von vertrauenswürdigen Lieferanten aus China, Ciudad del Este und lokalen Produzenten. Nichts wird aufgewärmt; alles wird täglich frisch zubereitet – ein Standard, der dem Restaurant die Treue und das Vertrauen seiner Gäste gesichert hat.
Atmosphäre und das nächste Kapitel
Ein Besuch im Paraíso ist auch ein Eintauchen in die chinesische Kultur. Die Dekoration mit Lampions, Gemälden und Geschirr direkt aus China schafft ein exotisches und zugleich einladendes Ambiente. Pflanzen – eine Leidenschaft der Mitbegründerin Maribel – verleihen den Räumen Wärme.
Die Zukunftsvision ist klar: Die Hauptfiliale soll erweitert und der markante, gartenähnliche Innenbereich weiter verschönert werden. Für Johanna und ihre Familie bleibt das Paraíso ein Ort, an dem Bindungen am Tisch wachsen. Mit über 25 Jahren Geschichte bleibt es ein fester Bezugspunkt in Asunción für alle, die Glück im Teilen von gutem Essen finden.
Wochenblatt / Asunción Times















