Gespräche in Wien: Regierungsdelegation berät mit IAEA über modulare Atomreaktoren für Paraguay

Asunción: Der staatliche Energieversorger ANDE teilte mit, dass eine Regierungsdelegation an Treffen in Wien mit Technikern der Internationalen Atomenergie-Organisation teilgenommen hat, um einen Fahrplan im Hinblick auf eine eventuelle Einführung von Nukleartechnologie in Paraguay voranzutreiben.

Die offizielle Mission fand vom 29. Juni bis zum 3. Juli statt und hatte die Analyse der notwendigen Bedingungen für die Prüfung einer Installation kleiner modularer Reaktoren, auch bekannt als SMR (Small Modular Reactors), zum Schwerpunkt.

Infrastruktur und Normen vor jeder Entscheidung

Die Arbeit mit Spezialisten der internationalen Organisation konzentrierte sich auf die technischen, regulatorischen und rechtlichen Aspekte, die das Land berücksichtigen müsste, bevor es ein Projekt dieser Art vorantreibt.

Während der Sitzungen wurden auch Punkte im Zusammenhang mit dem geltenden Rechtsrahmen und den Anpassungen erörtert, die das nationale Stromnetz erfordern würde. Die Strominfrastruktur erweist sich als eines der zentralen Themen bei jeder zukünftigen Bewertung.

Steigender Strombedarf verändert das Szenario

Die Reise findet in einem Kontext statt, in dem der nationale Stromverbrauch von Jahr zu Jahr steigt. Zudem blickt das Land auf die Zukunft seiner Energieüberschüsse aus den Wasserkraftwerken Itaipú und Yacyretá, die vollständig und früher als geplant aufgebraucht sein könnten.

Obwohl der Masterplan der ANDE bis 2043 bereits bekannten erneuerbaren Quellen wie der Photovoltaik mit Energiespeichern Vorrang einräumt, nimmt die Suche nach neuen Energiematrizen immer mehr Raum in der öffentlichen Diskussion ein.

Kleine Reaktoren und lange Fristen

Die analysierte Alternative zielt auf kleine modulare Reaktoren ab – eine Technologie, die sich in verschiedenen Ländern noch in der Evaluierungsphase befindet.

Die paraguayische Behörde für radiologische und nukleare Regulierung schätzt, dass ein Kraftwerk mit modularen Atomreaktoren selbst bei einer sofortigen Entscheidung nicht vor 2035 betriebsbereit wäre. Diese lange Frist ergibt sich aus den internationalen Anforderungen an die nukleare Sicherheit, Sicherungsmaßnahmen (Safeguards) und die Entsorgung radioaktiver Abfälle.

Internationale Kooperation auf der Agenda

Der Besuch in Wien ist Teil einer Agenda, die im April 2026 an Fahrt gewann, als Paraguay Gastgeber eines regionalen Treffens über kleine modulare Reaktoren war.

Wochenblatt / Ratio

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