Glauben und wissen

Asunción: Es schien ein lohnenswertes Geschäft für beide zu werden. Die salvadorianische Unicomer Latin American Ltd. kaufte im Dezember 2015 für 33,3 Millionen US-Dollar die paraguayische Elektrohandelskette “Electro Fácil“ und wurde betrogen.

Um den Wert des Geschäftes in die Höhe zu treiben wurden insgesamt 15.000 Kredite an Kunden vergeben, die nie existierten. Somit musste Unicomer annehmen, dass es das Geld dieser Personen eines Tages erhält. Da dies jedoch nicht passierte, wurde sogar der Handel der Wertpapiere an der paraguayischen Börse ausgesetzt. Alle Anleger bekommen ihre Einlagen zurück.

Die ehemaligen Eigentümer Luis Saguier Blanco, Gabriel Mersán und Néstor Añazco sorgten mit ihren imaginären Krediten für eine Blase bzw. Verlust von 24,45 Millionen US-Dollar.

Eine interne Kontrolle brachte in den letzten Monaten zum Vorschein, dass keiner der 15.000 Kreditnehmer wirklich existierte. In einem nahen Grundstück nahe dem Hauptsitz wurden Daten geklont und somit gewerbsmäßig betrogen, erklärte Osvaldo Granada Salaberry, Anwalt von Unicomer in Paraguay.

In der Anzeige der Firma gegen die drei Ex Eigentümer ist verzeichnet, dass ein Memorandum vom 22. Oktober 2014 gefunden wurde, in dem einer dieser das illegale Schema erklärt und selbst unterzeichnet. Es wurden zudem 40.000 Rechnungen für die ersten Raten der fiktiven Kredite ausgedruckt, um der Geschichte mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Das IT System hat nur einer kleinen Gruppe Zugang zu den gefälschten Daten gegeben. Insgesamt 8 Personen wusste von dem Betrug, laut getätigter Anzeige.

Das Kunden ihre Kredite nicht zurückzahlten, wie abgesprochen, sorgte für eine recht negative Einstufung an der Börse. Die Rating Agentur Feller Rate verlieh Electro Fácil nur ein E py (-), was als besonders risikoreich gilt. Schon 2013 arbeiteten die Eigentümer an einem System um ihre Einstufung zu verbessern, ohne das Kunden pünktlicher zahlen mussten.

Laut Anwalt Granada Salaberry hat Staatsanwältin Esmilda Álvarez genug, um die ehemaligen Eigentümer von Electro Fácil anzuklagen.

Wochenblatt / Última Hora

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8 Kommentare zu “Glauben und wissen

  1. Bei aller durchtriebenen Schläue erhebt sich doch die Frage, wie dumm muß man eigentlich sein zu glauben, daß der Betrogene diesen Schwindel nicht entdecken würde.

    1. Das ist den Eigentümern doch egal. Sie haben ja das Geld und mit einem Teil von dem Geld können sie sich schon die Freiheit kaufen (davon gehen sie zumindest aus). Wir sind in Paraguay, wo du für 200 000$ bei Mord frei kommst wie man hört…

    2. Wahrscheinlich hat der Käufer gar nicht richtig vor dem Kauf geprüft. Auch ein Verlustgeschäft kann für einige „ Betrogene“ gewinnbringend sein.

    3. Vermutlich hatt man mit einer richtigen tiefen Prüfung nicht gerechnet, machen die nicht viel zu Teuer!
      Man kann alles im Sande verlaufen lassen, Beweise vernichten wenn man es richtig macht.Nur die Herren waren zu schlau dafür.Jetz zahlen sie die Zeche und kaufen sich vermutlich frei.

  2. Bei aller druchtriebenen Schläue wärs doch sicher sinnvoller, auf Schulden zu verzichten und lieber vorher zu sparen, aber das machen wir lieber so wie die Amerikaner, denn die sind ja soo cool?

  3. Wie dumm muss man eigentlich sein, eine Firma zu kaufen, welche man nicht durch eine Wirtschaftsprüferkanzlei hat auf Herz und Nieren prüfen lassen?

    1. Wie wahr, wie wahr, dennoch kann ein Betrug sehr lange unentdeckt bleiben wie uns Enron und Wordlcom aus den USA lehren.

    2. Wirtschaftsprueferkanzlei!! Eine Paraguayische Kanzlei? Da waere der Verlust noch groesser um den Betrag der Kosten die diese Kanzlei fuer diese „Pruefung“ verlangt haette…..

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