Asunción: Die Unterzeichnung des historischen Freihandelsabkommens zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union könnte die Exporte paraguayischer Forstprodukte verdoppeln und massive Investitionen ins Land locken. Dies betonte Cristina Goralewski, Präsidentin der Nationalen Forstbehörde (Infona).
Das Abkommen, das letztes Wochenende im Beisein der Zentralbank von Paraguay offiziell besiegelt wurde, aber noch vom Europäischen Gerichtshof abgesegnet werden muss, beendet eine über 25-jährige Verhandlungsphase. Für Paraguay bedeutet dies einen privilegierten Zugang zum europäischen Markt. Besonders Produkte mit hoher Wertschöpfung, wie Sperrholz und Eukalyptus-Furniere – die vor allem in der Möbelindustrie gefragt sind –, sollen künftig verstärkt nach Europa exportiert werden.
Goralewski erklärte im Interview mit dem Sender GEN, dass der Vertrag Türen für ausländische Investitionen und Technologietransfer öffne. „Sperrholz macht fast 95 % unserer Exporte in diesem Bereich aus. Das Abkommen wird nicht nur die Nachfrage steigern, sondern auch die Frachtkosten senken“, so die Infona-Chefin.
Nachhaltigkeit als Standard, nicht als Hürde
In Bezug auf die strengen Umweltauflagen der EU gab sich Goralewski zuversichtlich. Der paraguayische Forstsektor erfülle bereits jetzt höchste Nachhaltigkeitsstandards, einschließlich internationaler Zertifizierungen wie FSC. „Wir exportieren seit Jahren in anspruchsvolle Märkte wie Großbritannien. Dank unserer Rückverfolgbarkeitssysteme können wir die Herkunft jedes Produkts genau bestimmen. Nachhaltigkeit ist für uns keine neue Herausforderung, sondern gelebte Praxis“, stellte sie klar.
Rekordjahr 2025 und Großprojekte
Die Forstwirtschaft in Paraguay schloss das Jahr 2025 mit einem Exportrekord von über 100 Millionen US-Dollar ab. Das Abkommen stärkt zudem die Rechtssicherheit für Großprojekte wie das Zellstoffwerk Paracel in Concepción. Laut Goralewski festigt dies Paraguays Ruf als sicheres Ziel für produktives Kapital und bietet Zugang zu einem Markt mit Hunderten Millionen zahlungskräftigen Konsumenten.
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