Gruppe Cartes verbindet Zuccolillo mit Zigaretten-schmuggel

Nachdem in der vergangenen Woche Unternehmer in São Paulo, Brasilien, gegen den Zigarettenschmuggel aus Paraguay demonstrierten, nahm der Geschäftsführer von Tabacalera del Este SA (Tabesa), José Ortiz, gegenüber der Zeitung Última Hora Stellung.

Er nannte die Behauptung, dass die Firma des Staatspräsidenten Horacio Cartes etwas mit Schmuggel zu tun hätte eine „alte Geschichte“. Er machte die Firma Mercurio SA mit verantwortlich, diese stelle nämlich die Zigarettenschachteln her. Besitzer von Mercurio ist Aldo “Acero” Zuccolillo, einer der reichsten Paraguayer, dem unter anderem die Tageszeitung ABC Color gehört.

Dieser Hinweis erklärt sich damit, dass die meisten Zigaretten aus der Fertigung von Tabesa in Schachteln wandern, die für den Export bestimmt sind und nicht den paraguayischen Gesetzen entsprechen.

Tabesa produziere was der Markt verlange, sagt Ortiz, der gesamte Absatz erfolge in Paraguay. Es gäbe keinen Grund, warum sich die Firma dafür interessieren sollte, was nach dem Verkauf der Glimmstängel passiere, sagte der Geschäftsführer. Die Zeitung 5días bat ebenfalls um ein Interview mit Ortiz, dieser lehnte jedoch aus Zeitgründen ab.

Nach Darstellung eines Industrieverbandes aus São Paulo habe der Schmuggel von paraguayischen Zigaretten nach Brasilien im vergangenen Jahr um 15% zugelegt. Seit 2005 seien mehr als 300 Millionen Zigarettenschachteln unversteuert aus Paraguay nach Brasilien gelangt.

Bei der Demonstration am 3. März vor dem Regionalparlament waren Schilder wie ein Konterfei von Cartes mit der Unterschrift „Unser Held, unser Präsident“ zu sehen. Die meisten Plakate waren ironischer Natur, zum Beispiel: „Macht beim Zigarettenschmuggel mit, der schnellstwachsenden Industrie im Land“.

Quelle: 5días