Indonesien, Holland, Deutschland und dann nach Paraguay

Es gibt unzählige Beispiele von Einwanderern, sei es positiv oder negativ. Das nun folgende ist erzählenswert, denn es beschreibt eine wundersame Vergangenheit und exotische Kochkunst.

2012 kamen Natalie und Alex Truven nach Paraguay und kauften sich knapp fünf Hektar Land um sich einen Traum zu verwirklichen Sie wollte mit Pferden und Tieren arbeiten, er wollte indonesisch kochen. Schon in Deutschland suchte das Paar nach geeigneten Objekten, aber nach einem Urlaub in Paraguay wurde ihnen klar, sie müssen hierher und so blieben sie auch sesshaft.

Die Mutter von Alex Truven ist Indonesierin. In den 50er Jahren wanderte sein Großvater von Indonesien nach Holland aus, nachdem die Kolonisierung von den Niederlanden aufgegeben wurde. Die holländische Grenze liegt nicht weit von Aachen entfernt und es kam wie es sollte, die Mutter von Alex Truven fand einen deutschen Mann, aus der Beziehung ging Alex hervor. Die Wurzeln der indonesischen Kochkünste wurden ihm in die Wiege gelegt und er setzte diese in Paraguay um, nachdem er von seiner Mutter schon viel gelernt hatte. Das Restaurant heißt Alex und liegt bei Capi´i, im Departement Guairá und besteht seit mehr als drei Jahren.

Beide, Natalie Truven und Alex, er ist 46 Jahre alt, haben sich entschieden nur an drei Tagen in der Woche zu öffnen, von Freitag bis Sonntag. In der anderen Zeit lehrt er die fernöstliche Kampfkunst Wing Tsun und sie gibt Reitunterricht. „Ich wollte schon immer gerne kochen, auch für Gäste. Wir bauten unser Haus so um, dass ein Gastronomiebetrieb möglich wurde. Die indonesische Küche ist vielfältig, einfallsreich und vor allem gesund“, sagte Alex Truven. Er fügte an, so ein Experiment zu wagen, sei in Paraguay schon gewagt gewesen, aber nun wäre der Erfolg eingetreten.

„Es gibt jede Woche zwei bis drei Tagesgerichte und eine Standardkarte. Alle Bilder von Gerichten, die auf der Facebook Seite erscheinen, sind Originale“, erklärte Alex Truven und betonte, das Fleisch würde von regionalen Erzeugern bezogen, die er selber aufsuche. Das Gemüse stamme aus biologischem Anbau von Kleinbauern in den Ybytyruzú Bergen. Andere asiatische Produkte und Zutaten bezieht Truven aus Asunción, insbesondere die Gewürze.

Alex Truven hat eine Küche, in der bis zu acht Woks gleichzeitig zum Einsatz kommen. „Jedes Gericht wird frisch hergerichtet. Wenn also viele Leute im Restaurant sind, kann es schon mal eine Weile dauern bis jeder Gast sein Essen bekommt, die meisten akzeptieren das“, sagte er. Bezüglich der Schärfe eines Gerichts betonte Truven, dass der Gast frei wählen könne und vor der Bestellung nur Bescheid sagen müsse.

Den Service macht seine Frau, in Spitzenzeiten hilft André Walden mit, er ist ein Freund der Familie und hat auch das Organisatorische nach außen hin übernommen, wie zum Beispiel die Pflege der Facebook Seite und deren Bilder. Er greift ebenfalls mit Ratschlägen ein, wenn es um infrastrukturelle Verbesserungen geht. Mittlerweile hat sich das Publikum gewandelt. Nachdem Einheimische zuerst von der exotischen Küche erst einmal Abstand nahmen nimmt deren Anteil stetig zu, sogar aus Asunción kommen viele Leute. „Die deutschen Gäste haben wenig Zeit, es muss alles schnell gehen. Paraguayer genießen einen Ausflug zum Mittag- oder Abendessen“, sagte Alex Truven. Das soziale Verhalten ist auch erwähnenswert. „Das Personal in der Küche stammt aus der näheren Umgebung. Sie bekommen alle ein Mittag- und Abendessen. Bis jetzt hat mich noch keiner im Stich gelassen“, sagte Alex Truven.

Für 10 Personen oder mehr öffnet das Restaurant Alex auch an anderen Tagen in der Woche, nach vorhergehender Reservierung. Für den kommenden Winter wurde in der Gaststube ein Kaminofen eingebaut, damit es den Gästen nicht zu kalt wird. „Die Besucher wollen Gemütlichkeit, ich als Koch auch. Deshalb wird in Kürze in der Küche eine Dunstabzugshaube eingebaut, die Klimaanlage ist schon installiert. Wenn acht Flammen auf den Gasherden an sind, kann es schon ganz schön heiß werden“, sagte Truven.

Das Restaurant Alex hat Freitag bis Sonntag von 11:30 Uhr bis 22:30 Uhr durchgehend geöffnet. Sie finden hier die genaue Lage und weitere Informationen.