Itaipú Gewerkschaft droht mit Streik wenn weiter gegen Ex-Direktoren ermittelt wird

Asunción/Hernandarias: Die Gewerkschaft der Angestellten des Itaipú Wasserkraftwerkes (Steibi) beantragte beim neuen Direktor, Franklin Boccia, dass dieser den Strafprozess wegen der Veruntreuung der Rentenkassengeldern aussetzen soll. Der damals entstandene Schaden beträgt 170 Millionen US-Dollar. Falls er ihrem Antrag nicht nachgibt, so erklärten sie, werden sie streiken.

Laut internen Quellen hat die mächtigste Gewerkschaft im zweistaatlichen Wasserkraftwerk dem neuen Chef ein Dokument zugestellt indem sie fordert, gegen die verantwortlichen Ex Direktoren die Anklage niederzulegen. Einer der Beschuldigten, Víctor Bogado Núñez, ist der Neffe eines Richters vom Obersten Gerichtshofes.

Vor zwei Wochen, noch unter der alten Leitung, kündigte der Stromerzeuger an, das Rentenloch von 170 Millionen US-Dollar aus eigenen Mitteln zu füllen, damit Pensionäre keine Nachteile zu spüren bekommen.

Vor wenigen Jahren spekulierten Ex Direktoren mit den Einlagen der Rentenkasse (Cajubi) und verloren dabei alles während sich wenige Leute in Kanada und Venezuela/Großbritannien ein luxuriöses Leben leisten konnten.

Die Gewerkschaft Steibi fordert ebenso die Wiedereinsetzung des juristischen Direktors Diego Bertolucci auf dessen Posten nun Eusebio Ramón Ayala sitzt.

Bertolucci hatte schon einen Deal vorbereitet wodurch die involvierten Ex Direktoren durch eine Geldstrafe davonkommen. Diego Bertolucci, ein Mitglied der „Víctor Nunez“, wie auch alle Gewerkschaftsmitglieder, die von ihm vertreten werden.

„Es ist eine Schande was mit der großen Geldsumme passiert ist die in Händen von Direktoren war. Wir werden schauen was wir tun können, um zumindest teilweise das Geld zurückzubekommen“, sagte Franklin Boccia.

Am gestrigen Donnerstag wurde eine neue Anhörung zu der die Angeklagten erscheinen sollten abgesagt. Den Ex Direktoren werden betrügerische Operationen vorgeworfen.

Neben dem Ex Präsident der Cajubi Víctor Bogado Núñez sind es die Ex Direktoren Mariano Damián Escurra, Aurelio Ramón Sosa, Félix Bautista Villamayor, José Salvador Alonso, José Szwako Demiañuk, Walter Elías Delgado und Ricardo Antonio Pereira, die angeklagt wurden.

Auch César Amílcar Bejarano, Pabla Mieres, Cibar Enrique Insfrán, Gustavo Duré, Edgar Rolando Mengual, Marcelo Barone und Elizabel Vázquez Galiño stehen im Blickfeld der Staatsanwaltschaft.

(Wochenblatt / Abc)

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2 Kommentare zu “Itaipú Gewerkschaft droht mit Streik wenn weiter gegen Ex-Direktoren ermittelt wird

  1. Wenn Franklin Boccia sagt, er werde alles versuchen um einen Teil des Geldes zurück zu bekommen, dann hat er bereits gelogen. An diesem Diebstahl dürften einige sehr enflussreiche Personen beteiligt sein, daher wird wohl niemand schlussendlich zur Verantwortung gezogen werden. Es geht jetzt darum wie man die Sache, ohne grosse Aufregung in der Öffentlichkeit, einschläfern kann.

  2. Was ist denn das für ein Desaster? Wenn 170 Mio. USD „abhanden“ gekommen sind, so muss die Justiz von Amtes-wegen ermitteln. Die Verantwortlichen der Veruntreuung dürfen doch nicht einfach ihre Tätigkeiten in einem anderen Betrieb weiterführen. Offensichtlich begnügt man sich damit, dass die (ex-)Direktoren einfach ihren Job verloren haben und möchte nun einfach wieder die Kasse auffüllen. That was it.
    Wenn ich also ein Bank überfalle und nach einer Zeit erwischt werde, so muss ich einfach das Geld wieder zurückgeben und das wars!?
    Wohin es führt, Kriminellen nicht ihrer gerechten Strafe zuzuführen, sieht man am Beispiel der Schweizer Banken. Im Falle von Geschredderten Nachrichtenlosen Judenkonten, liebevoll „Opfer des Holocaust“ genannt, kam es zu keinen Verurteilungen von Bankmanagern, mit der Konsequenz, dass Schweizer Banken alle zwei Jahre wieder vor Gericht stehen, etwa in den USA.
    Im Falle von Geschredderten Nachrichtenlosen Judenkonten, welche gemäss dem damaligen Bundesrat Cotti eine Straftat darstellten und 1996/97 ans Tageslicht kamen, war Nikolaus Senn Oberster UBS-Banker: Heute eine angesehene Person in der Schweiz, dessen Weste rein wie mit Ariel gewaschen aussieht.
    Dabei dachte ich immer, dass es in der Justiz, etwa bei Kaugummi-Dieben, heisst: „Wenn Kriminelle nicht bestraft werden, so tun sie es immer wieder.“.
    Aber es kommt offensichtlich darauf an, ob man als kleiner Mann eine Straftat begeht oder ob man im Beamten-, Militär- und Wirtschaft-Filz bestens eingebettet ist!

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