Asunción: „Die einzige Lösung gegen das Elend von Verwahrlosung und Tierquälerei ist die Kastration“, betont Héctor Rubin, Direktor der nationalen Tierschutzbehörde. Das Land habe in puncto verantwortungsvolle Tierhaltung noch erheblichen Nachholbedarf. Um dem Problem entgegenzuwirken, organisiert die Behörde die Aktion “Castratón 2026“, baut das Versorgungsnetz aus und treibt den Bau des ersten öffentlichen Veterinärkrankenhauses voran.
Großangelegte Kastrationskampagne “Castratón 2026“
Nach dem Erfolg im Vorjahr mit knapp 2.600 Eingriffen wird die Aktion dieses Jahr erweitert:
-24. und 25. September: Kastrationsaktionen in Asunción und dem Departement Central.
-1. und 2. Oktober: Einsatz mobiler Einheiten im Landesinneren.
Interessierte Tierhalter können Anträge in Kürze über die Social-Media-Kanäle der Behörde (@Defensaanimalpy) einreichen. Rubin betont, dass frei umherlaufende Haustiere nicht nur ein Tierschutzproblem darstellen, sondern auch eine Gefahr für den Straßenverkehr: Allein in dieser Woche kamen drei Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, die durch auf die Fahrbahn gelaufene Tiere verursacht wurden.
Erstes öffentliches Tierkrankenhaus geplant
In Luque entsteht auf einem gespendeten Grundstück das erste öffentliche Veterinärkrankenhaus des Landes. Nach Abschluss der Genehmigungsverfahren soll der Bau Ende 2027 fertiggestellt sein. Ähnliche kommunale Initiativen gibt es in Loma Plata (Chaco) mit einem 7.000 Quadratmeter großen Areal sowie in Mariano Roque Alonso, wo Auffang- und Pflegestationen entstehen.
Kommunen in der Pflicht
Rubin lobte Gemeinden wie Ciudad del Este, Fernando de la Mora, Villa Elisa, San Antonio und Nueva Italia, die gemäß dem Tierschutzgesetz bereits eigene Tierschutzreferate eingerichtet haben. Ausgerechnet die Hauptstadt Asunción hinkt hier jedoch noch hinterher. Mit aktuell nur 29 Amtsveterinären ist die nationale Behörde auf die Kooperation mit den Kommunen und lokalen Tierschutzvereinen angewiesen.
Im Rahmen des aktuellen Tierschutzgesetzes wurden zwar bereits über 100 Bußgelder wegen Tierquälerei verhängt, allerdings begleichen bisher nur etwa 12 % der Betroffenen die Strafen, da viele aus sozial schwachen Verhältnissen stammen. Die Behörde prüft daher alternative Sanktionsmöglichkeiten, um das Bewusstsein für den Tierschutz nachhaltig zu schärfen.
Wochenblatt / Medios Del Estado















