Illegale Verlosungen auf Social Media: Behörden warnen vor uneingelösten Gewinnversprechen

Asunción: Der Präsident der nationalen Glücksspielkommission (Conajzar), Carlos Liseras, schlägt Alarm: Im ganzen Land mehren sich Fälle von illegalen Tombolas und Online-Verlosungen. Wie Liseras gegenüber Journalisten erklärte, werden bei diesen Auslosungen extrem hochwertige Gewinne – darunter Neuwagen, Motorräder, Motorboote und Quads – ausgelobt, ohne dass eine nationale Genehmigung vorliegt.

Nach Angaben der Behörde verfügen landesweit lediglich vier Unternehmen über eine offizielle Conajzar-Konzession zur Durchführung kommerzieller Verlosungen auf nationaler Ebene. Diese Betriebe zahlen hohe Abgaben und unterliegen strenger behördlicher Kontrolle.

Kommunen überschreiten ihre Befugnisse

Ein Hauptproblem liegt laut Liseras bei einzelnen Kommunalverwaltungen, die eigenmächtig Genehmigungen erteilen, welche ihre gesetzlichen Kompetenzen weit überschreiten. Zwar erlaubt das Gesetz 7438 (Artikel 23, Absatz C) den Gemeinden die Zulassung lokaler Tombolas für soziale, sportliche oder kirchliche Zwecke sowie rein lokaler Handelsrifas. Dies gelte jedoch strikt nur innerhalb der jeweiligen Gemeindegrenzen.

Sobald Verlosungen über soziale Netzwerke, WhatsApp, Telegram oder Websites beworben werden, überschreiten sie das Gemeindegebiet und fallen automatisch unter die ausschließliche Zuständigkeit der Conajzar.

Influencer im Visier der Ermittler

Besonders in Hochburgen wie Ciudad del Este (Alto Paraná) sowie im Departement Central zeichnet sich ein Muster ab: Bürgermeister stellen Genehmigungen für lokale Verlosungen aus, die anschließend von bekannten Influencern mit großer Reichweite landesweit vermarktet werden.

„Viele Influencer bewerben diese Rifas und verlosenden Luxusfahrzeuge oder Boote. Das ist illegale Glücksspiel-Ausbeutung und damit eine Straftat“, betonte Liseras. Da diese Anbieter keine oder nur minimale Abgaben zahlen, führt dies zu erheblicher Steuerhinterziehung. Zudem gibt es ohne behördliches Regelwerk keinerlei Garantie, dass die Preise tatsächlich an die Gewinner übergeben werden.

Die Conajzar kündigte in Zusammenarbeit mit der Steuer- und Zollbehörde (DNIT) sowie der Staatsanwaltschaft Razzien und rechtliche Schritte gegen die Betreiber und werbenden Influencer an.

Wochenblatt / Ultima Hora / Beitargsbild Archiv

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