Asunción: In den sozialen Netzwerken sind die sogenannten “Frutinovelas“ berühmt geworden. Sie ziehen sowohl Erwachsene als auch Kinder in ihren Bann, doch Experten warnen nun davor, dass diese Inhalte Kinder aufgrund ihrer Darstellung hypersexualisieren können. Eltern werden dringend dazu aufgerufen, den Medienkonsum ihrer Kinder zu kontrollieren, um spätere psychische Folgen zu vermeiden.
Laut dem Kinderarzt Robert Núñez befinden wir uns in einer Ära, in der Kinder verbotene Inhalte direkt in ihrer Handfläche abrufen können. Er betont, dass soziale Medieninhalte wie die viralen Serien mit Obst- und Gemüse-Charakteren den Kleinsten schaden können.
„Diese Frutinovelas hypersexualisieren meiner Meinung nach. Auf den ersten Blick wirkt es kindgerecht, aber wenn man genauer hinsieht und mit den Leuten spricht, zeigt sich ein völlig anderes Bild. Es geht oft um Untreue, Frustrationen, Kämpfe, Feindschaften und Situationen für Erwachsene. Alle Charaktere stellen Körperlichkeit und Attribute zur Schau – das ist kein Inhalt für Kinder“, erklärte Dr. Núñez im Interview mit der Sendung “Dos en la Ciudad“ (Kanal Gen und Universo 970/Nación Media).
Er wies darauf hin, dass Kinder dazu neigen, Gesehenes zu kopieren, besonders in ihren ersten Lebensjahren. „Anstatt fröhlich zu sein und zu spielen, hängen sie in sozialen Netzwerken und sehen diese völlig unrealistischen Dinge, die sich stark um hypersexuelle Situationen drehen. Dabei werden Belästigung, Mobbing und andere Dinge normalisiert. Es mag lustig wirken, aber es verfestigt sich als etwas Normales“, fügte er hinzu.
Kontrolle durch die Eltern
Dr. Núñez betonte, dass die Nutzung sozialer Medien überwacht werden muss. Mithilfe von Kindersicherungseinstellungen könne man sehen, was die Kinder nutzen, da über das Handy und das Internet auch pornografische Inhalte leicht zugänglich seien.
„Elterliche Kontrolle ist sehr wichtig, um zu wissen, worauf sie Zugriff haben und was sie gerade durchmachen. Eltern sollten sich mehr über solche Kontrollmöglichkeiten informieren; ihre Anwendung ist ein wertvoller Beitrag zur Erziehung. Zudem müssen sie sich mit ihren Kindern zusammensetzen und sie aufklären“, bestätigte er.
Er räumte ein, dass die Erziehung heutzutage nicht einfach sei, da Kinder außerhalb des Hauses auf Gleichaltrige treffen und deren Verhaltensmustern folgen. „Man muss manchmal konsequent und hart sein, denn am Ende sehen Kinder ihre Eltern immer als Spiegel an“, stellte er fest.
Andere Formen der Hypersexualisierung
Der Mediziner fügte hinzu, dass Hypersexualisierung auch fernab von Bildschirmen stattfinden kann, etwa durch die Kleidung. „Ein Beispiel ist, einem kleinen Mädchen ein bauchfreies Top anzuziehen und es wie eine Erwachsene zu kleiden. Wir müssen Kinder Kinder sein lassen und ihnen ermöglichen, ihre natürliche Entwicklung zu durchlaufen“, mahnte er.
Er versicherte, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der es um die psychische Gesundheit nicht zum Besten steht, weshalb man Kinder schützen müsse. „Wir wissen, dass Belästigung und Missbrauch oft im familiären Umfeld vorkommen, deshalb müssen wir über unsere Söhne und Töchter wachen. Letztendlich sind sie das Spiegelbild dessen, was wir ihnen beibringen“, schloss er ab.
Wochenblatt / La Nación















