Kulturschatz in Gefahr: Warum die Restaurierung der Holzkirche von Yaguarón eine Million US-Dollar kostet

Yaguarón: Bescheiden von außen, aber im Inneren so voller Geschichte, dass ihre Restaurierung fast eine Million US-Dollar wert ist: Das ist die Kirche San Buenaventura in Yaguarón. Die zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert errichtete Kirche im Departement Paraguarí ist ein Zeugnis der Verschmelzung von guaranitischer und spanischer Kultur sowie ein Symbol der paraguayischen Identität.

Kulturerbe als Impulsgeber

„Wir glauben, dass die Kirche eine äußerst interessante Attraktion für den Wirtschaftskreislauf sein wird“, erklärte Cynthia Melgarejo, Koordinatorin des Regierungsprogramms “Tekorenda“. Das Ziel sei es, das Erbe nicht nur als Raum für sozialen Zusammenhalt zu sehen, sondern auch als Motor für die wirtschaftliche Dynamik und Entwicklung der Gemeinschaft.

Besucher finden im Inneren beeindruckende, handgefertigte Holzschnitzereien, die zwischen 1755 und 1772 unter der Leitung von Franziskanern und nach Entwürfen des portugiesischen Meisters José de Sousa Cavadas entstanden sind. Die Kirche steht zudem auf der Vorschlagsliste der UNESCO für das Weltkulturerbe.

Eine einzigartige, aber gefährdete Struktur

Die Holzstruktur der Kirche macht sie zu einem Unikat, “möglicherweise weltweit“, so María José Diez von der Spanischen Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit (AECID), die das Projekt technisch unterstützt. Die Restaurierung ist dringend notwendig: Die strukturellen Bögen sind stark von Termiten befallen, und frühere Restaurierungsversuche im Jahr 2015 führten teilweise zu Schäden an den empfindlichen Farbfassungen und dem goldenen Altarretabel.

Ein Volk bewahrt sein Erbe

Als Präsident Santiago Peña die Investition ankündigte, war ursprünglich geplant, eine kleine Gruppe von Anwohnern in Restaurierungstechniken auszubilden. Das Interesse übertraf alle Erwartungen: Statt der erwarteten Handvoll Freiwilliger meldeten sich 70 Personen aus Yaguarón.

„Das gibt uns die Gewissheit, dass dies nicht mit einer Restaurierung endet, sondern dass wir die technischen Kapazitäten vor Ort installieren“, betonte Diez. Die Bewohner seien entschlossen, ihr wichtigstes Denkmal langfristig selbst zu erhalten. Das Projekt wird neben dem paraguayischen Staat und der AECID auch von dem binationalen Wasserkraftwerk Itaipú, der CAF und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen unterstützt.

Wochenblatt / Ultima Hora / Beitragsbild Archiv

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