Landbesetzung in der Provinz Cordillera

Eusebio Ayala: Wer annahm, dass Besetzungen durch landlose Bauern oder Carperos nur in Alto Paraná, Canindeyú und San Pedro vorkommen hat sich leider getäuscht. Das Landproblem ist in allen Provinzen vorhanden und zeigt sich deswegen auch überall.

Seit gestern besetzen 37 bewaffnete Familien ein Grundstück von 396 ha in der Ortschaft Eusebio Ayala, welches nach ersten Angaben dem Präsident der südamerikanischen Fußballföderation (CSF), Nicolás Leoz, gehören soll.

Die Carperos fordern vom Institut für ländliche Entwicklung (Indert) den Kauf der Ländereien, den die Familien mit Waffengewalt bis dahin verteidigen wollen.

Luis Ortigoza, Vorsitzender des Indert, informierte darüber, dass das Grundstück nicht erworben werden kann, da die Erben des alten Eigentümers, der beabsichtigte es zu verkaufen, nicht mehr zur Verfügung stellen. Inwiefern Leoz Eigentümer oder Teilhaber ist, kann derzeit nur spekuliert werden.

Bernardo Mancuello von der Liga der Carperos aus Cordillera sagte, dass sie bis zum Tod die Ländereien verteidigen werden. Eine Räumung des Grundstücks würde mit einem Blutbad enden, warnte er. Mancuello, der die Unterstützung der Nationalen Liga der Carperos (LNC) hat, verweist auf eine bald beginnende Demonstration vor dem Gelände bei der rund 1.000 Teilnehmer erwartet werden.

Mancuello versichert den Mitarbeitern der Presse, dass der Eigentümer der 84-jährige Leoz ist. „José Luis González Mafiado bot es öffentlich zum Verkauf an und verkaufte es erneut an Nicolás Leoz“, so Mancuello. In einer konfusen Erklärung versicherte er auch, dass Ricardo Rodríguez ein weiterer Eigentümer ist, der es dem Indert zum Kauf angeboten hat. Das Institut jedoch erkennt dieses Angebot nicht an.

„Wir sind nicht ganz so ignorant, erst nach 60 Tagen kann man das Grundstück überschreiben aber in dieser Geschichte hier gibt es drei neue Eigentümer, sagte der Landlosenanführer.

Er versprach jeder Familie 10 ha Land wenn das Ziel erreicht ist. „Hier können die Behörden uns nur als Leichen wegschaffen. Wir sind bewaffnet“, sagte Mancuello in einem furchteinflößenden Ton.

„Seit langem schon hat uns die Regierung keinen Gefallen mehr getan“, hob Mancuello hervor.

(Wochenblatt / La Nación)

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14 Kommentare zu “Landbesetzung in der Provinz Cordillera

  1. Zwei Hundertschaften Armee, dazu 3 Schützenpanzerwagen und die Landbesetzung ist zu Ende. Solange sich der Staat alles gefallen läßt, wird dieser Wahnsinn nie ein Ende haben. Aber einmal ein deutliches Zeichen setzen – und die Aufschreie der Nachbarstaaten ignorieren….

    In Mitteleuropa gibt es nicht einmal 50% Grundstückseigentümer – auch wenn man das schlecht vergleichen kann. Aber hier wollen diese bewaffneten Horden doch nur den Boden ergaunern, um ihn dann meistbietend an Europäer zu verhökern.

    1. So soll ihrer Meinung nach die Lösung der Probleme aussehen? Was für ein Schwachsinn kann man da nur sagen.
      Ich Glaube Kriegshetzer brauchen wir hier in Paraguay keine.

  2. Wie lange eigentlich , will sich der Staat das noch gefallen lassen ?

    Mir hat es die Sprache verschlagen.
    Diese absolute Bereitschaft zur Gewalt .
    Bitte wo soll das enden ?
    Ich bin fassungslos !!

    Kein Staat dieser Welt würde sich das bieten lassen .

    Einen herzlichen Dank an Herrn LUGO .Er hat seinem Land wirklich gute Dienste geleistet .

  3. Radagast der Nicht-Braune

    Antworten

    Daß die Landlosen teilweise mafiös organisiert sind und Land tatsächlich dann einfach nur wieder überteuert an dumme Ausländer verkloppt wird – ist eine Sache.

    Aber „wie lange will der Staat sich das noch gefallen lassen“???
    Kein Staat dieser Welt hat eine Daseinsberechtigung, dagegen haben Menschen Anspruch auf Lebensraum.

    Ein Staat, in dem über 90% der Landfläche in den Händen von wenigen Dutzend Eigentümern sind, wird sich noch viel mehr gefallen lassen müssen, solange nicht irgendwann einmal eine sinnvolle Landreform auf den Weg gebracht (und durchgeführt) wird… die Duldsamkeit der Paraguayos ist wirklich nur zu bewundern.

    1. Hallo Radagast,
      wie recht Du hast.
      Es wird sofort auf die armen Teufel eingeprügelt, manachmal ja auch zu recht.
      Aber über die vielen reichen Gauner, die sich durch ihre Beziehungen unrechtmäßig Land angeeignet haben, wird nur gelächelt, wie schlau die sind und den Staat hinten und vorne betrügen.
      Sollte da die Armee nicht auch mal eingeschaltet werden?
      Gleiches Recht für alle.
      Viele Kommentatoren sind auf einem bestimmten Auge blind

  4. @Radagast

    „Kein Staat dieser Welt hat eine Daseinsberechtigung“

    Wunschdenken. Die Staaten dieser Welt haben als höchstes Ziel, die Eigentumsrechte zu sichern. Also sicher zu stellen, daß die besitzende Minderheit vor der besitzlosen Mehrheit geschützt wird.

    Dies ist gleichermaßen im Kapitalismus und im Sozialismus/Kommunismus der Fall. Die Namen sind nur anders.

    Von daher kann man erwarten, daß ein Staat in solchen Fällen mit der gebotenen Härte vorgeht. In den USA etwa wäre der Vorschlag von Heiko binnen kürzester Zeit umgesetzt worden. Nicht anders auch in Frankreich oder Spanien oder Russland oder China oder oder oder das ist vollkommen normal in unserer „freien“ Welt.

  5. seid wann kann man Unrecht mit Unrecht aufrechnen…..

    wenn ich lese für jede Familie 10 ha….

    warum sollen die denn noch arbeiten ???

    kleine bescheidene Frage von mir 🙂

    dann haben sie das Land….und dann müssen die Landbesetzer nachweisen / beweisen, das sie es für ihre Zwecke benutzt haben, bearbeitet haben und dann können sie es nach einem gewissen Zeitraum verkaufen !!!!

    bischen ein Papierkram, im Behördendschungel aber mit dem nötigen Schmiergeld läuft das sehr gut 🙂

  6. wünschen wir uns nicht, das eines Tages unsere Häuser besetzt werden….

    wo sollte denn noch eine Grenze sein …..wenn die Hemmschwellen weg sind ????

    dann möchte ich einige hier gerne lesen 🙂

    allen eine gute Nacht, hoffe wir können ruhig schlafen *

  7. Na klar, 10 Hektar pro Familie, und wer soll die bearbeiten ?
    Die sind doch angeblich alle soooo arm !
    Vor allem deren verbrecherische Anführer, die erstmal von allen Beteiligten pro Monat eine „Einschreibesumme“ verlangen, ohne die sie gar nicht bei der Verteilung berücksichtigt werden.
    Wer nicht bezahlt, wird aus der Liste gestrichen.
    Kommt es dann tatsächlich zur Landverteilung werden zuerst mal alle Bäume gefällt und verkauft und dann was sich sonst noch zu Geld machen läßt.
    Das geplünderte Stück Land wird dann verkauft, das Geld dafür verpraßt und kurz darauf sitzen die „armen Landlosen“ beim nächsten Grundstück und warten darauf, daß sie ein Geschenk vom Staat bekommen.

    Der Staat müßte derart verteiltes Land unter Verkaufsverbot stellen, zumindest für 20 Jahre, denn dann würden wirklich nur noch solche Menschen ein Grundstück verlangen, die auch tatsächlich darauf leben und arbeiten wollen und nicht nur auf schnelles Geld aus sind.

    Und an die Ländereien der wirklich „Großen“ trauen die sich sowieso nicht ran, ob nun rechtmäßig erworben oder nicht, denn da wissen sie, die lassen sich nicht die Butter vom Brot nehmen.

    Sie besetzen nur solche Ländereien,bei denen sie erwarten, daß die Eigentümer sich nicht wehren (können) und/oder die Staatsgewalt nicht eingreift.

  8. Ich schlage vor, gebt den „Landlosen“ Land zur Nutzung.
    Damit meine ich nicht Eigentum, sondern Pacht zum Nulltarif. Dann wird sich doch recht schnell zeigen, wer Lust zum Arbeiten hat und wer nicht. Ich tippe mal, dass recht Wenige ihr zur unentgeltlichen Nutzung bekommenes Land zu der Versorgung ihrer Familien nutzen werden.

  9. @ Buchholz

    doch ……die sitzen dann Terere trinkend auf ihrem Land und warten bis der liebe Gott was wachsen lässt

    *Ironiemodus aus *

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