Maniok-Bauern verhandeln mit Mennoniten über höheren Preis

Repatriación: Die Bauern der Zone, die Maniok anbauen, sperrten an den zwei Feiertagen dieser Woche diverse Wege und richteten ein Chaos an. Jetzt kommt es zu Verhandlungen, die auf gutem Wege sind.

Angeblich investieren Maniok-Bauern rund 5.500.000 Guaranies in den Anbau pro Hektar. Durch den niedrigen Einkaufpreis des der Firma Codipsa, die daraus Stärke herstellt, kommt man auf nur 3.500.000 Guaranies Einnahmen, was ein Verlust von 2.000.000 Guaranies bedeutet.

Nach dem Protest setzten sich die Aktionäre der Firma, Dionisio Hildebrand, Dietrich Bergen und Johann Heinrich mit Vertretern der Bauern und dem Vizeminister für Landwirtschaft, Nicasio Romero, zusammen, um über Lösungen nachzudenken. Dabei wurde vorgeschlagen, dass die Firma temporär 300 Guaranies mehr por Kilogramm zahlt, während der Staat 200 Guaranies übernimmt.

Beschlossen ist noch nichts, dennoch bewerteten die Vertreter der Bauern das Treffen als sehr positiv, da sie zum ersten Mal respektvoll von den großen Protagonisten aus der Kolonie Sommerfeld angehört wurden. Weiterhin halten sich die Bauern alles offen, demnach aus erneut die Wege zu schließen.

Wochenblatt / Repatriacion Gua Informate

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10 Kommentare zu “Maniok-Bauern verhandeln mit Mennoniten über höheren Preis

  1. Es ist ein Graus: Wann immer der Staat in den Markt eingreift (ich bezeichne dies als „sozialistische Eingriffe“) kommt nur Murx (Marx) heraus. Wann wird diese Welt wieder wirklich freie Märkte haben, wo der die Verluste trägt, der das Risiko eingegangen ist um auf der anderen Seite — falls es funktioniert wie gedacht — den Gewinn einzustreichen?

  2. Solln´s doch Ihre Maniok selber fressen diese Hinterwäldler.
    Die Verhandlungen haben gerade erst begonnen.

    LG

  3. Egal was angebaut wird die Nachfrage bestimmt den Preis und wenn der Markt gesaettigt ist wie beim Maniok oder eben Almidon, stagniert die Produktion und faellt der Preis. Genau das kommt jetzt beim Yerba auch, es geht doch nicht wenn in jeder Ecke wo Kleinbauern sind neue Viveros entstehen und jaehrlich Millionen von Yerbapflaenzchen gepflanzt werden und nicht der Markt in kurzer Zeit zusammen bricht. Aber das begreifen die Kleinbauern einfach nicht und meinen sie sind wieder betrogen worden, dabei betruegen sie sich selbst.

  4. Die Wirtschaft läuft schlicht zu schnell als dass man sich noch auf was einstellen könnte. Bei dem heute so und morgen so können Einzelpersonen oder Kleinunternehmer sowieso nicht mehr mit und wenn dann nicht lange. Das muss dann wirklich schon eine Nische oder Lücke sein und das gelingt nur Menschen, die mit dem wirklichen wirtschaftlichen System klar kommen. Das sind so glaube ich nicht mehr als 20 %, wenn überhaupt. Wirklich freie Märkte? Wenn wir den 3 Weltkrieg wollen. Das will ich auch nur einen Tag sehen oder vielleicht auch nicht?

  5. Jo, beim Jammern investieren Maniok-Bauern rund 5.500.000 Guaranies in den Anbau pro Hektar, in der Steuererklärung sind sogar 11.000.000 bis 33.000.000 pro Hektar ausgewiesen und bei beim Nettoerlös ist der Betrag 500 orepy und dies seit Jahrzehnten. Trotzdem lieben sie ihren Job und machen die nächsten Jahre so weiter, auch wenn mit 500 orepy pro Hektar weder Bier, Airconditioner, SAT- und HandyAbo, Schrottauto, 5 Mio. Watt P.M.P.O Ghettoblaster, 1x Julio Iglesias CD noch Streichwürste drin liegt, dieses haben sie sich dank Einsparens der Müllabfuhrgebühr und sonstig Streuabgaben mühsam erspart, da Bier und Müllabfuhrgebühr kaum miteinander vereinbar sind.

  6. Auch in Europa sind sehr viele Produkte subventioniert, mehr als sie denken. Nur so funktioniert eine Gute Wirtschaft. Würde der Staat den Produzenten nicht unter die Armen greifen, würden die meisten aufhören zuproduzieren. Schlussfolgerung, müsste alles Importiert werden, und im Notfall haben sie nichts zu essen!!!!
    Es gäbe viele Arbeitslose mehr, die viel mehr als die Subversion kosten würde.

  7. Maniok wird mit Abschnitten der alten Pflanzen gepflanzt. Saatgutkosten 0. (Bild bei https://wochenblatt.cc/verdoppelung-der-maniok-produktion-angemahnt/ ) Die Investitionskosten berechnen sich aus den Arbeitskosten, welche die Bauern für sich selbst ansetzen. Der Maßstab dabei ist der Mindestlohn. Ggf. fallen Ausgaben für Pestizide und Werkzeuge an. Zudem ist Maniok eine pflegeleichte Pflanze ohne festen Erntezeitpunkt. Längeres Verbleiben der Pflanze im Boden ist unschädlich.
    Noch im November 2018 war nicht von einer Überproduktion die Rede, sondern wurde eine Verdoppelung der Produktion zur Deckung der Nachfrage gefordert. https://wochenblatt.cc/verdoppelung-der-maniok-produktion-angemahnt/
    Hier handelt es sich aber nicht um reine Inlandsnachfrage, da Paraguay bereits 2016 mit 50 % Exportanteil der größte Maniokexporteur Südamerikas war.
    Hans Theodor Regier, Geschäftsführer von Codipsa, der Maniokstärke verarbeitet und exportiert, erklärte, es sei dringend notwendig, den Erzeugern Geräte und Maschinen zur Verfügung zu stellen, um den Anbau profitabler betreiben zu können. „In anderen Ländern ist alles mechanisiert und Paraguay sollte sich an diesen Trend anpassen“, sagte er. Die Landwirte sehen dies ebenso und haben einen schriftlichen Antrag an den Minister für Landwirtschaft und Viehzucht, Denis Lichi, gerichtet, in dem sie die Notwendigkeit hervorheben, technische Unterstützung und dauerhafte Mittel zur Produktionssteigerung zur Verfügung gestellt zu bekommen.
    Man kann also guten Gewissens behaupten, dass die Bauern bereits in Zeiten als der Rückgang der Stärkepreises schon absehbar war zu Produktionssteigerungen unter gleichzeitiger Erhöhung der Produktivität, durch Mechanisierung und bessere Pflege (erhöhter Pestizideinsatz) animiert wurden.
    Im Endeffekt laufen die Bauern hier in die selbe Falle wie vor Jahrzehnten die europäischen Bauern, denen man durch immer neue Methoden der Produktivitätssteigerung (welche natürlich vorfinanziert werden mussten) aufzeigte wie sie ihr Einkommen erhöhen oder zumindest stabilisieren konnten. In der Folge konnten jedoch nur Großbetriebe überleben; Kleinbetriebe werden meist nur noch im Nebenerwerb bewirtschaftet.
    An diesem Nebenerwerb fehlt es in Paraguay. Ebenso kann hier der Bauer nicht mit Subventionen rechnen. Diese müssen
    zunächst in anderen Wirtschaftszweigen erwirtschaftet werden um durch den Staat verteilt werden zu können, deshalb sind Subventionen in Paraguay in jeder Hinsicht unmöglich. Staatlich verordnete Mindestpreise lassen sich nur für den inländischen Markt durchsetzen nicht aber für den Exportanteil der am Weltmarktpreis festgesetzt wird. Jede Mechanisierung in der Landwirtschaft bedeutet in Paraguay den Wegfall eines oder mehrerer Arbeitsplätze. Als einziger Profiteur bleibt der industrielle Aufkäufer.

  8. Man hat gestern ein Fest veranstaltet bis 3 Uhr morgens.
    Alle Zufrieden, Verhandlungen teilweise abgeschlossen.
    Menno´s zahlen mehr Wegerecht in Repa und gut is.
    Der Nachbar ist zufällig der Bürgermeister. Lach
    Und die Bauern bekommen nun Subvension und Fresspakete!
    Würde auch bei „Wie macht man Politik“ passen.

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