Mehrere Ärzte verschiedener öffentlicher Krankenhäuser in Paraguay haben diesen Montag im Zuge der anhaltenden Proteste und Demonstrationen für bessere Bedingungen im öffentlichen Gesundheitssystem ihren offiziellen Rücktritt beim Gesundheitsministerium eingereicht.
Über 300 Ärzte an öffentlichen Krankenhäusern haben nach Abschluss einer Woche des nationalen Ärztestreiks und ohne Einigung mit der Regierung die Entscheidung getroffen, zurückzutreten.
In diesem Zusammenhang stellte Dr. Rosanna González, Generalsekretärin der Nationalen Ärztegewerkschaft (Sinamed), klar, dass der Rücktritt der medizinischen Fachkräfte keine Erpressung darstellt.
„Das ist keine Erpressung, das ist ein Ausdruck der Unzufriedenheit der Ärzteschaft. Wir wollen, dass sie reagieren, dass sie eine Antwort geben, sowohl für die Bevölkerung als auch für uns“, erklärte sie.
González und mehrere andere Ärzte begaben sich an diesem Montag zum Sitz des Ministeriums für öffentliche Gesundheit und soziales Wohlergehen (Ministerio de Salud Pública y Bienestar Social), wo sie ein Schreiben einreichten, in dem sie ihren Rücktritt erklärten. Mehr als 300 Mediziner sind Teil dieses massiven Rücktritts.
Dr. Ernesto Waldemar Argüello Duarte, Kinderchirurg am Trauma-Krankenhaus und am Krankenhaus Acosta Ñu, beklagte indessen die Gleichgültigkeit der Behörden gegenüber den Forderungen der Ärzte.
„Ich habe meine Praxis, ich werde ein Viertel-Arzt sein und mehr verdienen, als diese Leute mir zahlen“, äußerte er und fügte hinzu, dass „Geld vorhanden ist, wo nicht gestohlen wird“.
Eine andere Ärztin erklärte, dass sie die Rücktritte von 35 Anästhesisten des Trauma-Krankenhauses überbringe.
„Aus Solidarität mit den Spezialisten für Kinderchirurgie am Krankenhaus Acosta Ñu überbringen wir auch 35 Rücktrittserklärungen von Anästhesisten des Trauma-Krankenhauses. Wir haben bei den Demonstrationen bereits gezeigt, dass dies eine völlig gerechte Forderung für alle Ärzte ist“, äußerte sie.
Die Ärzte fordern eine Gehaltserhöhung, bessere Arbeitsbedingungen, medizinische Verbrauchsmaterialien in den Krankenhäusern sowie die Bezahlung von gearbeiteten Feiertagen. Sie schlagen vor, das Gehalt bei einem Dienstverhältnis von 12 Wochenstunden von 5 Millionen Guaraníes auf 8 Millionen Guaraníes anzuheben. Eine weitere Forderung betrifft die Entfristung bzw. Abschaffung prekärer Arbeitsverhältnisse: Von den 11.000 Ärzten im öffentlichen Gesundheitssystem sind 9.000 vertraglich beschäftigt (ohne feste Planstelle).
Die Ministerin für öffentliche Gesundheit, María Teresa Barán, hatte zuvor erklärt, dass die Forderung der Ärzte kaum anwendbar sei, und verwies stattdessen auf das Laufbahnmodell im Gesundheitswesen.
Wochenblatt / Última Hora















