Asunción: 26 Jahre nach der Gründung der Vereinigung für Sicherheit auf den Straßen (SER) erinnerte deren Gründer, der Ingenieur Emilio Recalde, an den Ursprung der Organisation. Er kritisierte, dass die Verkehrserziehung trotz aller erreichten Fortschritte immer noch unzureichend sei, um die Zahl der Verkehrsunfälle und -opfer zu senken.
SER entstand nach einer Tragödie am 20. August 2000, bei der drei Jugendliche bei einem Verkehrsunfall in Valenzuela ums Leben kamen. Wie Recalde erinnerte, war das Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit unterwegs und die Opfer trugen keinen Sicherheitsgurt. Nach dieser Tragödie starteten Angehörige und Freunde Sensibilisierungskampagnen und gründeten später offiziell die Vereinigung.
In diesen 26 Jahren trieb SER Kampagnen voran, um die Nutzung des Sicherheitsgurts, Nüchternheit am Steuer und Verkehrserziehung zu fördern. Zudem beteiligte sich die Organisation an Prozessen im Zusammenhang mit dem Verkehrsgesetz sowie der Einbindung von Verkehrserziehung in Bildungseinrichtungen.
Recalde hob hervor, dass Verkehrserziehung derzeit zwar im Bildungssystem verankert sei, warnte jedoch, dass sie “unzureichend“ sei. Er wies darauf hin, dass eine der größten Herausforderungen in der Fortbildung der Lehrkräfte liege, da die Verantwortung für die Vermittlung dieser Inhalte oft bei Lehrern liege, die keine spezifische Ausbildung in Verkehrssicherheit besitzen.
Der Ingenieur betonte auch, dass es Fortschritte und positive Erfahrungen an Schulen und Universitäten gebe, wo Studierende Projekte, Forschungen und Arbeiten zur Verkehrssicherheit erarbeiten – einschließlich der Analyse sogenannter “Unfallbrennpunkte“, also Orten mit einer höheren Häufung von Unfällen.
Trotz der Bemühungen und der regulatorischen Fortschritte vertrat Recalde die Auffassung, dass die Zahlen der Toten und Verletzten im Straßenverkehr weiterhin hoch seien. Daher hält man es bei SER für essenziell, Bildung, Sensibilisierung sowie das Engagement von Institutionen und Behörden zu stärken, um nachhaltige Verhaltensänderungen bei den Verkehrsteilnehmern zu bewirken.
Die Vereinigung verfolgt somit weiterhin ihr ursprüngliches Ziel: Neue Tragödien durch Bildung und Sensibilisierung im Straßenverkehr zu verhindern – eine Aufgabe, die laut Recalde auch mehr als zwei Jahrzehnte nach der Gründungstragödie notwendig bleibt.
Wochenblatt / Megacadena















