Mehr Details zum Mord an Schweizer in Atyrá

Atyrá: Der sonst so friedliche Stadtteil Monte Alto der Stadt Atyrá erlebte gestern einen ungewöhnlich gewaltsamen Morgen. Gegen 04.00 Uhr gelangten drei Unbekannte in das Haus des Schweizers durch die Hintertür, ohne sie dabei aufzubrechen.

Sie überraschten Josef Etterlin (69) und Antonia Ovelar de Etterlin (52) im gemeinsamen Bett wo sie sie direkt nach Geld fragten. Beide Opfer wurden mit breitem Klebeband die Hände und Füße gefesselt. Nach Aussage von Ovelar hörte sie wie ihr Mann sich den Verbrechern entgegenstellte weswegen sie ihn wiederholt brutal schlugen und damit schwer verletzten. Die Polizei erklärte noch, dass die Einbrecher die Frau mit ihrem Namen riefen und auch untereinander mit Namen kommunizierten.

Der Gerichtsmediziner Nelson Fernandez kam zu dem Schluss, dass Schädel Hirn Verletzungen zu seinem Tod führten.

Nachdem die Frau in den Morgenstunden aufwachte und keine Antwort von Josef erhielt fuhr sie die 3 km bis zum nächsten Polizeirevier, wo sie den Vorfall meldete. Weil sie während des Überfalls die ganze Zeit mit einem Messer bedroht wurde, fürchtete sie sich auf dem Weg dahin, dass die Verbrecher sie nach wie vor überwachen.

Minuten später kamen die ersten Polizisten und trafen den Pförtner, Víctor Saldivar (33), an. Mit ihm betraten sie dann das Haus. Bis zum gestrigen Abend war die Frau des Schweizers nicht gut ansprechbar, was auch einen Schockzustand schließen lässt. Insgesamt hatte das Paar vier oder fünf Angestellte, die allerdings erst ab 07.00 Uhr morgens den Dienst antreten.

Das Opfer, Josef Etterlin, wurde mit dem Mund nach unten, gefesselt, mit einem Ledergürtel misshandelt und blutverschmiert am Boden seines Schlafzimmers gefunden.

Gestohlen wurden neben einem weißen Opel Geländewagen, Baujahr 98 mit Kennzeichen KAC 257 noch eine Waffe, so die Polizei.

Das Paar beschuldigte sich selbst wegen häuslicher Gewalt. Insgesamt drei Mal wurde dies bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht.
Vor zwei Monaten wurde das Haus der Opfer ausgeraubt während sie in Brasilien Urlaub machten. Josef Etterlin beschuldigte seine Ehefrau, mit der er seit elf Jahren verheiratet war, die Planung für den Raub gehabt zu haben. Bei dem Einbruch wurden Schmuck und Bargeld entwendet.

Aus diesem Grund und untersucht die Polizei und Staatsanwaltschaft auch Frau. Das Mobiltelefon Antonia Ovelars wurde von Beamten der Mordkommission beschlagnahmt, um darauf Gesprächsnachweise zu finden, die sie mit der Tat in Verbindung bringen.

Im Ort war Josef Etterlin bekannt für seine Hilfsbereitschaft, seinen Einfallsreichtum und seine Ordnung. Er half in den städtischen Einrichtungen, wo er nur konnte. Auch Schulen und Kirchen bekamen vom ihm Spenden oder seine Hilfe.

In der Provinz Cordillera befasste er sich mit Rinderzucht neben dem Anbau von Moringa, welches er in die Schweiz exportieren wollte. Josef Etterlin hinterlässt drei Kinder die in der Schweiz wohnen.

(Wochenblatt / Última Hora / Abc)

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11 Kommentare zu “Mehr Details zum Mord an Schweizer in Atyrá

  1. Hallo Herr Pässler

    Mein Vater Josef Etterlin hat sechs Kinder in der Schweiz. Fünf Leibliche und ein Adoptiv Kind.

    Mit Freundlichen Grüssen

  2. Wie üblich war eine Waffe im Haus. Als militärisch geschulte Schweizer sollten wir wissen, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: entweder eine sofort griffbereite Waffe, die man sofort einsetzt, oder keine Waffe.

  3. @ 9 mm: Da sind wir uns ja ausnahmsweise einmal einig. Aber in dieser Berichterstattung ist ja wirklich alles schief gelaufen. Ich habe (auf Grund der Tragik des Falles) lange überlegt, ob ich hierzu noch etwas sagen sollte. Ich tue es, weil diese Artikel nur zu neuen Spekulationen und Unwahrheiten führen können. Die Rechtschreibung alleine, macht vieles unverständlich. Dazu kommt, dass die Ehefrau im ersten Artikel Cabrera und im 2. Artikel Ovelar heißt. Falsch recherchiert ist ebenfalls die Anzahl der Kinder. Beide wurden mit breitem Klebeband gefesselt, aber sie wachte in den Morgenstunden auf. Wurde sie bewusstlos geschlagen? Wie konnte sie sich befreien? Wo war denn der Pförtner, als die Mörder eintrafen und weshalb war er dann plötzlich beim Eintreffen der Polizei anwesend? Wie viele Angestellte sind es denn nun? Wenn er derart hochwertige Autos besitzt, weshalb klaut man dann einen Opel? Weshalb wird das Ehepaar im gemeinsamen Ehebett überrascht, dann aber hörte sie nur, wie sich ihr Ehemann den Verbrechern in den Weg stellte? Ich bitte die Angehörigen hiermit noch einmal um Verzeihung, dass das Thema nun auch von mir derart ausgeweitet wird. Aber ich hoffe Sie haben Verständnis dafür, dass vermutlich alle Europäer hier an einer lückenlosen Aufklärung des Falles interessiert sind.

  4. da kann ich 9mm nur zustimmen – aber in jeder HInsicht. Man soll ja aber Verstorbene nicht schlecht reden. Aber muss man gleich einen Helden aus ihm machen und Lügengeschichten erzählen.
    Seppl hatte keinerlei Freunde in Atyra, jagde durch die Stadt mit seinem Hummer, als ob er Formel 1 fährt. Die Leute in Atyra mochten ihn nicht, weil er auftrat, als ob ihm die Stadt gehört. – und Hilfsbereitschaft?
    Spenden ist ja möglich, er musste ja überall zeigen, welche Reichtümer er hat.
    Ansonsten klingt die Geschichte doch sehr dubios.

  5. Leider muss man hier in Paraguay immer wieder feststellen das es wohl nichts schoeneres gibt als wie ueber Leute herzuziehen, dies ist schon schaebig, aber ueber einen Ermordeten so zu schreiben ist mehr als schaebig. Ich kannte Sepp, er war bestimmt kein Engel, aber auch nicht so wie Ihr das hier darstellt.
    Wer von Euch ist ohne Fehler und Macken???
    Kehrt mal erst vor eurer Tuer da habt Ihr Alle genug zu tun. Sepp ruhe in Frieden. Liebe Angehoerige ich und mein Mann moechten unser tiefstes Beileid aussprechen.

  6. Habe mal wieder hier im Wochenblatt reingeschaut und war ganz entsetzt diesen Bericht zu lesen

    Zuerst mein herzliches Beileid an die Hinterbliebenen!

    Furchtbar, furchtbar wie brutal das Schicksal zugeschlagen hat. So wie mir bekannt war der Herr jederzeit großzügig und hilfsbereit!……Leben Deutsche in Paraguay manchmal am Abgrund der Hölle?

    Erinnere mich noch gut daran an der Diskussion
    Wie verhalte ich mich bei einem Überfall?
    Von Jan Päßler on 28.Nov.2011

    http://wochenblatt.cc/nachrichten/wie-verhalte-ich-mich-bei-einem-uberfall/7043#comment-5948

    Link unten auf spanisch zu den letzten Geschehnissen
    http://www.ultimahora.com/notas/492058-Asesinaron-a-un-suizo-en-un-asalto-perpetrado-en-su-casa

  7. bin tief betroffen von der Nachricht über Sepps gewaltsamen Tod. Habe in jungen Jahren mal für ihn gearbeitet und in dieser Zeit so einiges mit ihm zusammen erlebt was ich auf keinen Fall missen möchte.
    Auch wenn Sepp keinen Heiligenschein trug, war er doch ein toller Kerl und guter Kollege. Gabriel

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