Mehr Kredite, um die Wirtschaft anzukurbeln?

Asunción: Nach dem diskreten Wachstum des Kreditportfolios im Bankensystem zwischen 2016 und 2017 kam es Anfang 2018 zu einer bemerkenswerten Anstieg bei der Liquidität. Das führte dazu, dass die Zinssätze deutlich gesenkt wurden.

Jedoch warnt Raul Vera Bogado, Präsident der Banco Regional, davor, dass das Wachstum im Kreditsektor vorsichtiger sein sollte.

Die Zentralbank von Paraguay gab kürzlich bekannt, dass das Kreditportfolio derzeit nahezu 50% des Bruttoinlandproduktes (BIP) ausmacht. Verglichen mit den Mitteln aus dem Budget der “General National“ (PGN) erreichen sie aber nicht mehr als 22% des Bruttoinlandprodukts.

Dieser Vergleich wurde vorgenommen, weil die Wirtschaftsakteure erkennen müssen, dass es nicht möglich sein wird, die Anzahl der Investitionen von heute auf morgen zu erhöhen, um mehr Ressourcen zu erhalten, die die Wirtschaft anzukurbeln. Das Kreditportfolio kann jedoch das Tempo beschleunigen, das als Reaktion auf die bestehende Verlangsamung bereits geändert werden muss.

Bogado wies auch darauf hin, dass die wichtigste Investmentbank für aufstrebende Volkswirtschaften wie JP Morgan einen Index zur Messung der Liquiditätsbedingungen für Anleihen von Schwellenländern geschaffen habe.

Bei der Darstellung einer Grafik erklärte er, dass das durchschnittliche Risiko für die Bewertung von Anleihen aus Schwellenländern 390 Basispunkte betrage und Paraguay unter diesem Durchschnitt läge, was das Land enorm begünstige.

Bogado betonte, dass die makroökonomischen Fundamentaldaten, die für das Land von Vorteil seien, auf der angemessenen Position internationaler Reserven basieren, die etwas mehr als 20% des BIP ausmachen, was bedeutet, dass die BCP über “eine Macht verfügt, um unberechenbare Bewegungen des Landes zu vermeiden“. Die Inflation sei von Dezember 1994 bis heute unter Kontrolle, fügte er an.

„Damit ist das Finanzsystem ausreichend vorbereitet, um auf die Reaktivierung der Gesamtnachfrage zu reagieren“, sagte Bogado.

In Bezug auf die Emission von Anleihen erklärte Bogado, dass die Auswirkungen der makroökonomischen Reformen, die Paraguay seit 2001 durchgeführt habe, sich bis in die längste Phase des Wirtschaftswachstums der letzten 40 Jahre trotz der globalen Finanzkrise von 2008 übertragen hätten.

„In einem höchst volatilen globalen Szenario konnten wir seit 2011 über die Regierung Anleihen an den internationalen Finanzmärkten platzieren. In diesem Jahr wurde eine 31-jährige Emission mit einem Zinssatz von 4,5% vorgenommen. Kolumbien, das über ein Investment-Grade-Rating verfügt, hat solche Anleihen 30 Jahre nur mit einer Rate von 4,2% ausgegeben“, sagte er.

Wochenblatt / Ultima Hora

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1 Kommentar zu “Mehr Kredite, um die Wirtschaft anzukurbeln?

  1. Kuno Gansz von Otzberg

    Antworten

    „Anstieg der Liquiditaet“ bedeutet die Leute nehmen nicht mehr Kredite und die Banken bleiben auf Unmengen an Bargeld sitzen. Das wiederum kostet Geld denn die Geldhaltungskosten werden direkt von den Raumkosten der Tresore bestimmt (auch der Preis der Tresore). Das ist der Grund warum die EZB das Bargeld abschaffen will bzw. die grossen Euroscheine abschaffen will. In der EU mit Negativzinsen laeuft dieses Schema so ab wobei die Abschaffung der grossen Geldscheine direkt mit den Negativzinsen zusammenhaengt: https://www.youtube.com/watch?v=h2S4X41L7Co
    „Zinsen wurden deutlich gesenkt“, eben damit die Leute mehr Kredite nehmen und folglich in die Schuldenfalle tappen.
    Die langfristige Folge sind wohl Negativzinsen auch in Paraguay.
    Zitat: „das Kreditportfolio derzeit nahezu 50% des Bruttoinlandproduktes (BIP) ausmacht. Verglichen mit den Mitteln aus dem Budget der “General National“ (PGN) erreichen sie aber nicht mehr als 22% des Bruttoinlandprodukts.“, Zitat ende.
    Also Kreditnahme betraegt in etwa 50% des BIP wobei der andere Teil (Guthaben) des BIP also 50% betraegt. Das zeigt wieder deutlich dass auch diese Wirtschaft hier „debt driven“, also Schuldengetrieben ist. Was des einen 50% des BIP Schulden sind (Kreditnehmer) das sind des anderen 50% Ueberschuesse (also Kreditgeber). Das ist eine Pump-Oekonomie. Ich nehm an dass das das nationale Kreditportfolio ist was dann bedeutet dass der Privatsektor zu 22% des BIP verschuldet ist und der Staatssektor bei Privatbanken rund 28% des BIP verschuldet ist (MOPC und andere).
    Die Gesamtverschuldung belaeuft sich daher nicht nur auf 25% des BIP sondern auf 50% des BIP wobei nicht mal Auslandsschulden, also Staatsanleihen, mitgezaehlt werden.
    Schwaechelt die Wirtschaft dann wird man auch hier eher zu Negativzinsen uebergehen damit wenigstens Geld verliehen wird, da die Zentralbank dieses sowieso druckt.
    Also wenn Paraguay nur 4.5% Zinsen zahlt fuer langfristige Staatsanleihen, dann ist das relativ niedrig verglichen mit Italien u.a. die vor dem Eurobeitritt in etwa 30% zahlen mussten und kurz vor der Pleite standen.
    Die Garantie der Entwaldung, Einfuehrung des GMO Saatgutes, generellen Ausverkauf des Chaco an Auslaender, etc haben die Zinsen wohl gesenkt fuer Paraguay: als ein Dankeschoen! dass die internationale Schickeria und Reichen hier Laendereien kaufen koennen. Genau den selben Weg gingen die Mennoniten die wohl dank der Öffnung ihrer Kolonien von der Welt mit niedrigen Zinsen und hohe Preise gedankt wurden.
    Hier ist eine live Uhr einiger Parameter der Paraguayischen Wirtschaft: https://countrymeters.info/en/Paraguay/economy.
    Da ist zu ersehen dass die totalen Oeffentlichen Schulden (nur Staatssektor) sich rum 19 Milliarden USD belaufen und bis ende April diesen Jahren das BIP sich auf 24 Milliarden USD belief. Man arbeitet praktisch 4 Monate im Jahr nur um die Oeffentlichen Schulden zurueckzubezahlen. Nimmt man den Privaten Sektor noch mit rein so duerften es nochmals 4 Monate Schuldenabstotterung sein, also 8 Monate im Jahr produziert und exportiert man um die Schulden zu bezahlen. Die restlichen 4 Monate des Jahres bleibt dann hoffentlich noch was uebrig als Nettomarge.
    Scheint doch nicht ganz so rosig zu sein die Situation des Landes. Mir scheint da werden ganz gehoerig die oeffentlichen Zahlen getuerkt und verdunkelt damit der Buerger glaubt dass es alles in Ordnung sei.
    Zudem entlassen sich die Reichen selber zusehends vom Steuerzahlen und so bleibt der Unter- und Mittelschicht an den globalen Schulden haengen.

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