Mennoniten in Campo 9 schwer unter Druck

Campo 9: Indigene verurteilen Schikanen durch die Nationalpolizei und mennonitischer Siedler. Die Lage spitzt sich zu. Zwei Ureinwohner präsentierten medizinische Gutachten, weil sie angeblich misshandelt worden seien.

In den Attesten, ausgestellt durch das örtliche Gesundheitszentrum in Juan Eulogio Estigarribia (Campo 9), wird von angeblichen Schlägen gesprochen, die laut den Ureinwohnern von Polizisten erfolgt seien die sie während ihrer Festnahme erhalten haben sollen.

Die Indigenen beschuldigten insbesondere Santiago Arguello und Pablo Sanabria, stellvertretenden Leiter des Kommissariats 12, als diejenigen, die mit extremer Gewalt gehandelt hätten und sie während der Festnahme mit Füßen getreten und geschlagen haben sollen.

Die Indigenen gingen mit Reportern zu der Stelle, an dem der Vorfall passierte. Sie erklärten, dass die Liegenschaft nicht der Firma Semagro gehöre und die Anzeige von dem Mennoniten David Thiessen wegen illegaler Abholzung zu Unrecht erfolgt sei.

Der Indigene Hermes Gauto wies direkt auf Tiessen als Verantwortlichen für die Verfolgung und illegale Inhaftierung der Ureinwohner hin. Gemäß den Aussagen von Gauto habe der mennonitische Unternehmer das willkürliche Verfahren jederzeit begleitet und zugestimmt. Es sei nicht das erste Mal, dass sie sowohl von den Mennoniten als auch von der Polizei Misshandlungen ertragen hätten müssen.

Bereits an dem Tag der Verhaftung rief Thiessen im Büro der Zeitung Campo 9 an, um den Ort und die Fakten, die er in der Anzeige angeprangert hatte, Reportern zu zeigen und einen Termin dafür zu vereinbaren. Bis jetzt ist aber kein weiterer Rückruf erfolgt.

Wochenblatt / Campo 9 Noticias

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11 Kommentare zu “Mennoniten in Campo 9 schwer unter Druck

    1. Sie sind das lebende Beispiel für die Wirkung von Anschuldigungen:
      Wem glaubt der Mensch mit Hirn eher, den Indigenen, die noch nie den Arsch aus der Hocke kriegten, ausser sie können ihre minderjährigen Töchter verkaufen, oder jenen, ohne deren Jahrzehnte lange Arbeit der paraguayische Staat ziemlich am Arsch wäre?
      Wenigstens haben Sie Ihren Pseudo-Namen treffend gewählt.
      Im übrigen liegen meine Sympathien weder bei den Religiösen noch bei den Sack-Faulen. Und erst recht weiss ich nicht, wer in diesem Fall im Recht ist.

      1. Wolfgang Pöllinger

        Antworten

        @Hans: Ganz recht!

        Das ewige Dilemma: In der Presse wird immer wieder nur eine der Seiten dargestellt und weil man sicher sein kann, daß sich die Kommentatoren leichtfertig hinreißen lassen, zu einer Seite Stellung zu nehmen (und damit weitere dazu anstacheln), hat man wieder eine Sau durch’s Dorf getrieben. Was letztlich dabei herauskommt, ist, zu Spekulationen anzuheizen. Journalismus ist etwas anderes.

        Wieviel sinnvoller wäre es doch, beide Seiten gebührend zu Wort kommen zu lassen, Beweise beizubringen (von beiden Seiten und durch die Redaktion recherchierte) und dem Leser dann gestatten, sich darauf stützend eine MEINUNG zu bilden. Und *Meinung*, weil sich kein Leser ein Urteil erlauben kann.

      2. Hans Iseli. Wer war vorher da, die Indigenen, oder die Mennoniten? Ich finde ihren Kommentar ziemlich daneben.
        Ich kenne den spezifischen Fall nicht. In der Regel haben allerdings in Paraguay die Grossgrundbesitzer das Recht auf ihrer Seite und diese sind zum Grossteil Ausländer wie Sie und ich. Und wenn ich jetzt, wie sie verallgemeinere, kann ich anführen, dass diese zwar „den Fortschritt“ leben, aber leider auf Kosten der Campesinos, Indigenen und der Umwelt. Ich würde die Sojamonokulturen jetzt definitiv nicht als „gut für Paraguay“ ansehen. Für die Bevölkerung in Paraguay ist da kaum was dabei. Moderne Kolonie, Ausbeutung.

        1. Denke bevor Du scheibst,klar waren die Indigenen vorher da, die Mennos haben das Land Urbar gemacht, Campesinos sind nur Abstauber. wollen Geld vom Staat erpressen. Egal, ob Groß- oder Kleinbauer, keiner kann es sich normal leisten, bei einer Demonstration, 3 Wochen weg zu sein von seinen Feldern, Viechern usw. Campesinos können das, ohne irgendwelche Ausfälle zu befürchten, da Sie ja nichts haben und nicht arbeiten. Die Indigenen wurden mittlerweile “ Intrigiert“ , es gibt nur noch wenige Indigene Stämme, die nichts von „der neuen Menschheit“ wissen und auch nichts damit anfangen können. Die Mennos, arbeiten im Zusammenhang mit den Indigen, klar gibt es auch schwarze Schafe unter den Mennos, es sind auch nur Menschen. Aber ohne Mennos, wäre PY nichts, weder die Indigenen, noch der ach so stolze Paraguayer wäre in der Lage gewesen, diesem Land, mit nur knapp 6.000.000 Einwohnern genügend Nahrung zu bieten.

  1. „Anzeige von dem Mennoniten David Thiessen wegen illegaler Abholzung zu Unrecht erfolgt sei.“
    Das passt so recht ins Bild.
    Land bestzen, abholzen, weiterziehen und neu Forderungen stellen.

      1. Hast Du schon mal von Mennos gehört, die vagabundieren und laufend unberechtigte Forderungen stellen?
        Oder war Deine Frage Satire?

  2. @Anni, die ganzen Paraguayer kamen nach den Indianer und ein Grossteil von denen hat spanisches Blut, wenn Sie schon mal was gelesen haben wie die Spanier sich Suedamerika einverleibten, dann ist es sehr dreckig von Ihnen wie sie ueber die meist fleissigen Menoniten schreiben. Bei Ihnen sollen sich wohl nur die andern schaemen.

  3. Ist für die paraeischen Vertreter des Rechts natürlich nicht mal so einfach festzustellen, ob Wälder illegal oder legal abgeholzt werden.
    Vor allem dann nicht, wenn illegale Abholzung unter dem Strich doch deutlich mehr Plata in den Bierpot spült. So kann man sich wenigstens ein gegenüber Polar deutlich teureres Brahma, Pilsen oder gar Millers leisten.

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