Mennoniten in großer Angst wegen neuer Anschläge der EPP

San Pedro: Die bewaffnete Gruppe der paraguayischen Volksarmee (EPP), nachdem sie Maschinen in Brand gesetzt und auf der Estancia “El Ciervo“ einen Brasilianer ermordet hatte, bedroht weiterhin diejenigen, die Sojabohnen anbauen und Wald schlagen.

Betroffene sagen, sie werden sich nicht aus dem Bereich zurückziehen. Mennoniten spüren Angst und die Joint Task Force (FTC) setzt ihre Operationen in der Region weiter fort.

Die subversive Gruppe der paraguayischen Volksarmee (EPP) ist am vergangenen Montag auf der Estancia “El Ciervo“ im Distrikt Santa Rosa del Aguaray, Departament San Pedro, 3.500 Meter von der natürlichen Grenze des Departements Amambay entfernt, wieder aufgetaucht.

Nach Angaben der Ermittler war der ursprüngliche Plan, einen brasilianischen Holzfäller zu kidnappen, auf den sie den ganzen Tag gewartet hatten. Weil aber die Zielperson nicht erschien, töteten die Kriminellen seinen Bruder und verbrannte das Lager der Holzarbeiter.

Nach dem Attentat hinterließen die EPP-Mitglieder Flugblätter und bekräftigten erneut Drohungen gegen Sojabauern und diejenigen, die Wälder roden und Holz verkaufen.

Auf der Estancia gab es sieben Arbeitsgruppen, die jeweils mit Maschinen wie Traktoren, Lastwagen und Kettensägen ausgestattet waren.

Genau genommen wurde eine dieser Gruppen von der EPP angegriffen, aber die Mehrheit der Mitglieder der verbleibenden sechs Gruppen bekräftigt, dass sie weiterarbeiten werden und den Ort nicht verlassen werden. „Wenn sie uns töten, werden wir hier sterben. Wir wissen nicht, was wir anderes machen sollen, wir leben davon“, sagte einer der Holzfäller, der seine Identität nicht preisgeben will.

Die Brasilianer widmen sich größtenteils der Holzgewinnung, für die sie Paraguayer anstellen. In einigen Fällen führen sie selbst die Arbeit durch. In der Regel werden die Liegenschaften von den Brasilianern gepachtet und nach Abschluss der Rodungen wird das Land den Eigentümern überlassen, die dann in großem Stil Landwirtschaft betreiben.

Eine Quelle des Verteidigungsministeriums für Zuständigkeitsbereiche im Inland (Codi), der militärischen Einheit, die die Joint Task Force (FTC) befehligt, bedauerte, dass das betroffene Gebiet absolut unkontrollierbar sei.

Die anonyme Quelle erwähnte auch, dass ein Großteil der Bewohner vor Ort nicht mit der Abholzung einverstanden sei, dass sie jedoch nicht zu viel tun können, weil die Arbeiten von einflussreichen Politikern unterstützt werden.

Mit diesem letzten Angriff der EPP ist es klar, dass die FTC, infolge der großen Ausdehnung der Estancia, deren Fläche ungefähr 9.500 Hektar umfasst, nicht in der Lage sein wird, jeder Gruppe von Holzfällern ausreichend Schutz zu bieten.

Stattdessen sagte die Quelle, dass die Bekämpfung von Umweltdelikten unter den Zuständigkeitsbereich anderer Institutionen falle und die EPP diese Situation leider als Vorwand nutzte, um solche Attentate auszuführen.

Die FTC operiert weiterhin in dem Bereich und die mennonitischen Kolonisten haben mittlerweile so große Angst nach dem letzten Angriff, dass sie es nicht wagen, mit der Presse zu sprechen, um mögliche Repressalien zu vermeiden.

Dies war der erste Schlag der EPP in der Ära von Mario Abdo Benítez. Die von der Gewalt der bewaffneten Gruppe am meisten betroffene Regierung war die unter der Regie von Horacio Cartes, der aufgrund dessen die Joint Task Force (FTC) gründete.

Wochenblatt / ABC Color

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5 Kommentare zu “Mennoniten in großer Angst wegen neuer Anschläge der EPP

  1. Ein Land, in welchem so viel Holz illegal gefällt wird, muss sich natürlich auch nicht wundern, wenn es solch terroristische Gruppen wie die EPP anzieht, die zwar mit den falschen Mitteln, dem Terrorismus, aber aus meiner Meinung nach doch ehrenwerten Gründen handelt, nämlich die Natur Paraguays nicht irgendwelchen korrupten Politikern und faltigen Säcken mit glänzenden Läcken auszuverkaufen.
    Ein Land, in welchem die Justiz und Hobbysoldaten (FTC) für nichts taugen, außer Staatsausgaben und den Transport illegaler Holztransporte zu sicher, sieht man das Resultat klar und deutlich.
    Diese Hobbysoldaten haben bereits dutzende Millionen US-Dollar verschlungen, laufen und fahren durch ein riesiges Gebiet, das ist so als wann ich durch die Sahara lief um nach Wasser zu suchen. Glücklicherweise hatte ich immer eine Flasche Wasser mit dabei, denn gefunden habe ich kein Wasser trotz Wünschelrute.
    Aber immerhin, die Hobbysoldaten haben schon den Koch der 12 Mann starken Terrorgruppe EPP gefasst, welch ein Erfolg. Gemäß Aussagen des Jefe-Hobbysoldaten müsse zuerst der Jefe-Logistiker der EPP gefasst werden.
    Wenn man schon seit Jahren durch ein riesiges Gebiet streift und Under-cover Missionen durchführt (irgendwo gut versteckt Gras zum Trinken trinkt), könnte man nach all den Jahren ja erfinden, dass das nichts bringt.
    Man könnte auch erfinden, dass die Millitärhubschrauber nicht nur für den Transport von Politikern da sind, sondern auch danach suchen könnten, wo die EPP ihren Müll abfackelt, sind ja auch Paragauyer (die keinen Müll produzieren, zuschauen wie die Müllabfuhr vorbeifährt und keine Müllabfuhrgebühr bezahlen). Aber hierzulande sehen die Oficiales die Feuerchen ja so schleicht in der Nacht, denn es ist ziemlich dunkel.
    Eigentlich könnte man von Indianern erwarten, sie könnten Fährten lesen, doch dies ist wohl mit der Vermischung Hispanolischer Krimineller verloren gegangen.
    Habe ja auch gehört, da gäbe es noch eine nationale Luftwaffe. Doch die fliegen ja nicht weil USA, Nordkorea, Japon, Taiwan, Sauerkraut keine Ersatzteile und Sprit doniert.
    Vielleicht sollte USA, Nordkorea, Japon, Taiwan, Sauerkraut aber dem Staate Paragauy ein Computerspiel aus dem Jahre 1993 von der Programmierschmiede BlueByte schenken, damit die hiesigen Politiker erkennen, dass man große Distanzen doch besser von der Luft aus beobachtet und der künftig nationale Satellit nicht nur Filme übertragen sollte.
    Vielleicht, wenn es der Stolz zulässt, könnte man ja mal bei den Yankees um Hilfe bitte. Vielleicht sollten sich die Hobby-Soldaten bei ihren Under-cover Missionen als bewaffnete Vogelscheuchen tarnen. Nur so eine Idee, ist nicht von mir, glaub die Ömer habens erfunden.
    Nun ja, ein Fünftweltland, da kann ja noch so allerlei erfunden werden.

  2. Wenn dort Waldschlag im grossen Stiel betrieben wird versagt INFONA (Forstamt) und MADES (Ministeroo fuer Umweltschutz frueher SEAM) total, es ist in Ostparaguay und da gilt immer noch ein Nulabholzverbot. Die Landbesitzer muessten nach Gesetz sehr hoch bestraft werden und sind am Tod mitschuldig.

    1. Johan Moritz van Nassau-Siegen

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      Is ja der Witz des Tages: die EPP als Exekutive fuers Nullabholzungsgesetz.
      Muesste man die EPP zum „Ministerium“ erheben, was?

      Dieses wollte man auch mal fuer den Chaco einfuehren nur haben u.a. die mennoniten Kooperativen das unterbunden.

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