Mit dem Kopf durch die Wand

Asunción: Paraguay wird Ende dieses Monats erstmals eine Präsidentin haben. Dies geschieht nicht weil das Volk es so will, sondern als Gefallen für einen Gefallen, der Präsident Cartes gemacht wurde.

Mario Abdo Benítez, der mit seinem Flügel Añetete noch vor einem Jahr strikt gegen einen Verfassungsbruch war, als Präsident Cartes seine Wiederwahl durchboxen wollte, unterstützt nun Alicia Pucheta. Die Wunschkandidatin von Cartes, um sein Amt als Präsident zu beerben, ebnete ihm erst den Weg um Senator zu werden. Die Konstitution verbietet das. Alicia Pucheta jedoch erlaubte es Cartes & Co. und wird damit belohnt erst Vizepräsidentin und dann Präsidentin zu werden, ohne vom Volk gewählt worden zu sein.

Abdo Benítez wurde dem Volk wegen seiner Einstellung zur Wiederwahl Cartes sehr sympathisch und gewann die Vorwahlen. Nachdem er sich mit Cartes zusammenrotten musste und seine Initiativen noch unterstützte ging die Wahl sehr eng zu seinen Gunsten aus. Jetzt unterstützt er die Frau, die die Verfassung zu Gunsten Cartes flexibilisierte, um nicht das Wort aushebeln zu benutzen.

Der Artikel 189 der Verfassung ordnet an, „dass die Ex Präsidenten der Republik, die demokratisch gewählt wurden, lebenslang Ehrensenatoren werden (ohne Stimmrecht), es sei denn sie wurden einem Amtsenthebungsverfahren unterzogen und für schuldig befunden“.

Wochenblatt / Abc Color

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4 Kommentare zu “Mit dem Kopf durch die Wand

  1. Aber was ist mit dem Kirchef…. Lugo,der hatte doch ein Amtsenthebungsverfahren und der Halbkommunist sitzt im Senat?

  2. hier im „paradies“ paraguay verwundert einem absolut nichts mehr. bin mal gespannt, wie weit sie das noch so weiterdrehen bis es ………..