Mit Geld ist jedes Problem lösbar

Asunción: Staatsanwalt Marcos Alcaraz, der im angetrunkenen Zustand einen Mann überfuhr, entgeht jeglicher Strafe. Mit der Witwe des Opfers kam er zu einer Übereinkunft, die ihm einen leichten Ausweg ebnet.

Am vergangenen 18. Juni 2017 überfuhr in der Nähe des Conembol Centers der Staatsanwalt Alcaraz einen Motorradfahrer. Eine Kollegin, die beim Alkoholtest anwesend sein sollte, nahm sich über drei Stunden Zeit, um das Ergebnis zu beeinflussen.

Nichtsdestotrotz war Alkohol noch nachweisbar und somit ein klarer Tatbestand vorhanden. Allerdings beherbergt das Strafgesetzbuch auch einen Artikel, der eine außergerichtliche Lösung möglich macht. Diesen Weg ging Marcos Alcaraz mit seinen finanziellen Mitteln. Demnach kann und wird er auch nicht einmal wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss betraft, was normalerweise mit Bußgeld belegt werden muss.

Über die Höhe der Entschädigung wurde nichts bekannt. Mit diesem wenig juristischem Ausweg kann man leicht am paraguayischem Rechtssystem zweifeln, was je nach Spieler ausgelegt wird, wie man es braucht.

Wochenblatt / Última Hora

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20 Kommentare zu “Mit Geld ist jedes Problem lösbar

    1. Justicia – als Statue vor praktisch jedem Gericht aufgestellt (nicht nur in Paraguay) – ist blind.

      Im vorliegenden Fall jedoch muß ich sagen, daß die Paraguay Lösung mir 100mal besser gefällt als die EU/USA Lösung.
      Warum? Führerscheinentzug. Gerichtsverfahren. Gefängnis. Alles das nutzt dem Opfer, oder hier seiner Familie nichts.
      Was haben sie davon, wenn einer für 3 Jahre ins Gefängnis muß? Antwort: NICHTS.

      Hier wurde wohl eine ordentliche Entschädigung bezahlt und den Opfern ist geholfen. In meinem Verständnis IST das Gerechtigkeit.

      1. Und ich dachte, vor Gericht sind alle gleich und Gesetze hätten für alle Gültigkeit. Egal ob hoch oder niedrig, ob arm oder reich, egal mit oder ohne Parteibuch, egal ob Freimaurer oder nicht Freimaurer. Doch spätestens vor Gott werden diejenigen, die heute triumphieren und sich alles erlauben ihrer gerechten Strafe nicht entgehen. Das ist jedenfalls meine feste Überzeugung und mir Trost für alle Ungerechtigkeiten in dieser Welt.

      2. 9 mm das ist auch meine Auffassung.Alles andere ist mehr oder weniger Rache. Aber Gutmenschen verstehen das nicht. Die Frage ist lediglich was war das Motorrad noch wert? Wo bitteschoen bleibt jetzt der Aufschrei der Gutmenschen und Rechtsversteher und Motorradschaetzern?

      3. Es kommt selten vor, aber dieses Mal bin ich ganz der Meinung von 9mm! Das Opfer, bzw. die Hinterbliebenen sollten im Fokus stehen. Der Täter kommt nicht ungestraft davon, er muss vermutlich tief in die Tasche greifen und die Hinterbliebenen können überleben. In diesem Fall nützt eine Haftstrafe wirklich niemandem etwas.

  1. 9 mm kann ich nur beipflichen, Das Gestz erlaubt hier bei bestimmten Tatbeständen eine außergerichtliche Vereinbarung. Wenn der beschuldgte sie in Anspruch nimmt, und die Hinterbliebenen sind damit einverstanden, ist Ihnen mehr geholfen als eine Gerichtsverhandlung mit ungewissen Ausgang. Aber für sein Alkohohlspiegel sollte eine Strafe ausgesprochen werden.
    Wenn Sie auch im Verhältniss zum lachen sein wird, aber egal, denken wir doch mal darüber nach, wie oft wir die DACHLER
    uns bei Verkehrsverstößen außerhalb einer Multa geeinigt haben. Damit meine ich auch Alkohohlsünden. Wo fängt eine außergerichtliche Vereinbarung an und wo hört Sie auf.

  2. Mich erschreckt das Rechtsverständnis so mancher Zeitgenossen. Wenn es nach deren Rechtsauffassung ging, würden sich Mächtige und Reiche von jeder Strafe frei kaufen können und die weniger mächtigen und reichen wären deren Willkür ausgeliefert. Gesetze sind da, um Gesetzesverstöße zu bestrafen, unabhängig von deren Ansehen, Macht und Reichtum. Unabhängig davon ist das Maß der Schadensregulierung und des Schadenersatzes zu bewerten. Je höher das Einkommen des Schuldigen, desto höher seine Schadenersatzleistungen und Schmerzensgeld an dessen Opfer. Alles andere ist Gefälligkeits und Willkürjustiz!

    1. Und Du kommst mir vor wie der Mann in dem Witz, der am Steuer seines Wagens sitzt, und im Radio hört, dass ein Falschfahrer auf der Autobahn unterwegs ist, die er gerade befährt. Daraufhin sagt er :“ Einer? Hunderte!!“ Das geschehene war kein Vorsatz, sondern ein Unfall!!

        1. Ich möchte damit sagen, dass fast alle Kommentare die außergerichtliche Regelung befürworten und nur Du fragst Dich welches Rechtsverständnis die anderen haben. Recht und Gerechtigkeit haben in den wenigsten Fällen etwas miteinander zu tun. Nochmal : Der Täter ist bestraft indem er einen, hoffentlich sehr hohen, Geldbetrag bezahlen muss; der Familie ist erstmal geholfen, nachdem der (vielleicht Ernährer) getötet wurde. Nochmal die Frage : Wer hat etwas davon, wenn der Täter weggesperrt wird und die Familie leer ausgeht?

    2. Mir ist nicht bekannt in welscher Traumwelt du lebst.
      Es ist allescnur eine frage der Beziehungen und des Geldes.
      Egal in welschen Land!
      Mit 200-300000 kaufen sie sich bei einen Mord frei.
      In anderen Ländern ist das Blutgeld.

  3. @ Manni. Ich glaube, dass man an dein Rechtsverständnis auch zweifeln kann, wenn du schon anwortest auf mein Rechtsverständnis, dann lese doch bitte mein Artikel genauer durch. Hier gibt es eine Regelung gleich welcher Schaden verursacht wird, eine außergerichtliche Einigung, welche mit den Beroffenen geregelt werden kann.
    Zunächst müssen die Hinterbliebenen eine Anzeige machen, dass ist eine Kannbestimmung hier. Es gibt aus der Vergangenheit Beispiele, Unfälle unter Alkohohleinwirkung, die einvernehmlich mit den Geschädigten oder Hinterbliebenen ausgehandelt wurden.

  4. @ Manni. Ich glaube, dass man an dein Rechtsverständnis auch zweifeln kann, wenn du schon anwortest auf mein Rechtsverständnis, dann lese doch bitte mein Artikel genauer durch. Hier gibt es eine Regelung gleich welcher Schaden verursacht wird, eine außergerichtliche Einigung, welche mit den Beroffenen geregelt werden kann.
    Zunächst müssen die Hinterbliebenen eine Anzeige machen, dass ist eine Kannbestimmung hier. Es gibt aus der Vergangenheit Beispiele, Unfälle unter Alkohohleinwirkung, die einvernehmlich mit den Geschädigten oder Hinterbliebenen ausgehandelt wurden. Ich Glaube Manni, du denkst zu viel und lebst in einer anderen Welt.

  5. Ich kann da nur den Kopf schütteln, wenn ich solche Kommentare lese, die da zustimmen, dass das Gerechtigkeit ist.
    Ich bin mir sicher, dass es nicht lange geht, bis ich wieder schreie höre, wie ungerecht es da zu und hergeht. Wir DACHLER werden immer an die Kasse gebeten, denn müssen natürlich wieder bezahlen. Die meisten von den Befürworter haben ja wahrscheinlich auch so viel Geld um sich dann freizukaufen zu können?
    (Es hat viel Dampf plauder in diesem Land) Ich schäme mich!

    1. Rolf eines sollten sie niemals vergessen, Paraguay ist ein sehr armes Land. Hier verhungern noch Menschen (selten, aber es kommt vor) und alte Menschen leben oft in unvorstellbarem Elend.

      Wenn das Sprichwort „Geld regiert die Welt“ wohl überall gilt, so kann man doch sagen, daß es in Westeuropa oder den USA nur 50% seiner Macht hat, da es den Menschen dort in der Regel an nichts wirklich fehlt. In Paraguay jedoch gilt es dann 200% da hier außer Geld nichts wirklich zählt.
      Wie schon oben geschrieben kannst du hier einen Mord begehen und 200 000$ zahlen und bist frei. Oder du zahlst und einer verunfallt. Oder du zahlst und wirst gewählt, nicht mit Versprechen oder schönen Reden wie in DE, sondern du stehst vor der Stimmabgabe mit einem Buendel 50 000Gs und gibst es den Menschen in die Hand, begleitest sie zur Stimmabgabe und prüfst, ob sie auch wirklich richtig ankreuzen….und keinen stört das, findet jeder normal.

      Hier im Land kannst du für Geld wirklich ALLES kaufen, legal oder nicht ist nicht nur egal, es existiert schlichtweg nicht, da die Gesetzschreiber selber ebenfalls käuflich sind. Hier in Paraguay ist Geld nicht nur König, sondern fast Gott.

      Wer hier einwandert, ohne genug Reserve für Notfälle zu haben (siehe Artikel) lebt sehr gefährlich.

  6. @ Rolf,
    du lebst auch in deiner Scheinwelt, Als DACHLER sollte man so vorsichtig sein, dass man sich nicht Freikaufen muß und dennoch ist es schon bei Einigen passiert, leider.

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