Was müssen Kunden der ANDE beachten

Wie schon im letzten Jahr erwähnt, machte der staatliche Stromversorger Ende 2014 mobil und entsandte viele Mitarbeiter um Zähler und Sicherungen im Land zu überprüfen, es musste nochmals Geld in die Kassen zum Ende des Jahres kommen um die Bilanz aufzubessern.

Eigentlich vollkommen richtig, wie die “Schwarzseher“ beim Fernsehen, müssen auch die schwarzen Schafe gefunden werden, die illegal den Stromversorger “anzapfen“ und auf die Kosten der regulär zahlenden Verbraucher ihre Klimaanlagen oder andere elektrischen Verbraucher betreiben.

In Bezug auf die Stromausfälle Anfang 2015 mit teilweisen drastischen wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Betroffenen, parallel aber dazu zu den drakonischen Strafmaßnahmen einiger Kolonisten in der Gegend kam ich zum Entschluss, den Präsidenten der ANDE in Villarrica, Ing. Victor Romero Solis, um einen persönlichen Termin zu bitten, indem er zu den ganzen Vorwürfen Stellung beziehen kann.

Ich bekam ohne Probleme einen Termin und wir trafen uns am 06.01.2015 in seinem Büro in Villarrica, dort entwickelte sich ein anregendes Gespräch.

„Ich bin seit ca. 10 Monaten Präsident der ANDE in Villarrica und zuständig für die Beschwerden von Kunden, der andere Leiter, im gleichen Rang, ist für die technische Seite zuständig. Es gab und gibt immer Vorwürfe und wir versuchen sie im Einzelgespräch zu klären, ich nehme mir dafür immer Zeit und prüfe jeden Fall individuell“, erklärte er seine Vorgehensweise.

Die ANDE hat in letzter Zeit ihre Rechnungen (Facturas) detaillierter ausgewiesen, das muss der Kunde genau prüfen. Der Stromkonsum steigt, viele Verbraucher haben immer mehr Klimaanlagen oder andere Elektrogeräte in Betrieb, das müsse auch an die Sicherungen und Leitungen angepasst werden. Brennt ein Haus ab oder entstehen Kabelbrandschäden, machen die Kunden sofort uns verantwortlich.

Im Zuge dessen haben wir angefangen, auf den Rechnungen die Amperezahl der Sicherungen einzutragen, wir gehen bei einem normalen Haushalt mit Drei-Phasen-Anschluss von 25 Ampere aus und bei einem Ein Phasen Anschluss von 10 Ampere, das sind immer unsere Richtwerte gewesen.

„Dies muss nun auch der einzelne Kunde überprüfen, ob das auch richtig ist, hier ist Eigenverantwortung gefragt“, erklärte Solis.

„Sollten diese Werte nicht übereinstimmen muss er mit uns Kontakt aufnehmen und uns erklären warum wir diese erhöhen müssen. Langt zum Beispiel ein Anschluss mit 3 x 25 A nicht mehr aus und der Kunde benötigt 3 x 32 A dann prüfen wir das. Wir schicken Techniker vor Ort, die die Örtlichkeit in Augenschein nehmen, wir zählen die Verbraucher und, vor allem, berechnen wir die Kabelstärke, ob die Erhöhung möglich ist“, erklärte er.

Mittlerweile macht jeder was er will, das geht nicht, wir brauchen eine Regulierung und das geht auch nur über die einzelnen Hauptstellen der Bezirke die auf der Rückseite der Rechnungen ausgewiesen sind. Die Unterabteilungen im Land sind nur zuständig für Stromausfälle, kleinere Reparaturarbeiten usw., alle wichtigen Änderungen in den Rechnungen laufen über die Hauptstellen und werden von den einzelnen Präsidenten geprüft und gesichtet.

„Wenn eine Hauptsicherung am Zähler gewechselt wird, kann das der örtliche Dienst der ANDE übernehmen, keine Frage, aber der Besitzer muss in das jeweilige zuständige Hauptbüro kommen und dort eine schriftliche Erklärung abgeben was für eine Sicherung aktuell eingebaut wurde. Wir schicken dann unsere Techniker und prüfen das, damit wollen wir die Korruption vor Ort eindämmen“, sagte er. Weiter erklärte er, natürlich muss man für eine höhere Leistung auch mehr bezahlen, sowohl beim Mindestkonsums als auch dem Preis der einzelnen Kilowattstunde.

Factura

 

Im Bild der Stromabrechnung ( zum Vergrößern anklicken), rot eingekreist, sollte also jeder Kunde seine Hauptsicherung überprüfen, ob diese auch den Tatsachen entspricht, des Weiteren sollte man auch immer nachschauen ob die Zählerwerte, gelb eingekreist, richtig sind und zum Schluss, grün eingekreist, auch den Faktor der Kilowattstunde überprüfen.

„Wir machen Fehler, keine Frage, viele Fehler, aber wir arbeiten an einem korrekten und gerechten System für alle Kunden. Wenn ich einen Techniker beauftrage, der die Zähler und Sicherungen der Klienten in der Kampagne überprüfen soll und er stellt Mängel fest, ist es zu spät, dann folgen Sanktionsmaßnahmen. Kommt der Kunde vorher zu mir und schildert seine Sachlage kann man noch lenkend eingreifen“, erklärte er.

Sein Appell: „Jeder soll seine Rechnungen genau anschauen, wir modernisieren, auch unsere Software, laufend, wenn etwas nicht stimmen sollte, immer nur im Hauptbüro reklamieren, nicht an den örtlichen Verteilerstationen, nur der Präsident des einzelnen Bezirkes kann Rechnungen oder Reklamationen ändern“, sagte er.

Zum Abschluss des Gespräches äußerte er sich noch über die Umrüstung der neuen Zähler. Hier haben die Leute viele Ängste, aber nur die, die sowieso nie korrekte Abrechnungen bezahlten, weil sie diese „schlafen legen“. Wer immer im legalen Fenster war, braucht keine Angst zu haben, auch Maßnahmen, wie zum Beispiel die neuen digitalen Messgeräte zu zerstören habe keinen langfristigen Erfolg, wir installieren neue und die Rechnung zahlt der Konsument. Über kurz oder lang werden wir eine gerechte Abrechnung für alle Bürger im Land haben, es ist nur eine Frage der Zeit.

 

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1 Kommentar zu “Was müssen Kunden der ANDE beachten

  1. Wer eine höhere Sicherung haben will, der muss auch einen höheren Preis für die kWh bezahlen und auch einen größeren Mindestverbrauch hinnehmen.
    Wo hat denn Ing. Victor Romero Solis seinen Ing. gemacht, dass er solche abstrusen Zusammenhänge darstellt?
    Ich bin auch dafür, das der Kunde mehr bezahlt, d.h. einen höheren Grundpreis für die kWh, der mehr verbraucht. Das lässt sich doch aber nicht an der Größe der Hauptsicherung festmachen.
    Ich habe zum Beispiel eine 63A Hauptsicherung, weil die Motoren der eigenen Wasserversorgung beim anlaufen kurzzeitig einen Strom ziehen, der das 8-10 fache des Betriebsstroms ist. Deshalb verbrauche ich aber nicht mehr Strom als ein Kunde mit einer 35 A Hauptsicherung.
    Eine Sicherung ist nun mal kein Verbrauchsindikator. Von einem Direktor und Ingenieur der ANDE erwarte ich, dass der das wissen muss!
    Im System der Ande ist hinterlegt wer wann wieviel verbraucht. Da muss mann doch keinen administrativen Aufwand betreiben und Hauptsicherungen zu überprüfen.

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