Asunción: Die ANDE erkennt technische Schwachstellen im Netz an und kündigt Ausschreibungen zur Integration von Solarenergie an. Ziel sind eine höhere Widerstandsfähigkeit, Diversifizierung und energetische Nachhaltigkeit im Land.
Die durch den Mega-Blackout ausgelöste Energiekrise, die weite Teile Paraguays ohne Strom ließ, hat nicht nur eine politische Debatte entfacht, sondern auch eine tiefgreifende technische Überprüfung des nationalen Stromsystems angestoßen. Die staatliche Elektrizitätsgesellschaft (ANDE) schloss Sabotage als Ursache aus, räumte jedoch Schwachstellen in der Infrastruktur und den Kontrollmechanismen des Netzes ein, die dringende strukturelle Verbesserungen erfordern. Als Reaktion darauf hat die Institution einen Plan zur Diversifizierung des Energiemixes aufgelegt, wobei der Schwerpunkt auf dezentraler Solarenergie liegt.
Der Übergang zu erneuerbaren Quellen ist Teil einer umfassenderen Strategie, um die Abhängigkeit vom zentralisierten Netz zu verringern und die Widerstandsfähigkeit gegen massive Ausfälle zu erhöhen. In diesem Rahmen kündigte die ANDE die baldige Eröffnung von Ausschreibungsverfahren für Photovoltaik-Projekte an – sowohl für Großanlagen als auch für dezentrale Erzeugungsmodelle, einschließlich Solardächern auf Industriegebäuden, Geschäften und Wohnhäusern. Die Idee ist, dass diese Anlagen in kritischen Momenten Strom einspeisen und als Puffer bei Nachfragespitzen oder Fehlern im Hauptsystem dienen.
Stabilität für das Netz
Experten aus dem Elektrosektor erklären, dass die Integration von Solarenergie in Verbindung mit Speichersystemen (Batterien oder Hybridsysteme) zur Netzstabilität beitragen, Verbrauchsspitzen senken und eine wirksame Ergänzung bei Extremereignissen bieten kann. Paraguay, das sich historisch auf die Wasserkraft gestützt hat, sieht in der Diversifizierung eine Möglichkeit, Risiken durch Klimaschwankungen, Wassermangel oder technische Defekte zu mindern.
Die Umsetzung dieser Initiativen erfolgt jedoch nicht automatisch. Die Ausschreibungen erfordern strenge technische Prüfungen, finanzielle Garantien, die Integration der Projekte in das nationale Netz und die Abstimmung mit Regulierungsbehörden. Dieser Prozess, der Monate dauern kann, benötigt klare Vorschriften und Anreize für private Investitionen aus dem In- und Ausland, ohne dabei die Nutzerinteressen und die Tarifstabilität zu vernachlässigen.
Die Diskussion über die Modernisierung des Systems umfasst auch die Notwendigkeit lokaler Schulungen, aktualisierter Betriebsprotokolle und der Einführung von intelligenten Netztechnologien (Smart Grids). Der massive Stromausfall fungierte als Weckruf für die Bedeutung der energetischen Sicherheit und das Überdenken des Erzeugungsmixes in Paraguay.
Wochenblatt / El Nacional















