Nach geschwänztem Gerichtstermin: Richterin ordnet Festnahme der Paraíso Verde-Gründer an

Villarrica: Das millionenschwere Siedlungsprojekt El Paraíso Verde im Departement Caazapá steht vor einem gewaltigen Justizbeben. Nach einer Welle von Betrugsvorwürfen hat die zuständige Strafrichterin der 2. Kammer von Villarrica, Marcela Alejandra Mallorquín, die sofortige Festnahme der beiden österreichischen Gründer und Betreiber, Erwin Annau (70) und Sylvia Annau (65), angeordnet.

Zuvor hatte ein dreiköpfiges Ermittlerteam der Staatsanwaltschaft, bestehend aus Noelia Soto, Gladys Jiménez und Diego Raúl Duarte, offiziell Untersuchungshaft für das Ehepaar beantragt.

Flucht vor der Justiz: Als “rebellisch“ erklärt

Eigentlich hätten die beiden Österreicher zu einer entscheidenden richterlichen Anhörung (gemäß Artikel 242 der Strafprozessordnung) erscheinen müssen, bei der über die Untersuchungshaft entschieden werden sollte. Obwohl die Vorladung den Beschuldigten nachweislich offiziell zugestellt worden war, schwänzten die Auswanderer-Chefs den Termin unentschuldigt.

Richterin Mallorquín fackelte daraufhin nicht lange: Sie wendete den Artikel 82 der paraguayischen Strafprozessordnung an und erklärte Erwin und Sylvia Annau offiziell für “rebellisch“ (Rebeldía – das paraguayische Äquivalent zur Flucht vor der Justiz). In der Urteilsbegründung heißt es deutlich, dass das Nichterscheinen des Paares “ihre mangelnde Bereitschaft zeigt, sich dem rechtmäßigen Verfahren zu unterwerfen“.

Zugriff angeordnet: Unterbringung in Polizeistation

Der Haftbefehl ist ab sofort gültig. Die Nationalpolizei ist angewiesen, das Ehepaar Annau aufzuspüren und zu verhaften. Nach dem Zugriff sollen die beiden Österreicher in die 5. Polizeistation des Stadtteils Ybaroty in Villarrica überstellt werden, wo sie bis zur nächsten Vorführung unter strenger Bewachung der Justiz und Staatsanwaltschaft zur Verfügung stehen.

Das laufende Strafverfahren wegen des dringenden Verdachts auf großangelegten Betrug wurde bis zur Ergreifung der Beschuldigten vorerst offiziell eingefroren. Für das Paraíso Verde, das jahrelang in Europa als sicherer Zufluchtsort für Auswanderer beworben wurde, ziehen damit endgültig dunkle Wolken auf.

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