Nichts als Ausreden

Asunción: Staatspräsident Mario Abdo Benitez hatte Anfang der Woche Resümee seiner fast einjährigen Amtszeit gezogen. Was fehlte, war etwas mehr Selbstkritik und weniger Ausreden.

Immer wieder musste dieselbe Entschuldigung herhalten, dass sich die Hauptfaktoren, die das Tempo der Wirtschaftstätigkeit beeinflussen, mehr auf die Krise der Nachbarn und die Auswirkungen des Klimafaktors konzentrieren. Obwohl die Inzidenz von beiden real ist, kann nicht übersehen werden, dass es eindeutig ein Managementproblem gibt und, noch schlimmer, dass dies eine fundamentale Säule, der in praktisch allen Segmenten ausgewiesenen negativen Zahlen ist.

Es ist so, dass diese Regierung nicht nur Schwierigkeiten hat, anzufangen, sondern auch nicht klar genug ist, in welche Richtung sie gehen will. Bisher beschränkte man sich darauf, alles, was in Bezug auf Infrastrukturarbeiten getan worden war, fortzusetzen und eine Steuerreform mehr auf Druck des Kongresses als auf eigene Initiative hin zu eröffnen.

Die Diagnose vor Beginn dieser Regierung lautete eindeutig, nicht zu wiederholen, was mit der Regierung von Cartes geschehen war, das heißt, nicht das ganze Jahr zu verlieren, bis man sich in den Sessel gesetzt hatte, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die neue Regierung verfügte zu ihren Gunsten über genügend Ressourcen, um die ersten Anzeichen einer Verlangsamung zu erkennen, die sich seit Mitte letzten Jahres abzeichneten. Sie warteten jedoch, bis alles zusammenbrach, um einen konkreten Plan für die Reaktivierung auf den Weg zu bringen.

Es ging nicht nur ein Jahr verloren, sondern auch das Vertrauen in die Fähigkeit, die von dieser Regierung versprochenen Veränderungen herbeizuführen. Der allgemeine Gedanke der Straße wird in der Umgangssprache zusammengefasst: “Katastrophe und Marito K.o.“ Die Umkehrung dieser Situation erfordert starke Selbstkritik und konkrete Maßnahmen, die Ergebnisse zeigen. Es ist besorgniserregend, dass nichts davon in der Rede des Präsidenten enthalten war.

Wochenblatt / 5Dias

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17 Kommentare zu “Nichts als Ausreden

  1. Des Paraguayers liebstes Möbelstück ist und bleibt ein möglichst bequemer Sessel! Und gehandelt wird nach dem Motto: „Nur wer gar nichts tut, kann nichts verkehrt machen“. So war es schon immer, so ist es und so wird es weiterhin bleiben. Doch nach außen hin den Anschein von Aktivität und Professionalität abgeben – darin sind sie alle unschlagbar.

  2. Was bitte soll der marito auch tun mit so einem Hauffen total unfähigerb Politiker? Jeder Einzelne will sich nur die taschen füllen im Colorado Selbstbedienungsaden? Alle entlassen und schlicht Profies berufen, aber hier ist Koruption ja Standart?

  3. Ja Robin, leider dacht ich das auch hinterher. Leider muss man in diesem Land ganz von vorne anfangen, also erstmal RICHTIGE Ausbildung etablieren, wobei man da doch auf die hiesigen Wessirentner zurückgreifen könnte?
    nach 4 Jahren Ausbildung wäre zumindest eine Grundlage geschaffen, welche den Standart anheben sollte?
    Wetter wur, dass diese Ausgebildeten ruckzuck mehr Arbeit bekommen würden und besser bezahlt werden würden??? Wetter wir, dass danach welche nachziehen würden, wenn sie sehen, da kann mehr Geld verdient werden? Aber irgendein Präsi müsst halt mal damit anfangen?

    1. Welcher Wessirentner oder auch Ossi- oder NOrdi- oder Südirentner aus Alemanien wäre denn so bescheuert, sich hier mit der Ausbildung Jugendlicher zu befassen. HIer musst du noch früher anfangen und den Leuten erklären, was familiäre ERziehung und Bildung überhaupt ist. Ein paar Mahlzeiten am Tag und Geld für Empenadas ist noch keine ERziehung, Dann kommt die schulische Bildung, so man davon sprechen kann – seihe PISA.
      Bevor man Ausbildung beginnen kann, müßte man ein ganzes Volk umkrempeln – und wir wollen uns doch nicht in die inneren Angelegenheiten unseres Gastgeberlandes mischen 🙂

  4. Ja, die Deutschen Netz- Polit- Profis müssen nun endlich die Initiative ergreifen den „Unfähigen“ Paraguayern erklären wie es richtig geht. Punkt Nur, es wird KEINEN jucken was so die immer Besser Wissenden aus dem Land, der immer Besser Wissenden so Besser Wissen!

    1. warum auch. Wäre es hier wie in Alemanien, wären wir ja nicht hier. HIer kann ich mit meinem Hillux schwarze Rauchfahnen ausstoßen und es stört keinen. spiele ich den Weltverbesserer, gucken mich alle schräg an.

  5. ..es könnte ja mal ein start der besserwissenden geben mit einer verbindung von besserausbildenden und besserorganisierenden…aber was fehlt damit das mal passiert ? Ist es so vieleicht besser weil weniger manipulierbar…oder mit rente besser ertragbar.? Wenns saudumme gibt fühlt man sich doch gleich 2bier glücklicher….wer weiß. ..ich wär dabei eine Gemeinschaft zu gründen zwecks weiterbildung…aber das stört auch die …die gerne lästern. ..ach was solls…

  6. Ja,ja,ja, die Besser wissenden glauben alles besser zu wissen. Immer hoch ihre Nase, und glaubt weiter ihr seit die Besten. hahhahah

    1. nun, im Vergleich zu ….. sind die meisten von uns wohl schön besser wissende. Und vor allem – wir sind lernfähig, sonst könnten wir hier nicht überleben.

  7. Kuno Gansz von Otzberg

    Antworten

    Nun in der Wirtschaft gibt es keine Wunder wie man geruht zu sagen. Die ersten 100 Tage eines Praesidenten sagt man sind ja die Richtungsgebenden, siehe Napoleon, usw.
    Man waehlte ja Marito weil man einen zweiten Stroessner haben wollte. Man wollte sozusagen quasi einen Diktator. Davon ist allerdings nichts zu spueren. Stroessner hatte ja allerdings auch 40 Jahre Zeit um „sein Regierungsprogramm“ zu realisieren – und am ende von dem wolltense Demokratie. Warum wohl? Nun die Stroessnergeneration ist tot oder alt und schon hat man den sauren Apfel vergessen und verlangt wieder nach dem madenstichigen Apfel von anno dazumal. Der Hund dreht sich in die Runde und beisst sich in den Schwanz und beschwert sich dass er sich in der Runde dreht.
    Die Wirtschaft ankurbeln? Nun, das tut man gewoehnlich mit Mehrverschuldung die die naechste Generation zu tragen hat; mit Steuersenkung fuer Unternehmer wodurch der Staat weniger Einnahmen bekommt und nochmals durch Mehrverschuldung die Loecher stopfen muss zudem die Reichen dann immer noch reicher werden und die Schere zwischen Arm und Reich noch groesser wird; mit Mindestgehaltserhoehung wodurch es mehr Arbeitslose gibt und die Teuerungsspirale in die hoehe schiesst so dass Paraguay teurer wird als das Ausland. Alles keine richtigen Optionen.
    Mirabilis Dr. Hans Werner Sinn haelt die forcierte deflation fuer das geringste Uebel aller 4 Optionen. das bedeutet das Mindestgehalt wird gesenkt um so wettbewerbsfaehiger zu werden, alle verdienen weniger aber produzieren, d.i. exportieren, mehr. Das ist aber wie eine Chemotherapie, wenn mans ueberstanden hat so ist man hoffentlich gesund, aber die Tortur ist grausam – diesen Pfad hat Deutschland beschritten waehrend der letzten 10 EU Jahre indem die Gehaelter da nie gestiegen sind und die Sozialleistungen gekuerzt wurden womit man dan halbwegs wettbewerbsfaehig blieb wo die Suedlaender der EU inflationiert haben, sich saftige Gehaltserhoehungen gaben und dann zusehen mussten dass ihre Industrie fast komplett verschwand weil diese teurer war als die Deutschlands.
    MOPC-Wiens und der Landwirtschaftsheini kamen ja in die Kritik der Untaetigkeit. Nun heute gab Wiens ueber Radio ZP30 bekannt dass die Ruta de la Leche gebaut wird, so die 2 spurige Transchaco und diese repariert wird, der Corredor Bioceanico sowie die neue Paraguayflussbruecke sowie zudem eine Strasse die Volendam da irgendwo verbindet. Alle Strassen werden um und fuer die Mennonitenkolonien gebaut – Wiens ist durchaus ein „Minister der Mennoniten“. Das ganze wird mit BID Krediten finanziert, wiewohl mit Verschuldung durch Schatzbriefe (Bonos de Tesoro). Die Baufirmen haben sich selbst zu finanzieren wie er sagte und kriegen kein Geld vom Staat waerend der Bauten um so eben die Baumafiamaschen zu umgehen (no tengo plata y dame y seguimos… etc etc etc wie wohl im Fall Mota Engil). Erst wenns fertig ist bekommen die Geld. Das bedeutet nur finanzkraeftige Firmen kommen ueberhaupt in Frage die nicht armen Leuten gehoeren und wohl doch „irgendwoher“ die „Finanzen“ nehmen werden. Fuer Pleitegeier ist kein Platz mehr.
    Abdo erwartet in der Tat vom MOPC dass diese durch Mehrausgaben und damit Mehrverschuldung die Wirtschaft ankurbelt – nur eben die Mittelschicht duerfte davon nicht profitieren denn koenntest du die Bedingung „Schluesselfertig“ erfuellen? Das bedeutet du vorfinanzierst die ganze Rute, Bruecke oder was auch immer und nachher siehst du das Geld. Nur Reiche mit „Kontakten“ erhalten also die Auftraegen.
    Es ist natuerlich das Ende der Fahnenstange wenn Paraguay mal nicht „waechst“ und die Luft nach oben zur Mehrentwaldung zuende ist weil man ja praktisch schon alles Neuland erschlossen hat. Das Fest der expandierenden Wirtschaft ist vorbei und die intensive Wirtschaft faengt an die aber mit Kosten verbunden ist. Dieses „Nichtwachstum“ gekoppelt mit dem Ende der expansiven Wirtschaft ist was neues fuer Paraguay das man in den letzten 25 Jahren nicht gekannt hat – und jetzt weis man fast nicht wie damit umgehen; denn die Bonanza ist praktisch vorbei.

  8. Eure Kommentare sind „süß“ also nur Profis ran lassen wie in DACHL und im Rest der Welt. Christian deine Aussage bezüglich richtige Ausbilding ist fürn A…h. Darum bist du sooo mit der Welt in D und im Rest der gebildeten Länder glücklich?

  9. Ja, glaubst denn Du, Christian2005, du seist er erste, der auf diese Idee für Paraguay kommt? Das in Deutschland in jahrhundertelanger Entwicklung entstandene Dual-System (also einerseits Lehre und gleichzeitiger berufsbetreitender Besuch einer Berufsschule) und aus Notwendigkeit gewachsen, wurde sogar anf. der 1990er- Jahre in das paraguayische Arbeits-Gesetz (Código laboral) aufgenommen.Linksgerichtete Arbeitnehmer-Vertreter haben dann dafür gesorgt, daß die Bedingungen für ein Lehrverhältnis für die Lehrherren sich praktisch als unhaltbar erwiesen haben, denn unter den jetzt geltenden Bedingungen wird es in Paraguay wohl nicht einmal eine einzige Firma geben, die einen Lehrling nehmen würde. Ich habe gerade über die Reglamentierung für die sogenannten „Azubis“ in Paraguay schon mehrmahls hier ausfürliche Kommentare geschrieben, die auch einem ständigen Leser und Schreiber wie Christian 2005 nicht entgangen sein konnten. Da ich wirkliche keine Lust habe, mich wegen einzelnen Kritikern immer wieder wiederholen zu müssen, kann ich ihm nur vorschlagen, dann eben diese Kommentare zu suchen. Hier ist und bleibt alles gespeichert.

  10. Immerhin wird schon bald Stromlieferung für diejenigen billiger, die wenig „verbrauchen“. Das ist Logik auf hiesige Mentalität und sehr ökonomisch (wirtschaftsfreunlich): Wer mehr „verbraucht“ bezahlt mehr. Fürs genau gleiche Produkt.
    Das hatte ich mal diametral entgegengesetzt gelernt, ist aber todo tranqui.
    Als nächstes wichtiges und dringendes Problem werden die hiesig drei glaubwürdig-fähig Staatsgewalten Milch, Kugelschreiber, Internet, Bier und Streichhölzer billiger machen – Bier ist schon billiger geworden, im Winter wenigstens- für diejenigen, die wenig davon konsumieren. Ist doch logisch, wer mehr Milch konsumiert soll dann halt fürs haargenau gleiche Produkt mehr bezahlen.
    Ja und sonst? Welch große Veränderung hat hiesig drei glaubwürdig-fähig Staatsgewalten innerhalb eines Jahrs herbei gezaubert? Ähm, die letzten fünf? Ähm, die letzten zehn? Öh, immerhin, das Wackeln der Schüler zur täglich 7 bis 11 Uhr Grundschule unter Lebensgefahr kann teilweise nun schon über Kopfsteinpflaster erledigt werden. Glaub’s die Ömer haben’s erfunden. Wenn’s regnet, dann lass es lieber sein, dafür lohnt sich 4 Stunden täglich Schule nicht: Paraguayo mechor educado wird auch durch Telenovelas, Mama, Papa und richtigen Amigos zum glaubwürdig-fähig Staatsangestellten. Paraguayo comun ist’s egal, todo tranqui und zufrieden. Jedenfalls reicht es für hierzulande todo tranqui und zufrieden.
    Spaß beiseite, auch wenn mir das Lachen längst vergangen ist und ich trotzdem gerne Präsident sein würde, um innerhalb fünf Jahren für die nächsten 10.000 Jahre auszusorgen, leider bin ich jedoch kein Nachzügling der Strössner-Kriecher, aber dieser Präsident wird gar nichts erreichen. Dieses Land braucht tiefgründige Veränderungen und dann heißt es 10.000 Jahre warten, bis tiefgründige Veränderungen sichtbar sein werden.
    Die Anzahl täglich Schulstunden von 7 auf 15 Uhr zu erhöhen war mit neuem Minister-Amigo schon mal ein sehr positiver Anfang, wie beim Zahnarzt, das Problem an der Wurzel angepackt. Das Problem könnte sein, dass zwei Jahren nach dieser Ankündigung die Schüler immer noch von 7 bis 11 oder 13 bis 17 Uhr Unterricht haben, also wie gehabt. Ignoranz und sehr tiefer Durchschnitts_iq von 82 – wobei nicht jeder Durchschnitt erreicht – in puncto ganzheitliches Denken sind sehr hinderlich, dafür liegt der Durchschnitts_iq bei „wie kann ich möglichst viel ganar bei möglichst nichts tun zu müssen, ausreden haben und einen Turm aus möglichst vielen leeren Bierbüchsen im Vorgarten zur Schau zu stellen, bevor man diesen abfackelt“ bei geschätzt auf 450.

  11. Korrektur: „Die Anzahl täglich Schulstunden von 7 auf 15 UHR zu erhöhen“ ist natürlich falsch, richtig hätte das heißen sollen: „Die Anzahl täglich Schulstunden von 7 auf 15 STUNDEN zu erhöhen“.

  12. Kuno Gansz von Otzberg

    Antworten

    „Seine Majestaet“ Abdo traegt wohl einen Arafat Schal, wenn ich richtig sehe.
    Ein sublimes Zeichen an die Moslems und Araber?
    Ich hab ja kein Problem wenn die amerikanischen Soldaten solchen Araberschal tragen wenn sie auf die Araber schiessen.
    Definitiv schein Abdo ein Chamaeleon zu sein: von aussen Katholik und von innen Ismaelit. Na wenn die Mennoniten dem Antichristen einst nicht so auf den Leim gehen werden wie diesem, dann soll doch gleich der Geier ueber Paraguay kreisen…
    Er traegt definitiv einen Araberschal auch bekannt als Arafat Schal.

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