Niederländisches Unternehmen will 20.000 Hektar aufforsten

Asunción: Nach nur negativen Schlagzeilen durch die vielen Brände im Land und die damit verschwundenen Waldflächen scheint ein Aufforstungsprojekt durch ein niederländisches Unternehmen etwas Positives in dem Sektor zu bewirken.

Der Minister des Technischen Sekretariats für wirtschaftliche und soziale Entwicklungsplanung, Carlos Pereira Olmedo, empfing die Vertreter des niederländischen Unternehmens Orange Ridge Capital. Ziel des Besuchs war es, einen Aufforstungsplan von 20.000 Hektar in Paraguay vorzulegen, um ihn dann in die Tat umzusetzen.

Dieses Projekt soll im Departement Caazapá durchgeführt werden und es wird davon ausgegangen, dass etwa 1.200 paraguayische Familien davon profitieren werden. Dasselbe würde durch die Anmietung von Grundstücken mit einer Investition von 60 Millionen US-Dollar geschehen.

Minister Pereira erwähnte, dass Paraguay kürzlich ein Abkommen mit der FAO unterzeichnet habe, um die Umsetzung des Projekts “Armut, Wiederaufforstung, Energie und Klimawandel“ (PROEZA) fortzusetzen, das rund 17.000 Familien in acht Departements des Landes zugutekommen werde. Er fügte hinzu, dass “die Menschen im Land heute endlich die Bedeutung der Wiederaufforstung verstehen würden“.

Der Vorschlag für Orange Ridge Capital wurde auch den Behörden des Finanzministeriums, des Ministeriums für Industrie und Handel und der Verwaltungseinheit des Präsidenten der Republik vorgelegt.

Der Delegationsvertreter des Unternehmens bestand aus Raúl Gauto, Thomas Rischke und Alejandro Lyonnet. Orange Ridge Capital ist spezialisiert auf die Beschaffung, Strukturierung und Verwaltung nachhaltiger Projekte bei Liegenschaften im gesamten Immobiliensektor und der Landwirtschaft.

Wochenblatt / Economia Virtual

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11 Kommentare zu “Niederländisches Unternehmen will 20.000 Hektar aufforsten

  1. Na ist ja super dann haben ja in ein paar Jahren die nächsten korrupten py´s wieder die Möglichkeit massive Holzrodung zu betreiben und sich die Taschen zu füllen. Wenn es nicht vorher der Brandrodung zum Opfer fällt . Denn es ist bequemer vor der Hütte zu sitzen und Mate zu trinken als sein Grundstück sauber zu halten. Man verstehe die Ausländischen Investoren die so blind sind Geld nach Py zu pumpen.

    1. Unternehmen, wie das hier genannte niederländische investieren kein Eigenkapital, sondern das Kapital derer die in vom Unternehmen entworfene und vertriebene Investmentmodelle einsteigen. Diese Modelle werden mittels den wahrscheinlich zu erwartenden Kapitalrenditen beworben und an Investoren verkauft. Dabei erfolgt regelmäßig der Hinweis, dass diese Modellrechnungen nur beispielhaft sind und nicht garantiert werden können. Vorteile der Investition und das Investitionslandes werden ausführlich dargestellt, Nachteile wenn überhaupt, nur nachrangig erwähnt. Mit umfangreichen Haftungsausschlüssen wie für unvorhersehbare Ereignisse exkulpiert sich das Unternehmen gegenüber seinen Kapitalanlegern.
      Der Gewinn des Unternehmens wird weitgehend aus Provisionen Verwaltung- und sonstigen Gebühren erwirtschaftet.
      Der Markt für Investmentmodelle in Sachwerte ist in Europa wegen der anhaltenden Niedrigzinsen, eines weitgehend gesättigten Aktienmarkts bei einem gleichzeitigen Liquiditätsüberschuss ziemlich günstig.
      Und nun ehrlich, wie viele von den in Europa ansässigen Kapitalgebern können die in Paraguay herrschenden Verhältnisse tatsächlich beurteilen?

      1. Anton, die Gewinnorientierte Aufforstung gibt es schon einige Jahre. Eben auch in Argentinien und Uruguay wurden schon viele Flächen „kultiviert“ Mit dem Bau der Zellulose Fabriken war das mal ein großes Thema. Heut ist es die Kapitalflucht einiger Länder. Warum das nun gerade wieder ein Thema ist?

        1. Ist mir bekannt, kenne seit Jahren z. B. die Werbung von Felber und Konsorten.
          Das Thema wird HIER unter falscher Bezeichnung verkauft. Wiederaufforstung wäre das Wiederherstellen von Naturwald. Und daran ist hier bis jetzt keinem gelegen.
          Es ist ein Kapitalanlageprojekt, die Gesellschaft sucht Boden mit Genehmigung zur Baumpflanzung und im Anschluss willige Kapitalanleger. Die Verkaufsprospekte lesen sich immer gut, aber das Risiko trägt allein der Kapitalgeber.

  2. Ich frage mich, sind die Paraguayer nicht mal in der Lage ohne fremde Hilfe aufzuforsten? Oder soll hier schon wieder der Grundstein gelegt werden für neue Korruptionsquellen?

    1. In der Lage schon, aber sie wollen nicht! Warum fackeln die ab? Weil der Wald stört.
      Eine ausländische Gesellschaft bringt Geld für Pacht oder Kauf von minderwertigem Land. Und da rollt der Rubel.
      Zudem ist der Artikel irreführend, denn es handelt sich nicht um ein Wiederaufforstungsprojekt, sondern um eine gewinnorientierte Kapitalanlage, in Monokulturwälder. Echte Wiederaufforstung mit Naturwald? Daran wird hier niemand denken.

  3. Also echt RH, du sprichst mir mal wieder aus der Seele, und vor allem, nicht mit religösem Dogma! ich dachts auch beim Lesen des Artikels: drück jedem Indiander nen Baum in die Hand uns los gehts?
    Wenns nicht um mein Leben ging, wär ich gern mal ne Legislaturperionde der Präsi von Py, nur allein um den Flaschen mal die Möglichkeiten des Landes aufzuzeigen…

  4. Hab kürzlich in Deutschen Nachrichten gelesen, das die EU einen Geldtopf von 200 Milliarden Euro geöffnet hat für solche Projekte. Dabei wurde Südamerika speziell erwähnt…

  5. Es ist immer wieder interessant wenn man die Kommentare zu bestimmten Themen liest. Hier geht es um das Thema Investitionen oder Kapitalanlage.
    Zunächst möchte ich dazu eine Frage in den Raum stellen:
    „Ist jemand, von all den ätzenden Kommentarschreibern, durch die geplante Kapitalanlage um sein privates Geld gebracht worden? Hat jemand Nachteile dadurch? Oder ist es nur der Neid dass man es selbst nicht machen kann?
    Kapitalanlage ist Teils der Volkswirtschaft und die unterliegt den Gesetzen des Kapitals. Wo kann ich denn in Europa noch eine gewinnbringende Kapitalanlage vornehmen? Bei 0-Zinsen im Privatsektor und Negativzinsen im übrigen Bereich? Wieso regen sich denn einige auf wenn jemand in PY oder anderswo investieren will um Geld zu machen.
    Die Frage ob die Paraguayer nicht alleine aufforsten können ist doch Blödsinn. Welche Rendite haben die denn davon?
    Diese sogenannten „Schein-Wiederaufforstungs-Projekte“ sind im Moment der Renner. Dank den Bränden im Amazonas und der frechen Göre Greta legen Kapitaleinsammler fleißig auf.
    Was die meisten nicht wissen oder vergessen haben ist, dass Aufforsten schon immer eine gute Anlage war wenn man es richtig machte. In den 70-ziger Jahren wurden in Misiones/Argentinien für die Pinienaufforstung 90% der Kosten als Kredite gewährt. Mit einigen Tricks bei der Landbewertung kam man da schon mal schnell auf 100% und einige haben aufgeforstet ohne einen Pfennig Eigenkapital investiert zu haben. Als dann der große „Wirtschafts-Crash“ kam mit Inflationen in Tausender-Prozent-Größen, haben die Banken auf die Rückzahlung der Kredite verzichtet weil die Bearbeitungskosten höher lagen als die einzunehmenden Raten.
    Schon immer waren Drittländer oder Schwellenländer willkommende „Trickkisten“ für Anleger. In den 70-zigern bis Anfang de 80-ziger Jahre gab es in Paraguay eine regelrechte Investitionflut. Damals konnten Geschäftsleute ihre in Deutschland zu zahlenden Steuern dadurch manipulieren bzw. auf Null setzen, indem sie Verluste aus angeblichen Kapitalanlagen in Paraguay und Argentinien von Ihren Steuern in Deutschland abziehen konnten. Da wurden z.B. Sägewerke gebaut die nie einen Baumstamm gesehen hatten aber riesige Verluste machten, gutgehende Sojaanpflanzungen die in der Bilanz aber verlustreich waren (Steuerberater die so etwas zertifizierten gab es in Mengen). Später wurden dann die Gesetze in Deutschland geändert und der Spaß hörte auf.
    Wie gesagt, Anlageprojekte gab es schon seit Jahrzehnte und wird es auch in Zukunft geben. Was sich geändert hat ist die gesetzlich vorgeschriebene Transparenz und Offenlegung die aber keiner richtig versteht. Nur. – so lange es nicht mein eigenes Geld ist, warum soll ich mich darüber aufregen. Höchstens ärgern dass man es nicht selbst gemacht hat.

  6. @erich B. Misiones ist mir bekannt auch die Projekte. Als Langfristiges Investment ist der Agra-Sektor immer ein Thema. Es ist aber nicht so einfach Leute zu überzeugen in Natur zu investieren. Alle möchten das sofort eine Rendite erwirtschaftet wird. Biete den Leuten eine Goldmine an und du hast Zuhörer. Die Natur ist für die meiste nicht Berechenbar. Problem. Heute wollen viele nur Geld parken und abwarten.

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