Öl-Skandal 2026: Der gescheiterte Millionen-Deal mit Paraguay

Asunción: Ein gescheitertes Vorhaben zum Kauf und zur Lieferung von Erdöl im Wert von über 30 Millionen Euro, das von der spanischen Zeitung ABC aufgedeckt wurde, rückt Paraguays hohe Abhängigkeit von externen Lieferanten erneut ins Rampenlicht. Der Fall verdeutlicht die Risiken bei intransparenten Verhandlungen in einem strategischen Sektor.

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der spanischen Zeitung ABC dokumentiert den gescheiterten Versuch eines großangelegten Öl-Geschäfts. Obwohl die Transaktion nicht zustande kam, bietet sie kritische Einblicke in die Herausforderungen und Schwachstellen des paraguayischen Kraftstoffmarktes.

Dieses Phänomen ist besonders relevant für Importländer wie Paraguay, deren Dynamik im Energiesektor maßgeblich von externen Akteuren abhängt. Laut dem Bericht versuchte der spanische Geschäftsmann Víctor de Aldama Anfang 2025, eine Transaktion im Wert von über 30 Millionen Euro zu realisieren. Ziel war der Kauf und die Lieferung von Öl, wobei Paraguay und Brasilien als mögliche Empfängermärkte vorgesehen waren.

Víctor de Aldama ist eine Schlüsselfigur in der sogenannten “Masken-Affäre“ – einem mutmaßlichen Korruptionsnetzwerk während der Covid-19-Pandemie, in das auch der ehemalige spanische Verkehrsminister José Luis Ábalos verwickelt sein soll.

Für diesen neuen Geschäftsversuch suchte De Aldama offenbar die Zusammenarbeit mit Mohamed Derbah, einem bekannten libanesischen Geschäftsmann auf Teneriffa. Die Verhandlungen endeten jedoch ohne Ergebnis. Bemerkenswert ist, dass gegen Derbah im selben Zeitraum in Spanien wegen Ermittlungen im Zusammenhang mit Drogenhandel ermittelt wurde; er befindet sich derzeit gegen eine Kaution von 100.000 Euro auf freiem Fuß.

Unterlagen der Zeitung ABC zeigen, dass De Aldama eine regelmäßige Lieferung von monatlich etwa 70.000 Tonnen Schweröl garantieren wollte, angepasst an die technischen Anforderungen der jeweiligen Bestimmungsorte, einschließlich Paraguay.

Da Paraguay massiv auf Energieimporte angewiesen ist, um seine Logistik und Produktion aufrechtzuerhalten, ist das Land besonders anfällig für intransparente Verhandlungen mit Akteuren, deren Zuverlässigkeit fragwürdig ist. Der Fall unterstreicht die dringende Notwendigkeit für Paraguay, seine Lieferanten zu diversifizieren und die Kontrollmechanismen in diesem strategischen Sektor zu stärken.

Wochenblatt / El Nacional

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