Ohne Mennoniten geht es einfach nicht

Filadelfia: Paraguay wäre heute nicht das was es ist, wären die Mennoniten nicht in den 20er Jahren eingewandert. Weder Fleisch noch Milchbetriebe würden heute die Nachfrage decken. Ihre Kultur half außerdem.

Paraguay war unter Präsident Carlos Antonio López ein aufstrebendes Land. Sein Sohn Francisco López fällte einige Entscheidungen zum Nachteil der Nation, doch als Mennoniten Paraguay als ihr Land entdeckten und infrastrukturelle Probleme aus dem Weg schafften, ging es bergauf. Was wäre Paraguay ohne die deutschstämmigen Einwanderer heute?

Angesiedelt im Chaco, in der Kolonie Menno, hatten sie keine andere Möglichkeit als produktiv den Einstieg in die Wirtschaft des Landes zu finden, die zukünftig erfolgreich sein sollte. Trotz Bedingungen, die heute anscheinend keiner mehr in Kauf nehmen mag, schafften sie es ihre Milchproduktion auszubauen und die Produkte bis nach Asunción zu vermarkten.

Die weltweite Nachfrage nach Rindfleisch und Leder half in den letzten Jahren eine Wirtschaft auf- und auszubauen, die nicht nur die nationale sondern auch die internationale Nachfrage zu decken.

Ihren Werten treu geblieben sind die Mennoniten-Kolonien ein Anziehungspunkt für viele Touristen. Diese lieben neben der Produktivität auch die europäische Ordnung, die im Chaco herrscht. Das Genossenschaftswesen bewehrte sich und ist nach wie vor der Grundpfeiler des Wohlstandes.

Ohne die Produkte, die heute mennonitische Kolonien bzw. Kooperativen im ganzen Land produzieren, wären viele Regale leerer oder Sortiment-ärmer. Nur ihnen ist es zu verdanken, dass Neudeutsche sich ein Stück wohler fühlen bzw. Paraguay als ihre neue Heimat anerkennen. Auch wenn es einige gibt, die der Religionsgemeinschaft nichts abgewinnen können, schätzen alle deren Arbeitsgeist und Hingabe.

Was wäre Paraguay heute, ohne die tüchtigen Mennoniten?

Wochenblatt

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17 Kommentare zu “Ohne Mennoniten geht es einfach nicht

  1. Ich habe Freunde unter den Mennoniten und empfinde sie als sehr angenehm.Sie sind sehr hoeflich und behandeln einander sehr respektvoll. Da koennten sich so manche spaeter Eingewanderte ein Beispiel nehmen. Und Religion?!?! Soll meines Erachtens jeder selber bestimmen welche Religion oder auch nicht er praktizieren moechte

    1. Die Religion ist ein sehr heiszes Tema in der Colonie Bergthal Ostparaguay;wenn Man nicht mit der Mehrheit mitmacht und nicht so mitmacht wie die Angestellten es haben wollen dann machen Die den Menschen so ungefaehr oder schlimmer als in Cuba einfach ganz zugrunde,Seelisch und Leiblich.

  2. Es ist falsch formuliert, was wehren die Menonitas ohne Paraguay, ja genau das!, die ältere Generation denkt vileicht noch mitmenchlich und auf hart Arbeitsförderung, aber die Jugend heute????, cada uno con su criterio……

  3. Wahlspruch der Benediktiner im Spätmittelalter: Ora et labora. Bete und arbeite.
    Was haben die Mennoniten daraus gemacht? Labora et ora, arbeite und bete – die Arbeit zuerst! In Filadelfia so öffentlich angeschrieben.
    Hut ab!

  4. Und was hindert Paraguay daran von den Mennoniten zu lernen und sich deren Lebensweisen zum Vorbild zu nehmen? Vielleicht könnte Paraguay dann heute schon viel weiter sein – wenn es denn wollte.

    1. Aber natürlich, die gesamte Welt wäre heute eine ganz andere, wenn Deutsche “Tugenden” bedingungslos angenommen und konsequent umgesetzt worden wären, darüber können unter anderem (ich widerhole: unter anderem) Juden und Herero einiges berichten.

  5. Danke für den Artikel im Wochenblatt.
    Es tut gut auch noch etwas posititives über die Mennoniten zu lesen. Ich denke auch das wir als Mennonitische Vollksgrupe sehr viel für die Endwiklung des landes beigetragen haben, und auch noch weiter wollen. Wenn man aber die meinung etlicher der chacobevölkerung hoert, die sich den abzug der Mennoniten aus Paraguay wuenschen, dan bereitet einem das schon sorgen.

    1. Ja, Paraguay und die Mennoniten haben sich gesucht und gefunden.
      Deutsche Tugenden hin oder her, die deutschen Mennoniten in Paraguay und nicht nur dort sondern überall wo sie leben, sind liebenswerte, friedvolle, fleißige, rücksichtsvolle, freundliche und überaus gottesfürchtige Menschen. Das ist Tugend, dass ist vorbildlich. Daran kann sich so mancher eine Scheibe von abschneiden oder Beispiel nehmen.
      Nicht “am deutschem Wesen soll die Welt genesen ” hier am Wesen der Mennoniten, daran könnte die Welt genesen .
      Also, macht weiter so ihr Mennoniten und Gott sei mit Euch.

      1. Ein wunderbarer Beitrag, Erich. Beinahe vollkommene Übereinstimmung (betone aus geschichtlichen Gründen mehr Mennoniten denn Deutsch). Allerdings, und das sagte mir ein Mennonit, gibt es auch unter ihnen nicht nur gute Menschen. Die Leistungen aller die das Wunder im Chaco ermöglichten und dafür mitunter teuer bezahlten, haben sich einen sicheren Platz nicht nur in der paraguayischen Geschichte erobert.

  6. Hallo Ihr Lieben,
    vieles der obigen Beiträge kann ich auch begrüßen. Wir sind seit ca. 7 Jahre hier und in dieser Zeit haben wir auch erleben dürfen wie die lieben Mennoniten mit der Natur im Chaco umgehen. Das ist nicht vorzeigefähig. Und wenn wir lesen dürfen das dort auch alles mit Geld ge-(schmiert) regelt wird, sind sie nicht besser als die Oligarchen hier im Land. Natürlich gibt es viele positive Ausnahmen wie auch bei den anderen Europäern die sich für dieses Land nützlich gemacht haben (La Colmena /Encarnation usw). Die Gegenwart ist wichtig; das was wir JETZT sähen ernen wir in der Zukunft. Wir alle leben hier und sollten jeden Tag einen positiven Beitrag leisten im Sinne des Ganzen.

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