Paraguay: Streit um Smartphone-Verbot im Unterricht flammt wieder auf

Asunción: Der liberale Abgeordnete Freddy Franco hat das Verbot der Handynutzung in Bildungseinrichtungen kritisiert und eine stärkere technologische Anpassung des Bildungssystems gefordert. Dies geschah, nachdem das Gesetzesprojekt gestern im Senat geändert wurde und nun zur erneuten Prüfung an die Abgeordnetenkammer zurückkehrt.

In einem Interview im Radiosender 730 AM äußerte Franco seine Unzufriedenheit mit dem Vorschlag. Er gab zu bedenken, dass ein striktes Verbot den Zugang der Schüler zu digitalen Werkzeugen einschränken könnte, die für ihre Ausbildung und ihre Verbindung zur Welt von grundlegender Bedeutung sind.

„Früher waren wir im technologischen Bereich stark im Rückstand. Das Verbot von Mobiltelefonen wiedereinzuführen, wird weder zur Entwicklung noch zur Vernetzung der Paraguayer mit der Außenwelt beitragen“, erklärte er.

Der Abgeordnete betonte, dass das Smartphone zu einem Schlüsselwerkzeug für Kommunikation und Informationsbeschaffung geworden sei, insbesondere in einem Land wie Paraguay.

„Wir sind ein Binnenland, dem es schwerfällt, nach außen zu gelangen. Das einzige Fenster, das wir haben, um uns mit der Welt zu vernetzen, sind die technologischen Medien, allen voran das Mobiltelefon“, bekräftigte er.

Zudem wies er darauf hin, dass es zwar Ansichten gebe, die der Stärkung des traditionellen Lesens den Vorzug vor der Nutzung digitaler Geräte geben, sich beide Ansätze im Bildungsprozess jedoch ergänzen könnten.

„Man braucht zwar zuerst ein besseres Verständnis durch physische Bücher, um später besser mit Technologien umzugehen, aber ich denke, man kann gleichzeitig die Straße überqueren und Kaugummi kauen“, brachte er es abschließend auf den Punkt.

Wochenblatt / adn digital

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