Verwahrhof quillt über: Jetzt beschlagnahmtes Fahrzeug mit Mindestgebühr freikaufen

Encarnación:: Die Gemeinde Cambyretá, Departement Itapúa, kündigte eine Initiative an, die darauf abzielt, ihren städtischen Verwahrstelle zu entlasten. Dort befinden sich derzeit mehr als 800 Fahrzeuge – überwiegend Motorräder –, die durch das Verstreichen der Zeit, ohne von ihren Eigentümern abgeholt worden zu sein, einen fortgeschrittenen Verfall aufweisen.

Mitarbeiter der lokalen Behörden erklärten, dass durch eine neue Verordnung unter dem Bürgermeister von Cambyretá, Claudio Chávez, die Bußgeldstelle ermächtigt wurde, die niedrigsten Gebühren für das Auslösen der wegen Verkehrsverstößen beschlagnahmten Fahrzeuge zu erheben. Dabei wurde eine Frist bis zum kommenden 20. August gesetzt, um von dieser Sonderregelung Gebrauch zu machen.

Um diese Erleichterung in Anspruch zu nehmen, müssen interessierte Eigentümer oder Besitzer eine Reihe gelockerter, aber im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen liegender Anforderungen erfüllen. Zu den geforderten Unterlagen gehören der Personalausweis (Cédula de Identidad), der Fahrzeugschein (Cédula Verde) oder ersatzweise Belege, die das Eigentum nachweisen, wie Kaufrechnungen oder Kaufverträge. Ebenso wird die Vorlage eines gültigen Führerscheins von denjenigen Verstoßenden verlangt, die beabsichtigen, ihre Fahrzeuge abzuholen und wieder damit am Straßenverkehr teilzunehmen.

Seitens des Bußgeldgerichts und der städtischen Verkehrsbehörde wurde die Bevölkerung dazu aufgerufen, ihre Berührungsängste abzubauen und die Gelegenheit zu nutzen, ihre Situation vor Ablauf der gesetzten Frist zu regeln. In diesem Zusammenhang wiesen sie darauf hin, dass eine Telefon- und WhatsApp-Hotline (0985 100 739) eingerichtet wurde, um Vorabanfragen zum genauen Ablauf zu beantworten.

Die Behörden warnten zudem vor der Wichtigkeit einer zügigen Regelung dieser Bußgelder, da die Verstöße im EDV-System der OPACI mit landesweiter Wirkung registriert werden. Dies könnte künftig zu Komplikationen für diejenigen Eigentümer führen, die ihren Status nicht legalisieren.

Wochenblatt / Mas Encarnación

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5 Kommentare zu “Verwahrhof quillt über: Jetzt beschlagnahmtes Fahrzeug mit Mindestgebühr freikaufen

  1. Viele der “ beschlagnahmten“ Fahrzeuge sind geklaut. Warum sollte die einer Auslösen? Die klauen sich ein anderen Fahrbaren Untersatz und fertig. Wenn vielleicht irgend wann der rechtliche Besitzer davon erfährt, das sein Fahrzeug auf dem Hof steht, lohnt es auch nicht mehr die Karre auszulösen, weil die Polizei bis dahin alles brauchbare abgebaut und verkauft hat oder selber nutzt.

  2. Ich bin der Meinung, die sollten einen Vertrag mit der Schrottpresse schließen. So bekommen die dann wenigsten den Schrottpreis.

  3. Albert Rotzbremsn

    Uh, uh, uh, könnten die Intelligenzbestien:innen vom paragauyanischen Beamtenhäuschen mal gucken, wie die schlauen wie eine Schere Kollegas vom Rest der Galaxie das machen. ZB. die europäischen.
    Hier wird dir dein Motito (paragauyanische Harley Fuegito dem Sound nach zu urteilen) im Neuwert von 900 € weggenommen. Wohlbemerkt, nach dem ersten Zündschlüsseldreh hat das Motito noch einen Wert von 700 € und nachdem es ein hiesig Mecanico-Bastler angefasst hat noch 5 € an Wert. Das 1. bis 1.000 Mal mit Kleinkind und Müllerbierpacks auf dem Gepäckträger Umfallen mindert den Wert jeweis jedes mal um mindestens 10 %.
    Also man rechne:
    Kindergardenverein nimmt dir Motito im wert von 0,9999900000 €-Cents einfach weg. Das ist gemein. Sagt dir: „Ey, du, wegen dir safti musste ich extra aus der Hängematte steigen. Das kostet die 2.000.000 GS. Strafe“.
    Nun gut, so schlau sind die Eingeborenen dann auch und bezahlen die Busse von 2 Mio. nicht und überlassen dem Kindergardenverein das Motito im Wert von 1. kardinalen €-Cent.
    Und jetzt?
    Ja, nix.
    Biste halt genaug bestraft und musst neues Motito kaufen.
    Sonst passiert dir nix.
    Das ist halt in den anderen Ländern dieser Galaxie ausserhal des Planeten Paragauy schon etwas anderes.
    Also Leute, geniesst die unendliche Bescheuertheit, pardon, Freiheit auf diesem Planeten.

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  4. Land Of Confusion

    „Seitens des Bußgeldgerichts und der städtischen Verkehrsbehörde wurde die Bevölkerung dazu aufgerufen, ihre Berührungsängste abzubauen und die Gelegenheit zu nutzen, ihre Situation vor Ablauf der gesetzten Frist zu regeln.“

    Ich glaube kaum, dass es sich um „Berührungsängste“ handelt. Drollig, wie immer offensichtliche Tatsachen vollkommen umschrieben werden. Ich denke, die meisten Motorräder werden informell verkauft (oder gestohlen), da hat fast niemand Cedula Verde oder einen Kaufvertrag, weil die meisten berechtigterweise keinen Notar für diesen Unsinn auch noch bezahlen wollen. Dann dürften die hohen „Freikaufgebühren“ ein Hindernis sein, die laut Text jetzt gnädigerweise auf die „niedrigste Stufe“ gesetzt werden, weil man nicht mehr weiß, wohin mit dem Schrott.
    An diesem Beispiel zeigt sich gut, wie vollkommen sinnlos es ist, 1.Welt-Gesetze und Regelungen einer 3.Welt-Bevölkerung aufzudrücken. Im Landesinneren dürfte es beispielsweise Hunderttausende Haushalte geben, die ihre Grundsteuer nicht zahlen – was will die Gemeinde da tun? Vertreiben geht nicht, daher kommen dann so Spaßaktionen wie „Zahl bis zum 31.12. und wir erlassen dir 50 %“ – und auch hier nutzen das nur die wenigsten.

    Würden Behörden und Politiker nach Vernunft handeln – wollen sie natürlich nicht, da gehts nur um eigene Taschen füllen – müssten beispielsweise die völlig übertriebenen Verkehrsstrafen gesenkt werden und Korruption konsequent geahndet werden. Will keiner, macht keiner – deswegen bleibt alles beim Alten.
    Nur die Leute, die etwas mehr Geld haben und ehrlich sind, werden immer mehr geschröpft. Der Zoll erfindet immer neue Gebühren und jetzt hat seine Exzellenz Cartes allen Ernstes vorgeschlagen innerhalb Asuncion eine Maut einzurichten.
    Die Korruption zu bekämpfen? Nöööö….

  5. Albert Rotzbremsn

    Das muss man sich erst einmal im Hirn so ganz langsam durchfliessen lassen, bevor man nicht umhin kommt, sich an den Kopf zu fassen und ein „Oh, my god“, „Oh, diosus mius“ oder „Oh, Karel Gott“ auszustossen.
    Also:
    Um bei hiesig Lachanfall-Trupp sein verhaftetes Motito auf Bewährung frei zu bekommen, muss man nur:
    1. Personalausweis (Okay — soweit kann ich das ja verstehen, aber ey, den habens hoffentlich schon bei der Entführung des Motos angehimmelt).
    2. Fahrzeugschein (Okay, gleich sie 1.)
    3. oder ersatzweise Belege, die das Eigentum nachweisen
    Zu Punkt 3, könnte es bei manchen ihr Wohlbefinden etwas triggern, wenn sie jetzt herausfinden, dass das Motito gar nicht deins ist.

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