Paraguay, wichtiger Außenposten südamerikanischer Kartelle

Asunción: Dank der hohen Korruptionsanfälligkeit der hiesigen Behörden ist es den Kolumbianern ein leichtes, sich hier niederzulassen und auszubreiten.

Fernando Stimac Jaen, gebürtiger Venezolaner und mittlerweile nationalisierter Spanier protesteierte, als die Polizei sein Haus im Stadtteil Los Mangales durchsuchte. Der Ausländer jedoch wurde ganz schweigsam als in der Zwischendecke seiner Unterkunft über 400 kg Kokain entdeckt wurden.

Die paraguayische Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn nun eine Organisation anzuführen die Verbindungen nach Kolumbien hat, Herkunftsland des weißen Pulvers. Ihm wird zur Last gelegt über ein Netz aus Firmen die Import und Export betreiben, Geld gewaschen und Drogen eingeführt zu haben.

Warnungen über die Migration solcher Vertriebsnetze wurden schon seit längerem von der kolumbianischen wie auch der paraguayischen Seite ausgegeben. In Kooperation mit den Vereinigten Staaten wird das handeln mit Kokain in Kolumbien schwerer. Für die Agenten, die Drogenschmugglern nachjagen ist Paraguay ein Paradies für die Kartelle.

„Kolumbianische und mexikanische Drogendealer siedeln sich in Paraguay an. Grund dafür ist das lapidare Rechts- und Kontrollsystem mit starkem Hang zur Korruption“, erklärt der Anti-Drogen Staatsanwalt Javier Ibarra.

Dies gilt neben der fertigen Droge auch für chemische Substanzen wie Lidocain, Ephedrin und Aceton, die man zur Herstellung der Drogen braucht.

Ibarra erklärt, dass Paraguay auch einige legale Schlupflöcher gibt die Pseudoephedrin erlauben und somit den Besitz eines Bestandteils von Methamphetamin nicht unter Strafe stellt.

Der Staatsanwalt erinnert an einen Fall aus dem Vorjahr als 2.164 kg Lidocain beschlagnahmt und Wochen später wieder befreit wurden. „Der Fall wurde als Schmuggel abgetan was unglaublich ist, da es kein legalen Markt für solche eine Menge Lidocain gibt außer zur Herstellung von Kokain“, so Ibarra.

Am vergangenen Samstag wurde von der paraguayischen und kolumbianischen Polizei Rutdy Alirio „Runcho“ Zárate Moreno in einem Fischrestaurant nahe der Remanso Brücke verhaftet, nachdem die kolumbianischen Behörden informiert wurden und Kooperation angeboten hatten. Dieser Mann, der nahe des Flughafens ein Hotelzimmer anmietete gab sich da zwar als Journalist aus ist allerdings der Geldwäscher des größten Drogenbarons von Kolumbien, Daniel „El Loco“ Barrera.

Laut der kolumbianischen Polizei ist „Runcho“ Eigentümer diverser Firmen im Land welche vermutlich zum Waschen von Drogengeld genutzt werden.

Die Hündin Kary, darauf trainiert Drogen zu finden, begann zu bellen als Koffer zum Flug 707 Tam nach Mexiko abtransportiert wurden. Im Koffer, Eigentum von Jesús Martínez Espinoza, fand man 5 kg Ephedrin. Darauf erfolgte seine Festnahme am 2. Oktober 2008. Wie sich herausstellte war er Regionalchef des Sinaloa Kartells, eine Organisation die vom größten Drogenboss Mexikos und eventuell der Welt, Joaquín „El Chapo“ Guzmán, angeführt wird.

Die Staatsanwaltschaft geht nach wie vor davon aus, dass diese Organisation hier aktiv ist und sogar mit anderen illegalen Gruppen der Region zusammenarbeitet.  Grund für die Annahme war die Beschlagnahmung von 300 Säcken Ephedrin, die nach Mexiko transportiert werden sollten. In Paraguay zahlt man für 25 kg Ephedrin weniger als 2.000 US-Dollar während die gleiche Menge in Mexiko bis zu 400.000 US-Dollar Wert hat.

Im Jahr 2011 wurden 1.300 kg Kokain von der Polizei beschlagnahmt. Der größte Fund darunter waren 876 kg. Im laufenden Jahr sind es bei Polizei und Senad zusammen mehr als 680 kg, größter Fund darunter die Beschlagnahmung von 421 kg. Die Menge aus diesem Jahr hat in Europa einen Wert von bis zu 68 Millionen Euro.

(Wochenblatt / Última Hora)

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