Paraguayer wählen in Argentinien

Der Fernsehsender TN berichtete von Schätzungen der argentinischen Wahlbehörde, nach denen ca. 20.000 Paraguayer die Grenze nach Formosa überquerten und rechtswidrig an den Wahlen „Primarias Abiertas Simultáneas y Obligatorias – PASO) am 2. August teilnahmen.

Der Bericht zeigt, wie ganze Familien am Wahltag mit Kleinbussen und Booten in das Land strömten. Nach Vermutungen des Senders gaben alle 20.000 ihre Stimme für den regierenden Gouverneur Gildo Insfrán ab.

Der Fernsehmoderator Jorge Lanata sagte in seiner Sendung „Journalismus für Alle“ (Periodismo Para Todos – PPT): „Die Paraguayer haben argentinische Papiere, die irgendjemand ihnen gibt und die angegebenen Wohnsitze existieren für gewöhnlich nicht. Sie wählen und erhalten als Gegenleistung Geld, Arbeit oder Sozialleistungen.“

Einige der vermeintlichen Adressen sind brachliegende Grundstücke, Fußballplätze, Kirchen oder Schulen, berichtet ein Interviewpartner von Lanata. Der Sender hat über soziale Netzwerke und das paraguayische Wahlregister Nachforschungen über einige Wähler angestellt. So fanden sich unter den Wählern ein Stadtrat der ANR in Villa Franca oder eine Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft in Asunción, deren Vater, Lino Villalba, Stadtrat von Alberdi ist.

Es handle sich meist nicht, wie zunächst angenommen, um arme Familien, die mit den Gegenleistungen ihre Haushaltskasse aufbessern, sondern vielfach um angesehen politische Clans, die auf diese Weise monatlich ein nicht zu verachtendes Zubrot verdienen.

So leben 80% der Personen, die jeden Monat bei der Banco Nación 51 Millionen Pesos Rente abholen, in Paraguay. Während viele Argentiniern mit bürokratischen Hindernissen zu kämpfen hätten und oftmals die Auszahlungen der Sozialleistungen verweigert würde, seien die bürokratischen Prozeduren für Paraguayer mit Beziehungen reine Formsache.

Unter den 18.000 Paraguayern, die monatlich ihre Rente in Clorinda abholen sind natürlich auch solche, die ihr Arbeitsleben in Argentinien verbracht haben und zu Recht eine Pension des Nachbarlandes beziehen.

Es gäbe eine alte Freundschaft zwischen Mitgliedern der Colorado-Partei und den Peronisten in Formosa, bei Wahlen würden sich die beiden Parteien gegenseitig aushelfen. Auf Grundlage der Recherchen wurden mehrere tausend Personen bei der argentinischen Staatsanwaltschaft angeklagt.

Mehrere argentinische Medien berichteten, die Wahlbehörde hätte Berichte, von der Einwanderungsbehörde, der Marine und der Grenzpolizei angefordert. Laut dem Portal mdzol.com gab es bei der Wahl 2011 ähnliche Anschuldigungen.

Quelle: tn.com.ar

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