Paraguayo Cubas im großen Interview

Asunción: Der Senator Paraguayo Cubas wurde zum Mann der Woche, weil er seine Kollegen schreiend herausforderte und seinen Positionen treu bleibt. Er warnt vor speziellen Situationen in der Zukunft.

In dem ausgedehnten Interview erklärt Cubas unter anderem, dass er nichts zu verlieren hat und mittlerweile im Bauch des Systems angelangt ist, welches er von innen verbessern will. Er muss jedoch erst noch in der Aorta ankommen, damit alles von ihm gewünschte funktioniert.

War ihr Benehmen reines Kalkül und wenn ja was wollen sie damit erreichen?

Mein ganzes Leben war so. Meine Mitschüler und Studenten wissen das. Mir schein ein Verrückter der nicht den Anschein erweckt gefährlicher zu sein. Es stört mich nicht, wenn sie mich verrückt schimpfen. Ich gebe den Leuten sogar Recht.

Was beruhigt Sie?

Ich nehme ein Medikament um zu schlafen und trinke zuvor einen heißen Salattee, der mich gut ruhen lässt.

Sehen Sie sich als Stein im Schuh ihrer Kollegen?

Nein, eher andersherum. Sie sind ein Stein in meinem Schuh. Nach 40 Jahren Kampf kann ich kein Stein in keinem Schuh sein. Meine ganze Generation hat verloren, ich bin einer der Wenigen, die 50 Jahre alt und revolutionär eingestellt ist. Wenigstens kann man mir nicht nachsagen, dass ich untätig war.

Wann haben Sie entschieden sich aktiv einzubringen um das System zu ändern?

Die Entscheidung mein Bajonett zu laden habe ich vor drei Jahren getroffen. Ich stand eines Tages auf und entschied glücklich zu werden. Meine Frau und meine Tochter haben mir dabei geholfen. Dass was die Menschen als großes Durcheinander ansehen ist für mich ein Akt der Höflichkeit.

Was denken Sie über die Reaktion der Menschen? Einige unterstützen Sie andere sind für einen anderen Weg.

Ich glaube es gibt drei Typen. Einer davon bin ich, der sich aufregt. Die Menschen wussten was sie mit mir erwartet. Ich halte nur was ich versprach. Dann gibt es eine andere Gruppe, die damit einverstanden ist, obwohl ihnen der Weg dahin nicht gefällt. Sie bitten mich etwas zaghafter zu sein, damit nicht alles bisher Erreichte verloren geht. Und dann gibt es die dritte Gruppe, die Sojabauern, Viehzüchter und Großgrundbesitzer, die gegen alles sind, was ich mache.

Was kam bei der Bitte um Suspension von Ihnen im Kongress heraus.

Da geht es nicht voran. Es gibt nicht genügend Stimmen.

Was führen die im Schilde, die die Sitzungen geheim halten wollen?

Der Senat ist die Macht, (Enrique) Baccheta, (Javier) Zacarías, (Juan Darío) Monges, (Antonio) Barrios und andere Delinquenten agieren im Untergrund still und leise. Man tötet und man gibt Leben. Man macht die Sitzung im Geheimen, damit man den Eindruck erwecken kann, dass sie es sind, die die Wahl zugunsten eines Kandidaten beeinflusst haben. Dazu verleiten sie die Mitglieder von PPQ, Hagamos sowie die der PLRA dazu mitzumachen. Macht wird ohne Geräusche ausgeübt. Ich habe keine Macht, ich rüttele nur auf aber ich produziere nichts.

Warum nehmen sie sich Javier Zacarías Irún vor?

Das Problem begann als ich mich als Kandidat für den Bürgermeisterposten für Ciudad del Este aufstellen ließ und er auch. Ich verlor und meine Kunden wurden von Zacarías erpresst. Ich war Anwalt der größten Unternehmen der Stadt: Shopping Americana, Shopping Continental, Shopping Paraná, Shopping Barcelona und ich wurde gut bezahlt. Als der politische Wettkampf begann schickte sein Personal um vor den Shoppings Grillstände aufzustellen, wo der ganze Rauch reinzog. Ich wollte mit den Händlern reden aber sie sagten sie hätten eine Autorisierung des Bürgermeisters. Es gab keine Form sie zu entfernen. Und wenn das nicht ging schickte Zacarías Irún Brandschutzinspektoren mit dem Hinweis, dass die Kontrollen erst dann aufhören, wenn das Unternehmen seinen Anwalt ändert, womit sie mich meinten.

Er hat dir Arbeit gestohlen?

Ich verdiente 3.000 US-Dollar im Monat. Zacarías hat mir und meinen Kindern das Essen vom Tisch genommen. Er wollte, dass ich für ihn arbeite für sein politisches Projekt aber ich hatte mein eigenes. Als ein 2-jähriges Mädchen (Sara Amapola Insfrán) auf ein nicht isoliertes Kabel auf einem öffentlichen Platz trat und dabei an einem Stromschlag starb, hab ich mich dem Thema angenommen. Daraus erwuchs später Rückhalt in der Bevölkerung und mein Projekt.

Was glauben Sie wie die Staatsanwaltschaft mit der Untersuchung gegen den Clan Zacarías weitermacht?

Wir haben 10 Anzeigen gegen Zacarías gestellt. Darin findet man Fälle jeglichen Typs von ungerechtfertigter Bereicherung. Apartments in Brasilien, den USA und Großbritannien, Konten auf der ganzen Welt. Ich glaube, dass die Generalstaatsanwältin Sandra Quiñónez mir Rechenschaft schuldig ist.

Warum ist Sie Ihnen Rechenschaft schuldig?

Sandra Quiñónez muss erklären, warum sie sich im Hotel Armele (auf der Straße Palma und Colón) im 10. Stockwerk sich mit Chicharõ (Rubén Sánchez) traf bevor sie ernannt wurde. Danach wurde sie ernannt. Quiñónez ist mit Erlaubnis von Drogenbossen auf ihrem Posten. Die US-Botschaft sagt jetzt zu ihr: „Gut, du wirst jetzt Generalstaatsanwältin aber diese Linie wirst du nicht überqueren“. Sie muss ihre Sachen gut machen, denn die USA will nicht mehr so viel Durcheinander im Süden.

Wollen Sie sagen, dass Drogenschmuggler die Entscheidung zur Ernennung von Quiñónez beeinflusst haben?

Die großen Drogenschmuggler haben da die Hände im Spiel, nicht Cucho (Reinaldo Cabañas). Cucho ist ein Typ aus dem Stadtviertel, den jeder kennt. Es gibt da einen der mit José Ortiz (Geschäftsführer der Tabakfabrik von Cartes) arbeitet. Er wird als größter Drogenschmuggler von Brasilien bis nach Feuerland angesehen. Man sagt, er habe tausende Lkw’s und schafft täglich die Ware weg. Keiner geht an da Thema heran. Das ist ein Ort, der vom Militär beschützt wird, ein Hafen, der sich in Canindeyú befindet. Die Schwester von Sandra Quiñónez, Soledad, war Vorsitzende des Anti-Korruptionsbüros für 5 Jahre und hat keinen einzigen Fall zur Staatsanwaltschaft gebracht.

In einem Interview haben Sie über Cartes und seine Geschäfte in Israel gesprochen?

Die Geschäfte von Cartes sind nicht mit den Juden sondern mit den Israelis. Es sind Geschäfte mit Netanyahu. Simon Falic steckt da auch mit drin und Darío Messer, sein Repräsentant für Paraguay. Der, der die Geschäfte von Falic und Messer zu Cartes trug war Zacarías Irún. Zuvor hatte Cartes keinen Zugang dazu. Wasser, Raumfahrt, dass sind die Geschäfte der Zukunft.

Glauben Sie daran, dass Cartes noch einen Versuch unternimmt Senator zu werden?

Nein, nicht mehr. Ihm wurde gezeigt, dass das nichts mehr wird. Er ist nur ein Capataz. Er ist nicht der Chef. Die Pharmaindustrie, die Erdölunternehmen und die Geldinstitute sind die wahren Chefs.

Javier Díaz Verón, Ulises Quintana, González Daher… wer folgt?

Der nächste wird Monges werden. Seine alten Fälle bei der Staatsanwaltschaft vom staatlichen Kontrollamt wurden reaktiviert. Sandra Quiñónez soll bloß kein Theater spielen. Danach kommen Zacarías Irún, Cuevas, Dionicio Amarilla und zu guter Letzt Bacchetta. Eventuell folge ich danach, da ich viel Graffiti an die Wände der Staatsanwaltschaft geschmiert habe. Aber geraubt habe ich nichts.

Was wissen Sie über die Geschäfte von Quintana und Cucho?

Ulises kenne ich seit seinem 5. Lebensjahr. Wir als Anwälte im Osten des Landes haben Klienten, die alle Verbrecher sind. Drogenschmuggler und Mörder, wir geben ihnen andere Namen wie normale Schmuggler, Fälscher. Meine Kunden haben mir auch Autos geliehen und ihre Häuser. Ulises ist ein guter Typ, ich glaube nicht, dass er beim Drogenschmuggel mitmischt.

Wie wird das die Regierung treffen?

Marito hat Kontakt zu allen Politikern. Für mich ist Marito wie die Figur auf der Torte, die niemand etwas tut und auch nichts zu melden hat. Die Politiker, die um ihn herum sind haben jedoch sehr viel Einfluss und selbst Kontakt zu Marsmenschen. Marito ist das Produkt einer Mehrheit im Parlament. Cartes machte es anders. Er konstruierte ein Team mit Geld. Marito hat keine Führungsstärke, nichts Neues zu vermelden. Er ist hübsch für die Frauen anzuschauen und um dem Land ein annehmbares Gesicht zu verleihen.

Was denken Sie über die Ernennung der Regierung?

Sie zeigen das Fehlen von Führungsstärke, welche Marito uns versprochen hat. Sein größtes Problem jedoch ist Hugo Velázquez.

Warum?

Hugo Velázquez übt Macht im Verborgenen aus. Er wird konspirieren. Er hat ein politisches Team, welches direkten Draht zu Drogenschmugglern hat. Von heute an in drei Jahren wird Hugo Velázquez Präsident von Paraguay sein. Sandra Quiñónez wird ihn dabei unterstützen.

Was denken Sie über den internen Krieg der Colorados?

Den gibt es nicht. Sie lassen es uns nur glauben, um die Medien damit zu füllen und von anderen Dingen abzulenken.

Wie sehen Sie die ersten 45 Tage der Regierung?

Marito light. Er zeigt keine Führungsstärke und auch keine großen Schwächen. Er schlägt nicht auf den Tisch. Politiker seiner Añetete entscheiden für ihn. Er wird als “Mario“nette enden.

Sollen die Reste von Stroessner nach Paraguay zurückkommen?

Ja, sollen sie. Die Geschichte kann man nicht ausblenden. Stroessner war kein Diktator, er war ein Tyrann.

Wochenblatt / Última Hora

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4 Kommentare zu “Paraguayo Cubas im großen Interview

  1. Interessanter Artikel, dessen Inhalt ich als Gringö natürlich nicht beurteilen kann.
    Aber der Paragauyo Cubas ist mir sympathisch. Ich finde, er und ich sollten künftig die Moderation dieses Forums übernehmen. Wenigstens solange noch wie ich mich in diesem WTF-Land aufhalte.
    Paragauyo Cubas und ich, das würden sich schönsten Kommentare in diesem Forum geben seit es Schokoladeüberzogene Straßen gibt in Paragauy.

  2. Schön aus dem Nähkästchen geplaudert. Da wird wohl einigen „Ungläubigen“ beim lesen das Gesicht eingeschlafen sein und der Tippfinger auch gleich.
    Die Aussage: „…die USA will nicht mehr so viel Durcheinander im Süden.“ bestätigt nur daß Südamerika der Hinterhof der USA ist und das Sagen hat.
    Weiter sagte Cubas, Cartes sei nur der Capataz und so schrieb ich es 2013:
    „Cartes, als mächtiger und verwöhnter Großunternehmer in Paraguay, hat sich in die Weltmacht eingekauft. Er riecht und spürt die Macht, wird aber niemals dazu gehören.
    Cartes ist der ideale Politiker, weil er erpressbar ist!!! Nur eine seiner Drogensachen publiziert, dann ist er weg.“
    Ich halte Cubas für einen US-Agenten mit eben genügend Rückendeckung aus dieser Richtung, daß er überhaupt so Aussagen treffen kann ohne gleich daran zu sterben. Er hat ja auch einen US-Pass… wird noch interessant…

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